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Leben auf Europa?

26. August 2013

Auf dem Mars hat man ja schon Spuren gefunden, die auf Lebensformen hindeuten könnten, aber ansonsten ist uns ein Erstkontakt mit echten Aliens verwehrt geblieben. Bislang kann man halt nur spekulieren, ob Leben im All (außer uns) existiert. Allerdings gibt es genug Indiaktoren dafür, dass es anderswo ähnliche Planeten wie den unseren gibt – da wo eine Sonne nicht zu nah oder zu entfernt ist, um Leben zu ermöglichen. Wichtiger Bestandteil für Leben ist nach wie vor Wasser, weswegen mittlerweile einige Wissenschaftler sehr interessiert an dem Jupiter-Mond Europa sind. Auf dem herrschen zwar permanent minus 150 Grad und der ganze Mond ist von einer dicken Eisschicht bedeckt, dennoch glauben einige daran, dass sich unter der Eisschicht ein riesiger Ozean befindet. Und in dem könnten Organismen existieren… schließlich haben wir in unseren eigenen Ozeanen genügend Beispiele für Organismen, die unter den extremen Bedingungen leben können.

Europa ist also wie geschaffen für die Forschung und wohl auch für das Science-Fiction-Genre. Und während unsere Wissenschaftler noch daran arbeiten, Roboter oder sonst was auf Europa landen zu lassen, ist ihnen Sebastián Cordero schon einen Schritt voraus. Denn in seinem Film „Europa Report“ ist die Mission der „Europa 1“ erfolgreich auf dem Weg zum Jupiter-Mond. Die Wissenschaftler an Bord der „Europa 1“ sollen direkt vor Ort das Eis und den darunter befindlichen Ozean untersuchen. Doch irgendwann wird der Kontakt zwischen Raumschiff und Erde unterbrochen – lange Zeit weiß niemand in der Mission Control, was los ist. Erst nach zig Stunden erhält man ein Signal… Video-Daten der Europa 1. Und diese Video-Daten erzählen die unglaubliche Geschichte der Crew.

Somit dürfte dann jetzt auch jedem klar sein: „Europa Report“ ist ein Found-Footage-Film. Doch zum Glück herrscht im All Schwerelosigkeit, weswegen die Kameras da schon mal nicht so sehr wackeln können. Außerdem ist die ganze „Europa 1“ wie ein riesiges „Big Brother“-Haus, in dem fest installierte Kameras das Leben auf der Station aufnehmen. Von der Warte her ist „Europa Report“ einer der Found-Footage-Filme, den man sich ohne Kopfschmerzen anschauen kann. Raumstation Europa ist jetzt zwar nichts, was man nicht schon kennen würde, aber immerhin ist sie mit allerhand interessanten Leute gefüllt. Da hätten wir zum einen „Elysium“-Schurke Sharlot Copley, der hier einen Ingenieur spielt, außerdem beherbergt die Raumstation auch noch „Verblendung“-Reporter Michael Nyqvist und „Dexter“-Ice-Truck-Killer Christian Camargo. Zusammen mit den anderen Darstellern ist die Europa mit einer durchaus interessanten Gruppe Menschen bevölkert. Erstaunlich ist nur, dass sich der Film bei einer derart langen Reise nicht für die Beziehungen der Crew interessiert. Hier hat keiner geheime Hintergedanken… und wenn er sie hat, erfahren wir sie nie. Aber gut, dafür ist bei „Found-Footage“ ja auch kein Platz… wir beobachten ja nur. Was bei der illustren Gruppe an Darstellern etwas schade ist, hätte man dem Ganzen doch eine persönlichere Note geben können.

Doch „Europa Report“ ist da halt eher auf die dramatischen Ereignisse aus, nicht umsonst ist das Ganze angelegt wie eine Art TV-Reportage, die erstmals die Vorfälle der Mission zusammenfasst. Von daher bleibt die erste Hälfte des Films auch etwas unspektakulär, der Film zieht sich ein wenig. Es gibt bestimmte Passagen – wie zum Beispiel ein fataler Weltraumspaziergang – die nicht sonderlich viel zur Story beitragen. Sie sind zwar gut, aber man hätte sie sich auch sparen können. Denn weswegen wir – Zuschauer und Astronauten gleichermaßen – an Bord sind, ist doch klar: Wir wollen nach Europa. Und wenn der Film es endlich geschafft hat, ist das verdammt beeindruckend. Cordero gelingt es eine Atmosphäre zu schaffen, als wäre man live bei einer der größten Entdeckungen der Menschheitsgeschichte dabei. Ab dem Punkt, wo die Crew tatsächlich auf Europa landet, hatte mich der Film vollkommen in seinem Bann.

Nach der Bohrung durch die Eisdecke gibt’s die ersten Bilder vom zuvor unerforschten Ozean. Und auch wenn man eigentlich nur dunkles Wasser und ein bisschen Eis sieht… es fühlt sich toll an. Es ist aufregend und toll und spannend… denn irgendwann ist da noch dieses Leuchten im Wasser. Ist es ein Lebewesen oder sind es nur fluoreszierende Teilchen? Cordero lässt uns lange zappeln, was es ist. Probleme haben die Astronauten nämlich auch andere… sie kommen nicht von Europa weg. Jetzt wird aus dem Forscher-Film ein schweißtreibendes Drama mit leichten Horror-Ansätzen. Cordero baut die Spannung unheimlich gut auf, sodass man am Ende gar nicht mehr weiß, was man eigentlich will: Sollen sie entkommen oder will man dieses Leuchten weiter erkunden.

Auch wenn „Europa Report“ seine Längen hat (gerade zu Beginn), war es doch mal wieder ein wunderbarer Science-Fiction-Film, der unheimlich spannend, aber zugleich auch sehr realistisch rüberkommt.

Wertung: 8 von 10 Punkten (verdammt gut gemachter Sci-Fi-Streifen, der vor allem durch seine Authentizität punktet)

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4 Kommentare leave one →
  1. 26. August 2013 11:05

    Ah ja, den gucke ich morgen und hoffe, dass er mich nicht langweilt 🙂

    • donpozuelo permalink*
      26. August 2013 12:13

      Wie gesagt, ich fand den echt gut. Der Anfang ist vielleicht etwas unspektakulär, aber ansonsten ist’s ein durch durch unterhaltsamer Film.

  2. 26. August 2013 16:44

    Hört sich spannend an. Der Bericht macht Lust auf mehr 🙂

    • donpozuelo permalink*
      27. August 2013 21:18

      Willkommen!!! 😀

      Der Film ist echt sehenswert.

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