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Kampf der Universen

16. August 2013

Alles, was Spaß macht, geht irgendwann zu Ende. Manchmal mit einem guten Ende, manchmal mit einem schlechten. Das gilt fürs Leben genau so wie für liebgewonnene Serien. Nun ist das mit dem Ende einer Serie ja immer eine schwierige Angelegenheit. Man kennt die Charaktere, hat viele von ihnen lieben, einige von ihnen hassen gelernt… und dann muss man auf einmal von ihnen Abschied nehmen??? Da ist es immer gut, wenn man weiß, dass das Ende bald kommt. Hilft bei der Vorbereitung.

Zu wissen, dass das Ende naht, ist aber gerade bei J.J.Abrams-Serien ja nicht unbedingt einfach. Vielen dürfte das „LOST“-Finale möglicherweise noch schwer im Magen liegen – das sorgte ja damals noch einmal für eine Trennung unter den Fans: Es gab die, die es mochten und die, die damit nichts anfangen konnten und Abrams verfluchten. Gut, mittlerweile wissen wir, dass eher Damon Lindelof dafür die Schuld geben sollten (genauso wie für „Prometheus“). Der hatte zum Glück nichts mit Abrams „LOST“-Nachfolger „Fringe“ zu tun. Die Hoffnung, auf ein versöhnlicheres Finale bestand also.

Staffel Vier meiner hart erkämpften Lieblingsserie (hart erkämpft, weil es eigentlich erst so richtig ab Staffel Zwei interessant wurde, gerade Staffel Eins wirkte eher wie ein „Akte X“-Abklatsch) setzt genau da an, wo Staffel Drei aufhörte: Nachdem eine Brücke zwischen den beiden Universen geschaffen wurde, sieht sich das Fringe-Team um Olivia (Anna Torv), Peter (Joshua Jackson) und Dr. Bishop (John Noble) mit einem alten Feind konfrontiert:  Bösewicht David Robert Jones (Jared Harris) versucht, ein drittes, neues Universum zu erschaffen.

Staffel Vier ist, wie schon gesagt, eine saubere Fortsetzung zur dritten Staffel. Das „Universum-wechsel-dich“-Spiel wird dadurch ein bisschen verfeinert, dass Peter sich im Finale der dritten Staffel de facto selber ausgelöscht hat. In dieser neuen Zeitstruktur kennt ihn plötzlich keiner und so muss er hart daran arbeiten, vor allem seine große Liebe Olivia dazu zu bringen, ihn wieder zu erkennen. Staffel Vier setzt dem gewohnten Konzept dadurch noch einmal eine neue Komponente hinzu, die es gerade Joshua Jackson ermöglicht, sich als wichtiger Faktor der Serie zu profilieren. Staffel Vier ist somit noch sehr viel menschlicher und emotionaler – was nicht zuletzt durch verschiedene Liebesschwierigkeiten entsteht. So ein Liebesleben zwischen zwei Universen ist halt auch nicht einfach (aber ich will da jetzt auch nicht zu viel verraten).

Es gibt Action, es gibt spannende Fälle und vor allem den roten Faden, der zum Anfang der Serie immer ein bisschen gefehlt hat: Alles läuft darauf hinaus, die Vernichtung beider Universen zu verhindern. Natürlich artet das in einem großartigen Finale aus… und da fragte man sich schon ein bisschen: Wie wird dann wohl die letzte Staffel aussehen???

Nun, in der fünften Staffel greifen die Macher auf eine Folge der vierten Staffel zurück: Darin befinden wir uns im Jahr 2036, die junge Etta (Georgina Haig) kämpft im Widerstand gegen die Observer, die im Jahr 2015 mit einem Mal die Herrschaft der Welt an sich rissen. In den ersten paar Folgen der finalen Staffel sorgt das erst einmal für Stirnrunzeln. Man muss sich wirklich ziemlich schnell mit dieser neuen Umgebung zurecht finden, denn viel Zeit für Einführungen bleiben nicht. Das alte Fringe-Team hat in einer Art Bernstein-Überzug die Jahre überdauert und muss nun einen Plan vollstrecken, den Walter vor Ewigkeiten erstellte.

