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Sommerferien mal anders

8. November 2013

Was ist nur aus Disney geworden? Mittlerweile hat man ja schon das Gefühl, dass die „Mickey Maus“ hinter so gut wie jedem Film steckt. Gut, im Animationsbereich trifft das ja auch wirklich mehr oder weniger zu. 2006 bekam Disney Pixar und ist seitdem Herr über die Animationsfilme. 2009 sicherte sich Mickey dann auch noch die Rechte an einigen interessanten Superhelden, als man sich mal eben Marvel Studios gönnte. Somit war an der Superhelden-Front auch das Geld und der Erfolg ziemlich sicher. Und zum Schluss gab’s dann 2012 auch noch Lucasfilm, womit Disney nun endlich auch jene weit, weit entfernte Galaxie regiert. Vom Kinderliebling zum Kino-Über-Monster… Disneys Macht über den momentanen Unterhaltungssektor ist schon bemerkenswert.

Noch bemerkenswerter ist es da, dass trotz dieser Fülle an Materialien hier und da immer noch mal etwas das Licht der Welt erblickt, das ganz und gar nur Disney ist. Allerdings kommt man bei der nun folgenden Serie schon ein bisschen ins Grübeln, denn so ganz fühlt sich „Gravity Falls“ nicht nach Disney an.

Dipper und Mabel Pines müssen ihre Sommerferien bei ihrem Onkel Stan verbringen. Der betreibt in dem kleinen Örtchen Gravity Falls ein Kuriositäten-Museum namens „The Mystery Shack“, wobei das einzig Kuriose daran die Touristen sind, die für Hühner mit aufgeklebten Hörnern und ähnlichen Humbug Geld bezahlen. Doch schon kurz nach seiner Ankunft in Gravity Falls findet Dipper ein geheimnisvolles Buch, in dem es darum geht, dass es in der Umgebung rund um Gravity Falls schon Monster und anderes mysteriöses Zeug gibt. Gemeinsam mit seiner Schwester erkundet Dipper die merkwürdigen Ereignisse in Gravity Falls.

Mein erster Gedanke war, ob Disney mit dieser Zeichentrick-Serie wohl so etwas wie ein „Akte X für Kinder“ erschaffen wollte. Denn mit nicht einmal allzu viel Fantasie könnte man so einige Parallelen zu der bekannten Mystery-Serie ziehen. Da hätten wir das „Ermittler-Duo“… nur sind Dipper und Mabel ein umgekehrte und stark überarbeitete Fassung von Mulder und Scully. Dipper ist der Rationale, der alles perfekt durchplant und wirklich nichts dem Zufall überlässt. Etwas, dass ihm in einer Folge schwer zu schaffen macht. Darin klont sich Dipper dank eines Kopierers und wird Opfer seiner eigenen Planungswut. Der Part, den Mulder in „Akte X“ übernimmt, geht in „Gravity Falls“ eindeutig an Mabel. Allerdings hinkt der Vergleich… denn im Gegensatz zu Mabel ist Mulder ein braver Schuljunge.

Mabel ist für mich der Star dieser Serie. Sie bringt das Ganze erst richtig in Schwung. Ob sie nun wegen alter Süßigkeiten in einen LSD-Traum mit merkwürdig sprechenden Hunden rutscht oder sich heiß und innig in ein kleines Schwein verliebt oder eine großartige Batman-Imitation abgibt, indem sie dem Greifhaken huldigt – Mabel ist in allem, was sie tut, komplett abgedreht und dabei herrlich liebenswert. Eine gutgläubige kleine Person, die mit offenem Herz und lila Brille durchs Leben läuft. Mabel ist absolut Kult… und eine absolut Disney-untypische kleine Heldin (zumindest ist mir bis jetzt noch keine andere begegnet).

