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Auf nach Laputa!

21. August 2013

Ich bin ja ein großer Hayao Miyazaki-Fan. Seit meinem ersten Film „Prinzessin Mononoke“. Er ist einfach ein großartiger Geschichtenerzähler, der einen mit seinen Figuren und seinen aufregenden Welten komplett in den Bann zieht. Es gibt bislang nur eine Ausnahme, bei der ich immer ein bisschen was zu meckern habe. Und das ist „Nausicaä aus dem Tal der Winde“. Zwar ein toller Film, aber gerade wenn man den Manga dazu kennt, wird man doch ein bisschen enttäuscht. Schließlich erzählt Miyazaki nicht die ganze Geschichte. Was auch schwer gewesen wäre… bei der Vorlage. Trotzdem irgendwie fehlte mir da immer etwas.

Daher war ich umso erstaunter, als ich jetzt endlich mal „Das Schloss im Himmel“ gesehen habe und mich immer wieder an „Nausicaä“ zurückerinnerte fühlte. Im Endeffekt kam mir der Film wie eine Weiterführung vor, ohne jetzt tatsächlich als Fortsetzung durchgehen zu können (auch wenn er direkt nach „Nausicaä“ kam).

In „Das Schloss im Himmel“ ist Miyazakis Anspielung auf Jonathan Swifts „Gullivers Reisen“. Darin geht es nämlich auch um eine fliegende Stadt namens Laputa. In Miyazakis Version begibt sich der junge Pazu gemeinsam mit einem geheimnisvollen Mädchen namens Sheeta auf die Suche nach Laputa. Denn Sheeta besitzt einen merkwürdigen Kristall, der den Weg nach Laputa weist. Doch auch noch andere sind an Laputa interessiert. Da wären unter anderem die Luftpiraten unter der Führung der strengen Dora, die sich an den Schätzen von Laputa laben wollen. Und dann gibt es da noch diesen geheimnisvollen Muska, ein Agent der Regierung, der weniger an Schätzen und mehr an Macht interessiert ist.

Zuallererst: „Das Schloss im Himmel“ ist wieder einmal mehr ein Beweis dafür, was für ein guter Geschichtenerzähler Miyazaki wirklich ist. Die Geschichte ist von Anfang an extrem spannend. Sheetas erstes Auftauchen haut Pazus ganzes Leben um, anschließend folgt die Jagd auf die beiden sowohl durch die Piraten als auch die Regierung. Dann gibt es eine große Schlacht, in dem ein erster noch merkwürdigerer Roboter eine tragende Rolle spielt, bevor sich die ganze Handlung in die Lüfte verlagert. Aufregend wird es dann, wenn alle endlich auf Laputa ankommen. Hier tobt sich Miyazaki dann so richtig aus.

Die fliegende Stadt Laputa ist umwerfend. Nach der langen Wartezeit hat man sich ja schon selbst ein Bild von der Stadt im Kopf zusammengestellt, aber Miyazaki toppt selbst das noch. Die Gärten und Bauten sind super. Es gibt diese eine Einstellung, bei der Sheeta und Pazu in einen kleinen Teich schauen. Das ist aber nur eine kleine Öffnung zu einer unter Wasser liegenden Teil der Stadt, in dem riesige Fische herumschwimmen. Das ist einfach atemberaubend. Miyazaki trägt hier ordentlich auf, aber ohne mit Eindrücken zu überfordern. Laputa wird zu einer Stadt, die selbst in ihrem verfallenen Zustand einfach nur toll aussieht… da muss man sich dann nur vorstellen, wie es wohl früher ausgesehen haben mag.

Doch wie schon gesagt, die ganzen tollen optischen Eindrücke haben mich dann doch auch sehr an Nausicaä erinnert. Das fängt bei der Kleidung der Figuren an und geht bis hin zu den riesigen Luftschiffen und den kleinen Seglern, die schon auch sehr stark an das Tal der Winde erinnern. Aber auch die Roboter Laputas sehen dem riesigen Roboter aus „Nausicaä“ nicht ganz unähnlich. Und am ehesten fallen dann die Gemeinsamkeiten in einer Szene auf, wenn Sheeta und Pazu in einem Garten auf so kleine fluffige Viecher treffen, die genauso aussehen wie Nausicaäs Haustier Teto. Zumindest was die Designs angeht, schwingt sehr viel von „Nausicaä“ in „Das Schloss am Himmel“ mit. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass der Film nur ein billiger Abklatsch ist.

Er ist umwerfend. Die Figuren sind allesamt sehr interessant und gerade die Piratenbande von Dora sorgen für den ein oder anderen Lacher. Sheeta und Pazu geben ein äußerst dynamisches und liebenswertes Duo ab, bei denen man gerne mitfiebert. Einfach große Klasse, dieser Film, der natürlich auch wieder Miyazakis klassische Themen von Mensch, Technik und Natur in einer anspruchsvollen und unterhaltsamen Story verpackt.

Wertung: 9 von 10 Punkten (Miyazaki erschafft einmal mehr ein wunderbare Welt, die man nur zu gern selbst mal erkunden würde)

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6 Kommentare leave one →
  1. 21. August 2013 09:16

    Relative Zustimmung von meiner Seite aus. Ich war überrascht, wie Actionreich der Film angesichts seiner Zielgruppe geworden ist. Allerdings finde ich, dass „Nausicaä“ den anderen Ghibli-Meisterwerken in nichts nachsteht – daher nur relative Zustimmung 😉

    • donpozuelo permalink*
      21. August 2013 09:33

      Mein einziges Problem mit „Nausicaä“ besteht darin, dass ich vom Manga her viel mehr erwartet hatte. Ich mag aber auch den Film sehr. Nur hat mich halt viel in „Das Schloss im Himmel“ an „Nausicaä“ erinnert. Was jetzt aber nichts negatives sein soll.

  2. 21. August 2013 18:40

    Eine meiner Lieblings Myazakis neben Mononoke, Chihiro und Nausicaä. Im englischen spricht übrigens Mark Hamil den Bösewicht^^

    P.S. hihi Laputa hihi

    • donpozuelo permalink*
      21. August 2013 22:11

      Mark Hamil – echt??? Sehr cool. Dann muss ich den wohl tatsächlich noch einmal auf Englisch gucken.

      Und ja, La Puta… äh, ich meine, Laputa ist schon ein lustiger Name.

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