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It’s Hammertime (again)

30. Oktober 2013

Bevor sich jetzt gleich wieder irgendjemand beschwert: Ja, ich bin ein Marvel-Fanboy! Ich mag die Comics und ich mag die Filme. Ich mag das große Kawumm, die Charaktere und die Stories. Ich erwarte von den Filmen gute Unterhaltung – ich will lachen, ich will mit ihnen mitfiebern. Dass das alles irgendwie vorhersehbar ist, stört mich nicht. Ist doch in den Comics auch so… darum geht’s doch auch irgendwie bei den Superhelden. Die müssen leiden und leiden, aber am Ende gewinnen sie dann doch. Man nehme nur mal „One Piece“ – die kloppen sich über mehrere Folgen und zerdeppern fast alle Guten und am Ende wird doch wieder alles gut. Und das bekomme ich bei Marvel auch…

Aber genug der Rechtfertigung… ich wollte es nur einmal gesagt haben. Denn jetzt kommt, was kommen muss. „Iron Man 3“ hat Marvels zweite Phase eingeläutet und – wie ich finde – einen guten Anfang hingelegt. Jetzt legt unser Lieblingsdonnergott Thor nach: „It’s Hammer-Time!!!“

Nachdem er seinen Bruder Loki (Tom Hiddleston) nach den Ereignissen in „The Avengers“ in Haft genommen hat, muss Thor (Chris Hemsworth) in den verschiedenen Welten für Frieden sorgen. Aber wer den Hammer schwingt, der hat damit kein Problem (und bekommt sogar zum Anfang so eine Art „Indiana Jones gegen den Schwert-Schwinger“-Moment geschenkt). Kompliziert wird es aber, als seine liebe Erdenfreundin Jane (Natalie Portman) durch einen blöden Zufall die gefürchteten und totgeglaubten Dunkelelfen unter der Führung von Malakith (Christopher Ecclestone) wieder zum Leben erweckt… denn die wollen alle Welten in die Dunkelheit stürzen (sind ja auch Dunkel- und keine Lichtelfen 😉 )

Ich mochte den ersten „Thor“. Regisseur Kenneth Branagh erschuf damals vor allem mit Asgard eine tolle Fantasy-Welt, die mich wirklich begeistert hat. Mittelalter-Fantasy traf hier auf unsere merkwürdige Welt. Thor war noch etwas unbeholfen mit den Gepflogenheiten der Erdmenschen und sorgte so – neben viel Action – auch für ordentlich Komik. Im zweiten Teil nun müssen wir ohne Branagh auskommen. Was aber nicht weiter schlimm ist, denn mit Alan Taylor ist jemand an Bord, der sich mit Mittelalter-Action eigentlich ganz gut auskennt. Immerhin hat der Mann die ein oder andere Folge „Game of Thrones“ gedreht. Und der Sprung vom TV zum Film gelingt ihm mit Bravour.

„Thor 2 – The Dark World“ (ja, ich weigere mich den „deutschen“ Titel mit „Kingdom“ zu nehmen) ist super geworden. Unterhaltsam ohne Ende, denn Taylor gelingt es verdammt gut, Branaghs Schöpfung gekonnt fortzuführen und zu erweitern. Wie schon gesagt, Asgard allein macht schon viel Spaß. Und anders als noch im ersten Teil springt Taylor viel mehr zwischen den Welten hin und her. Wahrscheinlich in Vorbereitung auf die wortwörtliche Erweiterung des Universums durch die „Guardians of the Galaxy“ erleben wir hier die verschiedenen Reiche, die die Götter aus Asgard kennen und springen im Verlauf des Films immer mal wieder quer durch die ganzen Welten. Was sich jetzt nach zu viel anhören könnte, ist aber nicht der Fall. Taylor findet die richtige Mischung, vereint wunderbar gekonnt Science-Fiction mit Fantasy und lässt so die unterschiedlichen Welten lebendig werden.

Dass sich das hier alles so vertraut anfühlt, liegt aber zum großen Teil an den altbekannten Gesichtern – allen voran natürlich Chris Hemsworth als Donnergott Thor. Zu ihm muss man nicht mehr viel sagen: Hemsworth hat sich perfekt in die Rolle des Thor eingelebt und spielt den so leicht von der Leber weg, als hätte er sein Leben lang nichts anderes getan. Etwas mehr Freiraum bekommt auch Fan-Liebling Tom Hiddleston als Loki. In etwas, was man wohl als Buddy-God-Film nennen könnte, darf Hiddleston für gelungene und oft schön sarkastische Oneliner sorgen. Zugegebenermassen habe ich immer noch nicht genug von ihm in diesem Film bekommen, aber auch in der kurzen Zeit macht Hiddleston deutlich, warum die Fans ihn lieber mögen als Hemsworth. Hiddleston ist Loki durch und durch und es macht einfach Spaß, ihn in der Rolle zu sehen.

