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TFB II: Der Connery schlägt zurück

28. Juni 2013

Sean Connery kann einfach nicht genug von James Bond bekommen. Mit „Man lebt nur zweimal“ sollte eigentlich Schluss für ihn sein. Er wolle auch noch andere Rollen spielen als nur die eine, die ihn so berühmt gemacht hat. Also hörte Connery auf… und kam nach nur einem Film schon wieder. Dabei versaute er sich mit „Diamantenfieber“ sein gutes Agenten-Image. Immerhin soll Connery für seine Rückkehr damals ordentlich viel Geld bekommen haben… er wird es sicherlich verschmerzt haben. Schließlich sollte danach aus Schluss sein. Nie wieder Bond! Naja, nicht ganz… da ist noch dieses eine Mal im Jahr 1983. Da wurde Sean Connery noch einmal zu James Bond… auch wenn der Film nicht von Albert Broccoli produziert wurde und somit rein theoretisch kein richtiger Bond ist. Aber hey, schließlich ist es der Ur-Bond, Sean Connery… das kann doch nur richtig sein, oder???

In „Sag niemals nie“ (einfach nur ein doofer Witz auf Connerys eigene Aussage, nie wieder Bond zu spielen) macht der gute Sean eigentlich genau das Gleiche was er schon in „Feuerball“ gemacht hat. Denn: „Sag niemals nie“ ist einfach nur ein Remake: Wieder klaut S.P.E.C.T.R.E. Atomsprengköpfe und erpresst die NATO. Und wieder muss Bond (Connery) die Welt retten. Dafür fliegt er wieder auf die Bahamas, um S.P.E.C.T.R.E.-Schurke Largo (Klaus Maria Brandauer) zu beschatten und sich später in dessen „Freundin“ Domino (Kim Basinger) zu verlieben. Zwischendurch gerät er noch an verrückte Frauen, spielt merkwürdige Computer-Spiele und muss mit Mr. Bean… äh, Rowan Atkinson klar kommen.

1983 war das Jahr des doppelten Bonds. Und leider war es alles zu viel. Moores Auftritt in „Octopussy“ war ziemlich albern und traurig. Nicht sonderlich viel besser ist „Sag niemals nie“ geworden. Dabei waren die Voraussetzungen für das „Feuerball“-Remake eigentlich ziemlich gut: Nicht nur, dass Sean Connery mal wieder als Bond zu sehen war. Hinter der Kamera stand Irvin Kershner, der mit „Das Imperium schlägt zurück“ den besten „Star Wars“-Film aller Zeiten gedreht hat. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum Connery und Brandauer in einer Szene auch so ein merkwürdiges Computerspiel namens „Domination“ spielen müssen… wenigstens etwas dabei, das aussieht wie das Cockpit eines X-Wings. Braucht zwar kein Mensch, aber naja…

„Feuerball“ selbst war schon kein wirklich starker Film, da möchte man doch meinen, dass „Sag niemals nie“ es vielleicht besser machen könnte. Doch stattdessen macht der Film genau das Gleiche noch einmal… und dieses Mal sogar noch ein bisschen schlechter. Kershner verzichtet auf die großen Unterwasser-Schlachten, die seinerzeit von Terence Young inszeniert wurden. Doch dafür verzichtet Kershner fast komplett auf allzu große Action-Sequenzen.

Vielleicht hat das damit zu tun, dass Sean Connery nicht mehr unbedingt der Jüngste. Und auch wenn der 12 Jahre später eigentlich immer noch eine gute Figur macht, kann er doch nicht verheimlichen, dass er nicht mehr der Frischeste ist. Connery versucht sich zwar als nonchalanter Agent, doch man hat eher das Gefühl, dass er einfach nur müde ist. Man möchte fast, dass sich der „alte Mann“ einfach auf einem Stuhl ausruht. Da muss man sich nur immer wieder fragen, warum Connery so sehr darauf picht, sein Bond-Image mit diesen nachgeschobenen Filmen zu zerstören?

Es geht auch mit allem anderen weiter: Largo ist wie auch im Original ein kaum zu fürchtender Bösewicht. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass Klaus Maria Brandauer für mich persönlich nicht so richtig in diese Schurken-Rolle passt. Immerhin hat man dieses Mal auf die Augenklappe verzichtet.

Kim Basinger darf ihren durchtrainierten Hintern zeigen. Einmal mehr ein Bond-Girl ohne wirkliche Aufgabe. Schlimmer geht’s nur noch mit Barbara Carrera als „Evil Bitch“ Fatima Blush (ohne Worte!!!). Was bitte sollte diese Szene, in der sie Bond dazu zwingen will, seine Memoiren zu schreiben, nur damit er sie darin als die beste Sexpartnerin seines Lebens beschreibt??? Gruselig, albern und vollkommen unnötig!

Wie dieses Remake! Anstatt die Fehler aus dem Original zu verbessern und vielleicht einen letzten großen Sean-Connery-Bond abzuliefern, wird „Sag niemals nie“ zu einem weiteren Trauerspiel, das nicht an die Klasse früherer Connery-Bonds heranreicht.

Wertung: 4 von 10 Punkten (langweiliges und uninspiriertes Remake… dann doch lieber das Original)

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