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Alles geht zugrunde

12. Juni 2013

Alles hat mal ein Ende. Manchmal ist es gut, manchmal schlecht. Leider scheint die Hollywood-Regel dahin zu tendieren, Abschiede eher schlecht zu machen. Oder andersrum: Die Millionste Fortsetzung war dann doch nicht so gut wie erwartet, weswegen man den Geldhahn einfach zudreht und der Flop dann als trauriges Ende dastehen muss. Auch ein Mann aus Stahl ist dagegen nicht gefeit. Dabei muss man sich schon wundern, war doch schließlich „Superman III – Der stählerne Blitz“ schon ein Riesenflop. Wahrscheinlich hat man sich gedacht, es würde nicht mehr schlimmer gehen und den vierten Teil trotzdem in Auftrag gegeben. Aber: Schlimmer geht immer… oder wie man es auch nennen könnte: „Superman IV –Die Welt am Abgrund“ (Wie gesagt, Abgrund ist ein passendes Wort!).

Lex Luthor (Gene Hackman) kann einmal mehr aus dem Gefängnis ausbrechen. Dieses Mal dank der Hilfe seines Neffen Lenny (Jon Cryer – ja, genau der!!!). Gemeinsam widmen sie sich Luthors größtem Ziel: Superman (Christopher Reeve) vernichten. Der ist aber mit ganz anderen Sachen beschäftigt – zum einen wird der „Daily Planet“ von einem mächtigen Konzern aufgekauft und die junge Lacy (Mariel Hemingway) wird neuer Chef… und wirft zudem noch ein Auge auf Clark. Zum anderen geht Superman dem Wunsch eines kleinen Jungen nach und hilft bei der weltweiten Abrüstung – sprich: alle Atombomben landen in der Sonne. Blöd nur, dass Luthor an einer der Raketen ein merkwürdiges Experiment befestigt hat: Aus einem Haar von Superman sowie einiger DNA-Experimente und der unglaublichen Macht der Sonne entsteht so Nuclear Man (Mark Pillow), der Superman vernichten soll.

Nuclear Man… muss man sich mal echt auf der Zunge zergehen lassen. Und dann sofort angewidert auf den Boden spucken. Nuclear Man!!! Ein Typ mit schlimmer Frisur und einem noch schlimmeren Outfit, der dank der Sonne fast noch mächtiger wird als Superman. Aber sobald er im Schatten steht, geht er ein. Yeah… was für ein Bösewicht. Mit dem darf Superman sich dann auch auf der ganzen Welt kloppen. Sie machen die Freiheitstatue kaputt, zerbröseln die Chinesische Mauer und sorgen anschließend sogar auf dem Mond für Chaos. Wäre ja ganz cool, wenn es nicht so extrem scheiße aussehen würde. Und ehrlich: Seid wann hat Superman den „Repariert-alles-in-Minuten“-Blick, mit dem die Chinesische Mauer wieder gerichtet wird??? Hitzeblick – okay. Röntgenblick – okay. Aber das… No!!!!

Es ist alles ein bisschen sehr traurig. Wahrscheinlich wurde Nuclear Man auch nur deswegen „geboren“, weil man sich an den Erfolg außerirdischer Superbösewichte a lá Zod in „Superman II“ annähern wollte. Doch Nuclear Man wird eine traurige, traurige Witzfigur. Man möchte lachen, obwohl man gleichzeitig nur weinen möchte.

Weinen möchte man auch, wenn man hört, wie „Superman IV – Die Welt am Abgrund“ überhaupt zustande gekommen ist. Christopher Reeve wurde bestochen – mit der Zusage, am Drehbuch mitschreiben zu dürfen. Selbst Gene Hackman soll angeblich die Rolle nur angenommen haben, weil man ihm einen Freifahrtsschein für seine nächste Rolle gab. Und dann war man sich auch noch sicher, dass man einige Szenen aus dem vierten Teil herausschnitt, um die dann gleich für den fünften Teil zu verwenden. Der zum Glück nie entstand.

