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Berufserschrecker mal zwei

24. Juni 2013

Ich muss gestehen: Ich hatte wirklich nie Angst vor Sachen unter meinem Schrank oder unter meinem Bett. Nur vorm Wald hatte ich tierische Angst. Das lag aber daran, dass mir mein älterer Bruder mit viel Ausschmückung immer wieder von „The Evil Dead“ erzählte. Und Äste, die nach dir greifen wollen; Dämonen, die dich auffressen und Hände, die nicht tun, was du willst, das war gruselig. Wenn man mich damals zum Schreien bringen wollte, hätte man wohl eher mit einem Ast an die Fensterscheibe klopfen müssen, anstatt unter meinem Bett hervorgekrochen zu kommen. Für Berufserschrecker sicherlich eine nützliche Information.

Nützliche Informationen über die Welt des Erschreckens erhalten wir auch in einem durchaus amüsanten Film namens „Die Monster AG“. Darin lernen wir das Erschrecker-Team Sully und Mike kennen. Der eine groß, plüschig, große Zähne; der andere eigentlich eine grüne laufende Kugel mit Auge. In der Monster AG erzeugen sie Dank Kindergeschrei Strom. Interessanterweise fürchten sich aber die Erschrecker vor denen, die sie erschrecken. Als dann plötzlich ein Kind in der Monsterwelt auftaucht, bricht bei Mike und Sulley der Angstschweiß aus. Sie müssen das Kind los werden… und entdecken dabei außergewöhnliches.

2001 sorgte Pixar mit „Die Monster AG“ dafür, dass Monster wirklich gar nicht mehr so gruselig, sondern verdammt liebenswert wurden. Allein am verrückt-bunten Mischmasch aus Monstern konnte Pixar einmal mehr beweisen, dass sie es wirklich drauf hatten. „Die Monster AG“ war wirklich ein Fest für die Augen. Dazu kam, dass das Duo Sulley/ Mike einfach klasse war. Im Original von John Goodman (Sulley) und Billy Crystal (Mike) gesprochen, hat hier jemand penibel dafür gesorgt, dass jeder Gag, jedes Wortgefecht perfekt sitzt.

Aber auch ansonsten zeigt sich an „Die Monster AG“, dass Pixar nicht nur gut aussieht, sondern sich auch gut anfühlt. Die Story ist spannend gehalten und bietet sogar die ein oder andere überraschende Wendung. Mehr und mehr wird man von diesem Abenteuer in Beschlag genommen und fiebert fleißig mit, wenn Mike und Sulley sich abmühen.

„Die Monster AG“ ist ein charmanter, witziger und clever Film… Pixar, wie wir es kennen und lieben. Tja, und da wundert es kaum, dass das jetzt wiederholt wird. Mike und Sulley waren zwei Typen, die man einfach nur gern haben musste. Also grub Pixar (oder Disney???) sie wieder aus und präsentiert uns jetzt den zweiten Teil, der eigentlich der erste Teil, somit also das Prequel zu „Die Monster AG“ darstellt.

In „Die Monster Uni“ lernen wir einen optimistischen Mike kennen, der als Erstsemester an die renommierte Monster Uni kommt, um Erschrecker zu werden. Leider liegt ihm das nicht so sehr im Blut wie seinem Kommilitonen Sulley, der eine natürliche Begabung zum Erschrecken hat. Doch Talent ist nicht alles… und während Mike durchs Büffeln immer besser und besser wird, kommt Sulley einfach nicht voran. Freunde sind die beiden also nicht wirklich… aber dann müssen sie zusammenarbeiten, als sie bei den „Scare Games“ der Uni mitmachen wollen. Schließlich geht es um ihre Zukunft.

Im Gegensatz zu „Die Monster AG“ darf man in diesem Prequel keine großen Überraschungen erwarten. Da wir eh schon wissen, dass die beiden Monster Freunde werden, ist es nur eine Frage der Zeit, wann ihre Rivalität endet. Viel mehr Bedeutung kommt da der „Underdog-Story“ zu: Mike und Sulley treten mit einem Team aus liebenswerten Losern bei den „Scare Games“ an. Und auch hier bietet die Geschichte keine großen Überraschungen – wir wissen genau, was passieren wird. Gerade nach dem großartigen ersten Teil wirkt diese brav nach Schema F konstruierte Story ziemlich einfallslos. Fast so als wollte da jemand einfach nur eine fette Geldkuh ein zweites Mal melken.

