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Twilight ist tot!

9. September 2013

Das sollte mal jemand irgendwem in Hollywood beibringen. „Twilight“ ist tot, aus und vorbei. Der Run auf glitzernde Vampire und Six-Pack-bestückte Werwölfe ist vorbei. Aber anscheinend will man das nicht so richtig wahrhaben. Zu wertvoll sind die kleinen Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren, die ihr Geld bei „echter“ Liebe zum Geld hinauswerfen, um die Filme zu sehen, die Bücher zu lesen, den Merchandise zu kaufen… und bei Premieren mächtig zu kreischen. Aber noch einmal: „Twilight ist tot!“ Allerdings ist ja gerade Hollywood Spezialist darin, Totes wieder zum Leben zu erwecken. Oder zumindest etwas Vergleichbares zu suchen… denn Trennung kommt Hollywood nicht gut.

Und so wird seit dem „Tod“ von „Twilight“ fleißig verfilmt, was an Jugendliteratur gerade so in ist. Immer irgendwie auf der Suche nach der perfekten Ersatzdroge für die „Twilight“-Fans. Eine Aufgabe, die angesichts zahlreicher Fantasy-Reihen eigentlich nicht allzu schwer erscheint. Und doch ist es eine, die bis jetzt noch keiner richtig lösen konnte. Jetzt muss Cassandra Clares momentan fünf Bände starke Reihe „The Mortal Instruments“/ „Chroniken der Unterwelt“ dran glauben.

In „Chroniken der Unterwelt: City of Bones“ muss die junge Clary (Lily Collins) feststellen, dass sie etwas Besonderes ist. Denn sie sieht „Menschen“, die sonst keiner sieht. Als dann auch noch ihre Mutter (Lena Headey) entführt wird und Clary nur dank der Hilfe des jungen Jace (Jamie Campbell Bower) den gemeinen Entführern entkommen kann, lernt sie, dass ihre Mutter eine Schattenjägerin ist. Und somit ist Clary wohl auch irgendwie eine… zumindest findet sie sich inmitten in einem uralten Kampf wieder, denn der böse Valentin (Jonathan Rhys Meyers) will den Kelch der Engel, ein uraltes Relikt, durch das Valentin noch mächtiger werden will. In einer Welt voller Vampire (!), Werwölfe (!!) und Dämonen muss Clary den Kelch finden, um sich und ihre Mutter zu retten.

„Chroniken der Unterwelt: City of Bones“ war die reinste Tortur für mich. Ich kann wirklich nicht für die Bücher sprechen, die sicherlich/ hoffentlich sehr viel besser sind als das, was wir in diesem Film geboten bekommen. Denn das hier ist furchtbar grausiges 08-15-Geschichtenerzählen mit allen gängigen Klischees. Teenager erfährt, dass er etwas besonderes, wehrt sich erst dagegen, findet seine große Liebe und entdeckt dabei sein großes Geheimnis. Dazu gibt’s Viecher und ein bisschen Action und fertig ist der Einheitsbrei an Teenie-Fantasy.

Zu diesem fast schon ungenießbaren Brei verrüht Regisseur Harald Zwart noch ein paar Emo- und Goth-Kinder. Vor allem Jamie Campbell Power ist nur sehr schwer zu ertragen. Er versucht verzweifelt, den geheimnisvollen Jüngling zu spielen… was ganz schön in die Hose geht. Power bleibt den ganzen Film über reichlich blass, aber wer weiß… auf blasse Jungs standen die Mädchen ja schon bei „Twilight“. Aber ganz, ganz ehrlich: Diese Emo-Nummer ist auf die Dauer echt anstrengend. Jeder Typ in diesem Film trägt Mascara oder könnte als Werbefigur für irgendwas Metrosexuelles dienen. Ich will jetzt keine Vorurteile auspacken, sondern nur eines deutlich machen: So bleich und kalt wie die Typen in diesem Film aussehen, so bleich und kalt sind auch die Rollen, die sie spielen.

Gleiches gilt für Lily Collins oder „Tudors“-Star Jonathan Rhys Meyers oder „Game of Thrones“-Königin Lena Headey. Das Drehbuch schafft es nicht, zwischen Charakteren und Zuschauern eine Verbindung aufzubauen. Was vielleicht auch daran liegen könnte, dass uns „City of Bones“ gefühlte tausend Charaktere auf einmal um den Latz haut. Ständig taucht irgendjemand Neues auf, der dieser Story noch mehr Hintergrund geben will. Somit überhäuft uns der Film dann auch noch mit unnützem Zeug, sodass man wirklich den Überblick verliert und irgendwann nicht mehr so genau weiß, wer wen warum hasst und bekämpfen will. Dass die Liebesgeschichte, die man uns dann noch auftischen will, ebenfalls nicht mal in Ansätzen funktioniert, brauche ich dann an dieser Stelle wohl auch nicht mehr zu begründen.