Wenn Superman schon im dritten Teil nicht mehr gut wegkam, dann schaufelt er sich mit dem vierten Film sein eigenes Grab. Hier wirken selbst die Effekte noch schlechter als im allerersten Teil. Und Christopher Reeve macht sich auch nur noch zum Affen. Ganz gruselig wird’s bei einem Clark Kent/ Superman-Double Date. Clark trifft sich mit Lacy bei Lois Lane (Margot Kidder), die sich gleichzeitig mit Superman trifft. Gefühlt dauert dieses Theater Stunden, real sterben dabei die letzten Sympathien für Superman, die noch geblieben sind. Das Einzige, was einem noch bleibt, ist sich über Jon „Two and a half Men„Cryer zu wundern, der neben Nuclear Man den schrillsten und fragwürdigsten Auftritt des Films hat.

So geht mit „Superman IV“ der Mann aus Stahl baden. Man beließ es lange Zeit dabei. Zu schwerwiegend müssen die beiden Flops gewesen sein. Doch „Superman“ gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Comic-Figuren… totzukriegen ist der nicht. Weswegen man knapp zehn Jahre verstreichen ließ, um einen Neuanfang zu riskieren. Dafür schnappte man sich einen Mann, der es eigentlich drauf hatte. Bryan Singer hatte mit seinen beiden „X-Men“-Filmen gezeigt, wie gutes Comic-Kino aussehen kann. Leider entpuppte sich sein „Superman Returns“ ebenfalls als Flop.

Jetzt also liegt alle Hoffnung bei einem Mann. Dem Mann, der 300 halbnackte Männer ins Kino brachte, ohne das wir uns dolle schämen mussten. Dem Mann, der einen als zu Recht unverfilmbaren Comic zumindest ansatzweise doch verfilmte. Dem Mann, der seine Mädchenfantasien stylisch verfilmt hat. Wollen wir nur hoffen, dass Zack Snyder wirklich der Mann ist, der uns den Glauben an einen guten „Superman“-Film mit „Man of Steel“ zurückbringen kann. Nach drei Nieten… Ich bin gespannt!

Wertung: 2 von 10 Punkten (Nuclear Man!!! N-U-C-L-E-A-R M-A-N!!! Aaaaaaaaaaaaaahhhhhhh!!!!)

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17 Kommentare leave one →
  1. 12. Juni 2013 12:54

    Das Wort heißt Nukular, Nu-ku-lar! 😀

    • donpozuelo permalink*
      12. Juni 2013 17:41

      You just made my day!!! 😀

      Und verzeih bitte meinen schlimmen Rechtschreibfehler! 😉

  2. 17. Juni 2013 14:21

    Ahem. Du wirst meine Review zu diesem Film nicht mögen… 😉

    • donpozuelo permalink*
      17. Juni 2013 14:54

      Ich mag jede Review von dir!!!! Und ganz ehrlich, Superman wäre mir jetzt auch nicht so wichtig, um sich darüber groß zu streiten…

      Sagen wir mal so: Dieser Film hätte durchaus gut werden können, aber es gibt so viele Kleinigkeiten, die mich störten. Aber das ist ja auch nur die einsame, alleinige Meinung eines Mannes im großen WWW. 😉

    • 17. Juni 2013 15:24

      Da gibt’s ne Review? Link mal den Gib.

      • donpozuelo permalink*
        17. Juni 2013 15:41

        Ich hab auch schon geguckt. Scheint erst noch zu kommen. Wirst also erst einmal mit meiner Meinung vorlieb nehmen müssen 😀

        • 17. Juni 2013 16:29

          pff, ich hab meine eigene. 😉

        • donpozuelo permalink*
          17. Juni 2013 16:38

          Eine, die meine widerspiegelt natürlich 😉

        • 17. Juni 2013 16:45

          Mmhmjaaaaahhh, die Übereinstimmungs-Quote sank in letzter Zeit auf mikrige 95%, aber hier stimmen wir überein. 😉

        • donpozuelo permalink*
          17. Juni 2013 16:52

          95%??? Autsch… gar nicht gut. Das kriegen wir aber schon wieder hin!!! 😀

  3. 18. Juni 2013 11:20

    Beruhigt euch, Kinderchen… http://owley.ch/2013/06/18/series-superman-1978-2006/

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  1. Wo ist die nächste Telefonzelle? | Going To The Movies

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