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Hit-Girl Rules Again!

14. August 2013

Mittlerweile dürften die meisten mit den Namen Mark Millar etwas anzufangen wissen. Nicht nur dass er an so gut wie allen Comics der großen Verlage wie DC oder Marvel schon herumgedoktort und auch tolle Werke geschaffen hat. Nein, er steht jetzt – so weit ich weiß – auch als Berater für alle Marvel-Filme zur Verfügung. Nur damit „Avengers“ und Co. noch tausendmal besser werden (wie es wirklich ist, lest ihr im Kommentar unten nach, da hat der Owley mich korrigiert und festgestellt, dass Millar nur für Fox zuständig ist und sich um die X-Männer und sonstiges kümmert). Aber wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist, dann hat er auch seine eigenen, kleinen Projekte, die dann nur zu gerne mal verfilmt werden. Einige davon („Wanted“ zum Beispiel) mit katastrophalen Ergebnissen, andere wiederum so gut, dass eine Zahl hinter dem ursprünglichen Titel schon zur Pflicht wird. Deswegen kommt nach seinem Erfolg mit „Kick-Ass“ nun „Kick-Ass 2“.

Ich gebe zu, ich bin damals nie so ganz warm geworden mit „Kick-Ass“. Den Hype darum habe ich nie verstanden. Und selbst als ich den Film dann doch irgendwann geguckt hatte, war ich gespalten. Den Kick-Ass-Teil fand ich so lala, den Hit-Girl-Teil dagegen großartig. Seitdem ich mich nun selbst zu einem großen Comic-Leser entwickelt habe und irgendwann auch die „Kick-Ass“-Comics durch hatte, war mir klar, dass „Kick-Ass“ zumindest eine gute Verfilmung ist. Aber ist es auch „Kick-Ass 2“?

Nach den dramatischen Ereignissen im ersten Teil (vornehmlich der Tod von Big Daddy – weswegen wir auf einen großartigen Nic Cage in diesem Teil verzichten müssen) kehrt ein wenig Normalität im Leben von Dave a.k.a Kick-Ass (Aaron Taylor-Johnson) ein. Gemeinsam mit Hit-Girl Mindy (ChloeMoretz) trainiert er fleißig. Doch diese Zusammenarbeit der „Superhelden“ wird dadurch erschwert, dass Mindys neuer Ziehvater Marcus (Morris Chestnut) von ihr verlangt, dass sie ein normales Leben führt. Während Mindy also versucht, sich „normal“ zu verhalten, macht Dave ohne sie weiter. Und ist dabei dennoch nicht allein: Er trifft auf Doctor Gravity (Donald „Turk“ Faison), der ihn mit Colonel Stars and Stripes (Jim Carrey) bekannt macht. Gemeinsam gründen sie die Gruppe „Justice Forever“. All das wäre wunderbar… wäre da nicht noch Chris D’Amico (Christopher „McLovin“ Mintz-Plasse). Im ersten Teil noch als Superheld Red Mist unterwegs will er sich nun als erster Super-Schurke unter dem Namen „The Motherfucker“ an Kick-Ass für den Tod seines Vaters rächen.

Die „Kick-Ass“-Comics geben jedem schon mal einen guten Vorgeschmack darauf, was man von den Filmen so erwarten kann. Umso alberner ist es, wenn sich ein Jim Carrey plötzlich zu Wort meldet und die Gewalt im Film verurteilt. „Lieber Jim Carrey, entweder das ist der beste PR-Gag des Jahres oder du bist ein Voll-Idiot!“ Meine Meinung!!! 😉 Der Comic lässt, was Gewalt angeht, echt nichts aus und haut zum ersten Band noch einmal ordentlich was drauf: Vor allem der Motherfucker killt hier ohne Gnade – selbst kleine Kinder sind vor ihm nicht sicher.

Im Film ist das natürlich alles sehr viel entschärfter und trotzdem ist auch „Kick-Ass 2“ einmal mehr ein wahres Schlachtfest. Regisseur Jeff Wadlow, der leider Gottes Matthew Vaughn ersetzt, serviert uns hier wieder ordentlich was, allerdings wirken die einzelnen Szenen auch recht lose aneinander gereiht und ohne richtigen Bezug. Wie schon im ersten Teil bleibt Hit-Girl, was Action und Gewalt angeht, die ungeschlagene Nummer Eins. Dafür ist dieser Avengers-Team-Up-Gedanke eigentlich ganz nett umgesetzt und mit Jim Carrey ist ein wunderbarer Colonel gefunden, dessen Ruf nach seinem Hund mit „Eisenhower, Schwanz“ sicherlich unter die Top Ten der besten Filmzitate des Jahres kommen könnte.