Für wen das alles noch nicht ausreichend ist, gibt’s natürlich auch noch mehr. So wird der arme Johann Sebastian Bach ziemlich unfreiwillig zu einem ehemaligen Schattenjäger gemacht und selbst „Star Wars“ muss herhalten, wenn man versucht, der Story ein bisschen Würze zu verleihen. Doch die hier aufgedeckten Vater-Sohn-Tochter-Beziehungen haben nicht ansatzweise den gleichen WTF-Effekt wie einst bei Vader und Luke.

Also… schauen wir noch einmal, was wir bis jetzt so haben: langweilige, vollkommen unnütz überladene Story (die sich nebenbei auch noch anfühlt, als wäre sie acht Stunden lang), einseitige und hohle Charaktere, die sich sehr brav nach Schema F verhalten… und einen Soundtrack, der ebenfalls nur schwer zu ertragen ist. Somit bleibt nur die Hoffnung, dass dieser Film keine Fortsetzung bekommt. Denn wenn ich ehrlich sein soll, ist mir dieses „Twilight“ für Goths und Emos jetzt schon viel zu viel.

Wertung: 3 von 10 Punkten (ganz ehrlich: dann doch lieber „Twilight“)

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13 Kommentare leave one →
  1. 9. September 2013 08:13

    Vom Unterhaltungswert (bester schelchter Film denn ich dieses Jahr gesehen habe, hab selten so gelacht) sicher weitaus besser als Twilight….was den Rest anbelangt wie gesagt die Story ist Star Wars meets Harry Potter für Arme, die Köatume und Effekte sind scheisse und Lily Collins sollte sich wirklich mal die Augenbrauen zupfen lassen.

    • donpozuelo permalink*
      9. September 2013 09:26

      Naja, ganz ehrlich, da gucke ich dann doch lieber „Twilight“, da komme ich wenigstens mit und die Liebesgeschichte ist geringfügig besser in die Handlung integriert… was wohl daran liegt, dass sie die ganze Handlung ausmacht 😉

      Kostüme, Effekte, Handlung – alles war unterirdisch…

  2. 9. September 2013 09:06

    Wie erwartet. Ich weiß schon, warum ich zu meiner Frau „nein“ sagte und dann in „White House Down“ ging. 😀

    • donpozuelo permalink*
      9. September 2013 09:27

      😀 „White House Down“ war da die eindeutig bessere Wahl. Hat deine Frau die Bücher gelesen??? Wenn ja, dann wird der Film davon wahrscheinlich nur noch mehr kaputt machen. Wenn nicht, dann war „White House Down“ trotzdem immer noch die bessere Entscheidung 😉

      • 9. September 2013 13:22

        nicht gelesen. 😉

        • donpozuelo permalink*
          9. September 2013 13:55

          Wahrscheinlich auch besser so… wenn die Bücher im Ansatz so sind wie der Film, wird’s da auch nicht viel besser. Zumal die Autorin mit Fan-Fiction zu „Harry Potter“ und „Herr der Ringe“ angefangen haben soll. So erklärt sich dann wahrscheinlich auch, warum dieser Film auch nur zusammengeklaut ist.

  3. 15. September 2013 17:46

    Kann ein Film denn noch schlechter sein als Twilight? :O

  4. jassiTMI permalink
    8. Januar 2014 06:49

    Kann ich mal sagen?: wenn man mal keine ahnung hat, einfach mal die fresse halten!!!!
    Man merkt das du die Bücher nicht gelesen hast. Weil wenn du es getan hättest, dann wüsstest du wieso die so Schwarz rumlaufen!!!!!
    Aber in einer Sache muss ich dir zu stimmen: Jamie Campbell Bower passt echt nicht für die Person Jace. Im Buch ist er geheimnissvoll. Keiner weiss was er will. Die einzige Person die das kann, ist Clary.
    Ich kann immer nich sagen: Lies das Buch!!!!

    Und es ist nun wirklich alles besser als Twilight. Rubinrot war der schlechteste Film des ganzen letzten Jahres.

    • donpozuelo permalink*
      8. Januar 2014 09:06

      Kann ich mal was sagen? Man muss Menschen wegen ihrer Meinung nicht einfach grundlos beschimpfen. Ich weiß nicht, woher du dir das Recht nimmst. Also bitte, was das angeht, auch einfach mal die Fresse halten. Konstruktive Kritik gerne, aber solche Scheiße will ich hier nicht haben. Auch wenn du vielleicht ein großer Fan der Bücher bist… und die Filme sollen ja auch für Leute sein, die die Bücher nicht gelesen haben. Und für die dürfte „City of Bones“ wirklich ziemlich anstrengend sein.

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