Eigentlich könnte so ein Thor-Film auch nur aus Hemsworth und Hiddleston bestehen, denn die Chemie zwischen den beiden stimmt. Doch wie es sich für einen „Game of Thrones“-Regisseur gehört, gibt’s mit Rene Russo und Natalie Portman zwei starke Frauen, die sich hier auch ein bisschen mehr beweisen dürfen. Aber auch Kat Dennings darf als Portmans Assistentin punkten. Einzig und allein Christopher Ecclestone als eigentlicher Bösewicht Malekith macht eine etwas schlappe Figur.

Und trotzdem bleibe ich dabei: „Thor – The Dark World“ ist ein geiler Film geworden. Trotz des Titels ein ziemlich spaßiger Film mit gut platzierten Gags, spektakulären Fights und einer Welt, die mir im Marvel-Universum nach wie vor am besten gefällt. Marvel beweist mit „Thor 2“ mal wieder, dass sie gute Comic-Unterhaltung doch irgendwie im Blut haben. Auch wenn der Film hier und da kleine, kaum bemerkbare Makel haben könnte und sich der ein oder andere etwas mehr Subtilität (komisches Wort) wünschen würde: Es geht immer noch um einen Typen mit magischen Hammer, der fliegen kann. Da darf man doch nur verrücktes Zeug erwarten. Und genau das und noch viel mehr bekommen wir mit „Thor – The Dark World“: Saugute Unterhaltung!

Wertung: 9 von 10 Punkten (hat mir persönlich sogar noch einen Zacken besser gefallen als Teil 1… ach ja und: LOKI RULES!!!)

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14 Kommentare leave one →
  1. 30. Oktober 2013 10:48

    Nur die Zahl gelesen und mich gefreut. I’ll be back, wenn ich den Film am Sonntag gesehen habe.

    • donpozuelo permalink*
      30. Oktober 2013 10:51

      Ich warte… und hoffe, dass er dir genau so gut gefällt wie mir. 😉

  2. 30. Oktober 2013 17:03

    LOKILOKILOKILOKILOKILOKI!!!!

    • donpozuelo permalink*
      31. Oktober 2013 09:22

      Wie ich sehe, gibt’s eine klitzekleine Loki-Fanbase 😉

      Auf der Premiere haben die Leutchen auch eindeutig mehr für den Mann mit den langen schwarzen Haaren gebrüllt. Sollten sie mal für den einen Einzelfilm planen, würde der wahrscheinlich einschlagen wie eine Bombe.

  3. 30. Oktober 2013 19:24

    Ja genau Loki, Loki, Loki 😆

  4. 1. November 2013 16:48

    Es wurde alles gesagt. (gut!) Eine echt tolle Comic-Verfilmung! So habe sogar ich Lust auf einen weiteren „Thor“! (Thor war nie mein Lieblings-Superheld.)

    • donpozuelo permalink*
      1. November 2013 17:23

      Ich gebe zu, dass ich „Thor“ erst so richtig durch seinen ersten Film wahrgenommen habe. Aber da war er mir sofort sympathisch… gegen mehr „Thor“ hatte ich da schon nichts einzuwenden 😉

  5. 7. November 2013 00:10

    „Ich bin mit dem Gesamturteil unzufrieden.“ Ich finde den Film nicht mies, aber irgendwie hat er keinen dieser grossartigen Momente. Ich könnte nichts nennen, weswegen ich nochmal die DVD einlegen würde – selbst Iron Man 3 hatte noch Herrn Slattery oder die Helikopterszene. Das fehlt dem Film ein bisschen, ganz abgesehen davon, dass ich ihn storytechnisch und auch schauspielerisch etwas lahm fand. Loki ausgenommen…

    • donpozuelo permalink*
      7. November 2013 09:02

      Ich kann das nicht so ganz nachvollziehen, weil ich mich halt echt gut unterhalten gefühlt habe. Das, wo ich dir entgegen kommen kann, ist die Sache mit den Schauspielern: Portman und Ecclestone gehen komplett unter, womit vor allem auch ein richtig guter Bösewicht fehlt. Da hatte ich so ein bisschen das Gefühl, die Macher wollten zu sehr auf der Tom-Hiddleston-Welle schwimmen und haben dabei den Rest ein wenig vernachlässigt. Trotzdem find ich „Thor“ nach wie vor äußerst sympathisch und hab’s gerne geguckt.

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