Vorher waren die Staffel immer um die 20 Folgen lang, jetzt gab’s nur noch 13. Dadurch wird die Handlung ziemlich rasch vorangetrieben. Was aber spätestens nach der zweiten Folge auch gut funktioniert: Man erfährt genug zur Hintergrundgeschichte der Invasion der Observer; gleichzeitig gelingt es den Machern der Serie den Bogen zu vorherigen Staffeln zu schließen. Besonders interessant wird es gerade dann, wenn Walter alte Fringe-Fälle rekonstruiert, um die Observer abzulenken.

Vom Look und Gefühl her wirkt Staffel Fünf fast ein bisschen fremd in unserem „Fringe“-Universum, doch gerade weil die Macher diesen Orwell’schen „1984“-Charakter so wunderbar in das ganze Geschehen integrieren, funktioniert die finale Staffel auch in ihrer Kürze.

Alle Charaktere bekommen noch einmal ihre persönlichen Momente, dürfen sich noch einmal beweisen… und auch dieses Mal überzeugt ein großartiger John Noble als Walter. Dieser Mann ist einfach der Größte und vor allem das Beste, was dieser Serie je passieren konnte. Ohne Noble hätte ich damals schon sehr viel früher aufgegeben.

So, vielleicht noch ein paar Sätze zum Finale: Es ist wunderbar. Wesentlich zufriedenstellender als bei „LOST“, spannend, emotional und einfach nur super.

Wertung:

Staffel 4: 8 von 10 Punkten (manchmal sehr verwirrend, aber mit ein paar sehr schönen Momenten)

Staffel 5: 9 von 10 Punkten (ein würdiger Abschluss in neuem Look – sehr gelungen)

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18 Kommentare leave one →
  1. 16. August 2013 08:46

    Wollte ich auch wieder mal weitergucken, die 3.te Staffel hab ich ja sogar noch gesehen aber bei der vierten hab ich irgendwie den Einstieg verpasst :/ da die Anzahl jetzt aber nur 13 Folgen ist wird ich mir das ganze, dann aber doch noch wahrscheinlich zu Ende an en

    • donpozuelo permalink*
      16. August 2013 09:12

      Zu Ende gucken musst du das auf jeden Fall. Du bist doch auch derjenige, der mich wieder dazu getrieben hat, die Serie zu gucken.

      Es geht alles echt sehr versöhnlich zu Ende und das Finale ist super geworden. Also unbedingt wieder weitergucken.

  2. 16. August 2013 10:03

    Ich fand das Finale auch ziemlich großartig. Wirklich unglaublich was aus der Serie geworden ist, wenn man die doch recht konventionelle erste Staffel bedenkt. Fand das Ende auch weit gelungener, als das von „Lost“.

    • donpozuelo permalink*
      16. August 2013 10:06

      Ich persönlich habe ja eigentlich nichts zu meckern an LOST… 😉

      Aber ja, „Fringe“ ist da sehr viel umgänglicher. Ich find’s toll und schade zugleich, dass sie die Serie schon beendet haben. Noch mehr wäre irgendwann zu viel gewesen, aber irgendwie ist’s trotzdem schade. Naja, muss man halt wieder von vorne anfangen 😉 Auch wenn die erste Staffel echt nicht so viel versprechend aussah.

  3. 16. August 2013 20:29

    Na ja, mir gefielen die Staffeln 1 bis 4 wirklich extrem gut und da Akte X in den letzten Staffeln so langweilig wurde, kam Fringe wesentlich erfrischender und sympathischer daher.
    Ich habe es ja schon bei mir geschrieben, die fünfte Staffel kam mir eher wie „ein Ende finden“ vor und war für mich die langweiligste. Der Schluss war auch echt gähn, aber ich war dann auch froh, als es vorbei war.
    Ein „universeller“ Kollaps wäre mehr nach meinem Geschmack gewesen 😆

    • donpozuelo permalink*
      18. August 2013 19:14

      Ja, Akte X hat unter den letzten beiden Staffeln extrem zu leiden. Aber das kommt davon, wenn man nicht weiß, wann Schluss ist. Ein kleines bisschen könnte man das von „Fringe“ vielleicht bei Staffel 5 sagen, denn so richtig wirklich war die eigentlich nicht nötig. Ich fand sie aber trotzdem ziemlich gut gemacht.

      „Fringe“ war schon eine coole Serie, auch wenn ich sie erst so ab Staffel 2 wirklich richtig lieben gelernt habe 😉

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