Neben Mabel und Dipper gibt’s natürlich Stan, ein miesepetriger Typ, der durchaus seine weichen Seiten hat. Mit Wendy kommt auch ein bisschen Liebe ins Spiel – vor allem auch in Dippers Liebesleben, denn Dippers Verliebtheit bringt ihn bei der etwas älteren Wendy immer in Schwierigkeiten. Vor allem dann, wenn er gegen ihren Freund, den Möchtegern-Goth Robbie, antritt. Mit Soos gibt’s den liebenswerten Trottel, der eher auf Mabels Wellenlänge schwimmt. Man könnte noch viele mehr nennen… aber ich lasse das jetzt, damit ihr ein paar der anderen herrlich skurrilen Bewohner von „Gravity Falls“ selber kennenlernen könnt.

Kommen wir daher zurück zur Serie. Die erste Staffel besteht aus 20 Folgen, die – ähnlich wie „Akte X“ – sowas wie das „Monster of the Week“ haben. In jeder Folge passiert etwas Neues, ziemlich schräges und in den meisten Fällen weiß Dipper dank seinem Buch Rat. Das Geheimnis um das Buch ist dann auch so einer der roten Fäden, die die Serie davor schützen, zu sehr in Einzelepisoden zu verschwinden. Doch selbst das wäre nicht sonderlich schlimm, denn jede Folge besticht durch ihren eigenen, manchmal etwas schrägen Humor. Gnome, die Regenbogen kotzen, 80-Jahre-Game-Charaktere, die plötzlich aus ihrem Spiel heraustreten oder überaus männliche Minotauren sind nur einige Beispiele für den schrägen Humor der Serie.

„Gravity Falls“ hat sich für mich an keiner Stelle wirklich wie eine Kinder-Serie angefühlt. Nur weil’s alles schön bunt ist und niedlich aussieht, darf man sich davon nicht täuschen lassen. Gerade die zynischen Kommentare sind dann viel eher für die Erwachsenen gemacht.

Ich kann „Gravity Falls“ wirklich nur weiter empfehlen und bedanke mich an dieser Stelle nicht nur bei Disney, sondern auch bei maloney, der mir die Serie erst schmackhaft gemacht hat. Jetzt heißt’s nur abwarten: Denn nach einem überaus gemeinen (weil viel zu spannend) Cliffhanger ist die erste Staffel auch schon vorbei. Hoffentlich investiert Disney nicht zu viel Zeit in andere Produkte und macht mit „Gravity Falls fleißig weiter.

Wertung: 10 von 10 Punkten (der perfekte Mix aus Mystery und Comedy mit liebenswerten Charakteren und herrlich schrägem Humor)

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10 Kommentare leave one →
  1. 8. November 2013 06:18

    Hast dus also endlich geschafft 😀 Sehr schönes Review kann ich so nur unterstützen ist echt ne grossartige Serie und ja ich kann die 2. Staffel auch kaum erwarten, zudem war der Cliffhanger für mich ziemlichst J.J. abramsmässig 😉

    • donpozuelo permalink*
      8. November 2013 07:22

      Danke!!! 😀 Ja, es ist eine herrlich skurrile Serie, die einfach nur Spaß macht. Ich warte auch schon gespannt auf Staffel 2. Und was ich ja auch sehr geil finde, ist wie viele Leute sich mit den versteckten Symbolen in der Serie beschäftigen… das hat wirklich J.J. Abrams-Ausmaße 😀

  2. 8. November 2013 07:42

    Klingt aber auch so ein wenig nach „Eerie, Indiana“.
    Das war – zumindest damals – sehr gut.

    • donpozuelo permalink*
      8. November 2013 09:06

      Oh… nachdem ich es mir auch Wikipedia mal durchgelesen hat: Stimmt. Klingt tatsächlich recht ähnlich. Nur gehe ich mal davon aus, dass „Gravity Falls“ vielleicht noch etwas abgedrehter sein könnte… allein schon wegen der verrückten Möglichkeiten, die man mit Zeichentrick so hat.

    • 8. November 2013 15:21

      Der Macher Alex Hirsch ist tatsächlich davon inspiriert worden

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