Aber ich muss gestehen, ich bin immer noch unschlüssig, was diese ganzen „Kick-Ass“-Filme angeht. So richtig zünden konnte auch der zweite Teil bei mir nicht. Und dabei macht Wadlow eigentlich nichts falsch. Im Gegenteil, er bleibt so weit es geht werkgetreu. Neben all den Kämpfen streut er auch immer wieder lustige Passagen ein, bei denen vor allem Chloe Moretz punkten kann, die versucht, als normales Mädchen Boybands, Dates und Cheerleading unter einen Hut zu bekommen. Gleichzeitig wird auch Aaron Taylor-Johnson dieses Mal etwas mehr gefordert und kann seinem Kick-Ass etwas mehr Tiefe verleihen. Wer dieses Mal aber deutlich heraussticht ist Christopher Mintz-Plasse, der in seinem „Motherfucker“ richtig aufgeht und einen herrlich verrückten Super-Schurken abliefert.

Und trotzdem sitze ich hier und denke mit gemischten Gefühlen an „Kick-Ass 2“. Liegt es daran, dass es zu werkgetreu ist? Liegt es daran, dass es sich anfühlt, als würde Wadlow einfach nur brav Episode für Episode abspielen, ohne einen in sich stimmigen Film abzuliefern? Ich weiß es nicht, irgendwie fehlte mir das Herz in dem Film. Die Lacher sind gut platziert, die Action kann sich sehen lassen und dennoch hat es mich nicht vom Hocker gehauen. Vielleicht liegt es daran, dass Wadlow dem ganzen keine eigene Note beisteuert. „Kick-Ass 2“ wirkte – trotz seines hier und da recht guten Unterhaltungswertes – uninspiriert und einfach nur so abgeleiert. Auch wenn die Comics sehr brutal sind, findet Millar immer Zeit für seine Figuren. Wadlow findet diese Zeit nur selten… und wenn er sie mal hat, dann vergeudet er sie mit doofen Highschool-Klischees (womit wir wieder bei Mindy wären) oder ist einfach viel zu schnell damit.

„Kick-Ass 2“ ist – zumindest für mich – ein Film mit guten Schauwerten – sprich: toller Action und ein paar durchaus kompromisslosen Gags. Aber irgendwie fehlt dem Ganzen die Seele, das kleine gewisse Etwas.

Wertung: 6 von 10 Punkten (vielleicht liegt’s auch nur an mir, aber ich werde einfach nicht so ganz warm mit den Kick-Ass-Filmen)

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8 Kommentare leave one →
  1. 14. August 2013 10:31

    Da kann ich dir – trotz unterschiedlicher Punktzahl am Schluss – generell zustimmen. Irgendwie fehlt etwas.

    Bezüglich Millar muss ich dich übrigens korrigieren – er ist zwar Berater, und das auch für Marvel-Filme, aber nur bei Fox, die nichts mit Avengers und Co. zu tun haben. Fox kümmert sich um die X-Men, Daredevil, Deadpool, die Fantastic Four und solches Gschmeus.

    • donpozuelo permalink*
      14. August 2013 12:49

      Irgendwas fehlt… danke!!! 😉

      Bezüglich Millar danke ich dir. ich dachte immer, der wäre für alles Marvel-Zeugs da jetzt irgendwie die Ansprech-Person. Aber gut, werde gleich mal einen Hinweis dazu in den Artikel mit einbringen. Wie gut, wenn schlaue Leute mitlesen 😉

  2. 14. August 2013 11:54

    Der erste Kick-Ass hatte mir schon echt Spaß gemacht, wobei ich dann kurze Zeit später festgestellt habe, dass Super der deutlich kompromisslosere Film ist, der auf einer ähnlichen Prämisse beruht – und vor allem nicht den Klischees erliegt.

    Beim zweiten Teil frage ich mich ohnehin, was noch großartig erzählt werden soll, vor allem über die Figur Kick-Ass wurde im ersten Teil einfach alles erzählt, was der „Charakter“ hergibt.

    • donpozuelo permalink*
      14. August 2013 12:51

      „Super“ hat bei mir persönlich noch weniger Anklang gefunden als „Kick-Ass“.

      Für den zweiten Teil wollte man halt mehr diesen Hype, den Kick-Ass im ersten Teil ausgelöst hat, aufleben lassen. Und so gibt’s dann halt ein paar mehr Superhelden. Allerdings wirkt das halt alles irgendwie einfach so zusammengewürfelt. Naja… einen dritten Teil noch und dann ist das auch abgehakt 😉

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