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Im Wald herrscht Krieg!

1. Juli 2013

Nein, wir reden jetzt nicht von Miyazakis „Prinzessin Mononoke“… obwohl ich mir ein bisschen wünschte, ich würde es tun. Denn wenn Miyazaki was anfässt, dann funktioniert das auf allen Ebenen: Dann ist das spannend, unterhaltsam und auch ein klein wenig lehrreich. Eine Kombination, die im allseits beliebten Hollywood-System nicht immer funktionieren will. Bei denen, so habe ich das Gefühl, geht nur eine Richtung: Entweder Unterhaltung oder lehrreich! Schlimmstes Beispiel ist dafür immer noch dieses merkwürdige „Der Lorax“-Fiasko, das eigentlich nur aus „Rettet den Wald“-Parolen bestand, aber als Film recht langweilig war.

Jetzt kommt mit „Epic – Verborgenes Königreich“ ein Abenteuer der Blue Sky Studios in die Kinos, das abermals außerhalb von Japan versucht, schicke Animationen mit Umweltproblematik zu vereinen. Die junge MK (im Original gesprochen von Amanda Seyfried) besucht nach Ewigkeiten ihren als sehr verschroben geltenden Vater (Jason Sudeikis). Der hockt in seinem Häuschen am Wald und hält Ausschau nach kleinen Männchen im Wald. MK schenkt dem natürlich keinen Glauben, doch wie es der Zufall so möchte, wird sie geschrumpft und befindet sich plötzlich in der Welt der Leaf-Men wieder, kleine Krieger, die gemeinsam mit ihrer Königin für das Fortbestehen des Waldes sorgen. Gefahr droht durch den gemeinen Mandrake (Christoph Waltz), der den Wald vernichten möchte. Gemeinsam mit dem jungen Nod (Josh Hutcherson), dem Anführer der Leaf-MenRonin (Colin Farrell) und den Schnecken Mub und Grub versucht MK, den Wald und damit auch ihre eigene Welt zu beschützen.

Ich gestehe, dass mich „Epic“ im Vorfeld nie sonderlich interessiert hat. Es sah schon in den Trailern eher aus als würde „Alice im Wunderland“ auf „Avatar“ treffen. Und auch wenn dieser Vergleich nicht ganz so unsinnig ist, ist aus „Epic“ doch ein recht unterhaltsamer Film geworden. Allerdings kann ich nicht genau sagen, für wen: Für Kinder dürften gerade die Mandrake-Szenen vielleicht eine Nummer zu düster sein. Da sind die großen Schlachten, die wirklich hervorragend sind, dann doch eher was für die Größeren. Das war’s dann allerdings auch schon fast für die Größeren, denn ansonsten bietet „Epic“ eigentlich nichts Neues. Die Story ist von Minute Eins vorhersehbar, die Figuren so klar strukturiert, dass man auch hier keine Überraschungen erwarten darf. Hier ist alles brav nach Schema F: Die Guten, die Bösen und die Lustigen!

Gut, vielleicht stelle ich an die Macher der „Ice Age“-Reihe zu hohe Ansprüche, aber wer seinen Film „Epic“ nennt, der muss damit rechnen, dass man genauer hinschaut. Was Blue Sky Studios unter der Regie von Chris Wedge aber wie immer großartig hinbekommen haben, sind die lustigen Side-Kicks. Die beiden Schnecken haben mich mit ihrem albernen Getue und ihren doofen Sprüchen über den Film hinweg gerettet.

Bei all der Kritik an der Story ist „Epic“ aber zumindest optisch wirklich ein Fest. Das 3D sieht wirklich gut aus, aber auch sonst hat man eine atemberaubende Mini-Welt erschaffen. Wenn man sich jetzt noch ein wenig mehr Mühe bei der ganzen Story gegeben hätte, wäre das großes, ja vielleicht sogar episches, Kino geworden. Im Endeffekt ist das aber auch wieder viel Gemecker für Nichts, denn für sein Zielpublikum ist „Epic“ wirklich ein unterhaltsamer Spaß.

Und: Was mir noch sehr gut gefallen hat, es gelingt dem Film, seine „Schützt die Umwelt“-Parolen schön subtil in die Handlung mit einzubinden. Das hat zwar noch nicht Miyazaki-Niveau, ist aber auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.

Wertung: 7 von 10 Punkten (nichts Neues, aber es sieht gut aus… und hat ein lustiges Paar Schnecken)

9 Kommentare leave one →
  1. 1. Juli 2013 08:36

    Defintiv viel zu viele Punkte!!!

    • donpozuelo permalink*
      1. Juli 2013 09:47

      Naja, als „Kinderfilm“ war der schon nicht schlecht. Aber wenn man dann doch den ein oder anderen Film in seinem Leben gesehen hat, dann begeistert das nicht so sehr. Trotzdem: Es sah gut aus und hatte… oh… ich glaube jetzt verstehe ich: Da mochte doch einer keine Schnecken. Richtig? Deswegen also weniger Punkte? 😉

      • 1. Juli 2013 11:38

        Mein Review folgt heute, da ich den Film zufällig auch erst kürzlich gesehen 😉

        Und jaaa fuuuuuuuuuuuuuuuck this slugs!

        • donpozuelo permalink*
          1. Juli 2013 21:19

          Aber die Schnecken waren doch voll coool!!!

        • 1. Juli 2013 22:51

          So cool wie eine Wurzelbehandlung

  2. luzifel permalink
    1. Juli 2013 08:46

    Ich mochte den Film. Das Ende hat mir nicht ganz gepasst mit MK und dem Leafmen aber irgendwas ist ja immer. Ich mag ja märchenhafte Abenteuer und das war eines davon. ^^

    • donpozuelo permalink*
      1. Juli 2013 09:47

      Och, das Ende fand ich eigentlich so ganz in Ordnung… der Rest war ja auch irgendwie nett, aber mehr auch nicht.

  3. 1. Juli 2013 11:15

    Die Schnecken sind wirklich das Highlight. Gehe mit der Wertung in Ordnung, kein echtes Meisterwerk…

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