Aber auch wenn die Story jetzt nicht das Gelbe vom Ei ist, der Rest hat mich verdammt gut unterhalten. An dieser Uni darf sich Pixar ein zweites Mal austoben und sorgt mit allerlei merkwürdiger Monster für absolute Reizüberflutung. Man möchte den Film am liebsten gleich noch ein zweites Mal sehen… nur um wirklich alles aufnehmen zu können. Dazu jagt ein Gag den nächsten… wenn man jetzt unken möchte, könnte man sagen, dass „Die Monster Uni“ eine lieblos ausgedachte Story einfach nur dazu verwendet, um witzige Gags mit noch witzigeren Monstern aneinander zu reihen. Und ja, auch wenn der Film nicht an seinen Vorgänger rankommt, ist es immer noch mit sehr viel Liebe gemacht… gleichzeitig wird auch sehr schön auf „Die Monster AG“ verwiesen (ein Double-Feature in falscher richtiger Reihenfolge lohnt sich also 😉 )

Insgesamt ist „Die Monster Uni“ zwar schwächer als „Die Monster AG“, sorgte aber trotzdem für genügend Lacher, um mich bis zum Ende gut zu unterhalten.

Wertung – „Die Monster AG“: 9 von 10 Punkten

Wertung – „Die Monster Uni“: 8 von 10 Punkten

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10 Kommentare leave one →
  1. 24. Juni 2013 12:18

    „Im Gegensatz zu „Die Monster AG“ darf man in diesem Prequel keine großen Überraschungen erwarten.“

    „Gerade nach dem großartigen ersten Teil wirkt diese brav nach Schema F konstruierte Story ziemlich einfallslos.“

    Dafuq? Ganz ehrlich, solch ein unerwartetes Ende nahm schon lange keine Pixar-Story mehr. Da kannst du mir doch nicht allen Ernstes sagen, dass der Plot vorhersehbar ist…

    • donpozuelo permalink*
      24. Juni 2013 12:37

      Okay, okay, eine große Überraschung darf man erwarten! Aber ich fand, dass das alles im Vergleich zum ersten Teil nicht so stark war. Trotzdem ist es ein toller Film, der mich gerade durch seine Gags und die vielen Monster extrem gut unterhalten hat. Also bitte nicht hauen! 😉

  2. 24. Juni 2013 13:54

    Ich fand University fast besser als Inc. aber wenn man darüber nachdenkt ist die Story ziemlich depremierend, da man weiss das Mike kein Erschrecker wird :/

    • donpozuelo permalink*
      24. Juni 2013 14:32

      😀 Ja, eigentlich schon. Denn schließlich wird sein Traum fast komplett zerstört. Aber getreu dem American Dream rappelt er sich wieder auf und findet einfach einen neuen Traum 😉 Somit ist doch alles gut.

  3. 25. Juni 2013 23:14

    Wowa, ob der Wreck-It Ralph schlagen kann?!
    Ich hoffe mal das stimmt nicht wirklich, dass ein Gag den nächsten jagt, denn sonst werde ich das bestimmt wieder negativ ansehen 😀

    • donpozuelo permalink*
      26. Juni 2013 08:56

      Naja, der Gag-Level wird schon gut hochgehalten. Aber viele Lacher kommen auch einfach von der irren Menge an merkwürdig aussehenden Monster 😉

      Ob der Wreck-It-Ralp schlagen kann? Ich würde mal sagen: Äh… nein. Eher nicht. Dafür lastet dem hier zu sehr der Titel „Teil 2“ an, auch wenn das nirgends so steht.

      • 26. Juni 2013 21:23

        Hmja, Wreck-It hat die Messlatte verdammt hoch gelegt. Naja, ich erhoffe mir von Monsters University auch nur leichte Unterhaltung.

        • donpozuelo permalink*
          27. Juni 2013 09:03

          Es ist leichte Unterhaltung, es ist gute Unterhaltung. Man kann eigentlich nicht zu sehr enttäuscht werden. Es ist lustig, es gibt viele Monster, es gibt die üblichen Uni-Klischees, die aber liebevoll aufgearbeitet wurden.

        • 27. Juni 2013 09:08

          Dacht ich mir 😉 Heutzutage machen die Animationsproduktionen wirklich wenig falsch ~

        • donpozuelo permalink*
          27. Juni 2013 09:33

          Das stimmt…

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