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Superwaise aus dem All

3. Juni 2013

Welcher Superheld ist euch eigentlich so am liebsten? Die Auswahlmöglichkeiten sind ja nahezu unbegrenzt. Jede Fähigkeit – vom Unsichtbar-Werden über Mit-Fischen-Reden bis hin zum Fliegen oder Gedankenlesen – ist vertreten. Allerdings bin ich da längst nicht so bewandert wie ich es manchmal gerne hätte. Abgesehen davon, dass ich furchtbar gerne fliegen können würde, sind meine Superhelden-Favoriten immer noch ganz klar: Batsy und Spidey. Der Mann aus Stahl stand bei mir immer nur an zweiter (bzw. dritter) Stelle. Ich kann gar nicht genau sagen, warum, aber als Held hat er mich nie so sehr gereizt. Vielleicht liegt’s ja daran, dass er im Gegensatz zu anderen so extrem super ist, das er immer genau das Richtige tut und das er keine „dunkle“ Seite hat… wie gesagt, keine Ahnung.

Doch trotz meiner leichten „Abneigung“ (ein vielleicht etwas blödes Wort, aber mir fällt gerade nichts Besseres ein) komme auch ich nicht an „Superman“ vorbei. Und was wäre besser als sich in Vorbereitung auf den neuen (und hoffentlich verdammt guten) „Man of Steel“ noch einmal die alten Filme anzuschauen.

In klassischer Origins-Manier präsentiert uns Regisseur Richard Donner in „Superman“, alles Wieso und Warum und Weshalb. Auf dem zum Untergang geweihten Planeten Krypton macht sich Jor-El (Marlon fucking Brando) an die Arbeit, seinen Sohn Kal-El in einer kleinen Sonde auf die Erde zu schicken. Mit im Gepäck: Geheimnisvolle Kristalle, die dem Jungen später helfen sollen, alles über sich, über die Menschen und über Krypton zu verstehen. Nach seiner Bruchlandung auf der Erde finden ihn die Kents (Glenn Ford und Phyllis Thaxter), die den Außerirdischen als Clark aufziehen. Irgendwann ist Clark (Christopher Reeve) ein großer Junge und geht nach Metropolis, um beim Daily Planet gemeinsam mit einer charmanten, wenn auch kratzbürstigen Kollegin namens Lois Lane (Margot Kidder) zusammenzuarbeiten. Und während Clark so versucht, sein Leben normal wie möglich zu leben, muss er doch bald den Superhelden auspacken… denn der superreiche Schurke Lex Luthor (Gene Hackman) führt Böses im Schilde.

Puhhh… eine lange Inhaltsangabe, die gleich mal deutlich macht, dass Donner in diesem Film alle wichtigen Personen aus dem Superman-Universum auftreten lässt. Fans sollen sich hier gleich so richtig zuhause fühlen. Aber immerhin bekommt man dann auch alles geboten, was man an Superman so schätzt: Er fliegt!!! Zwar schön vorm Blue-Screen, aber er fliegt. Heute betrachtet fällt es einem schon extrem auf, dass der gute Reeve an Strippen vor blauen Wänden liegt und mit künstlichem Wind beschossen wird, damit das Cape wenigstens ein bisschen glaubwürdig im Wind flattert (was es leider nur nie tut). Doch als kleiner Junge hat mich das schwer beeindruckt und auch jetzt kann ich das gerade noch so im Kopf abschalten und einfach genießen. Vor allem wenn man bedenkt, dass das auch vor der großen Computer-Ära gedreht wurde. Respekt!!!

Respekt auch an Christopher Reeve. Gerade mal sein zweiter Film und dann gleich „Superman“. Da den armen Jungen keiner kannte, kommt sein Name im Vorspann auch erst an dritter Stelle nach Brando und Hackman. Und leider muss Reeve dann auch noch fast eine Stunde auf seinen Auftritt warten (schließlich kommen erst Baby Kal-El und der „Smallville“-Clark dran). Doch wenn Reeve dann endlich auftaucht, dann IST er Superman. Reeve gelingt sogar das Kunststück, sowohl Clark Kent als auch Superman jeweils eine unterschiedliche Note zu geben. Denn am schlimmsten ist und bleibt die menschliche Tarnung hinter einer einfachen Brille??? Reeves Clark ist wie ein schüchterner Schuljunge in der großen Stadt, ein bisschen naiv und trotz seiner imposanten Größe kaum auffällig – quasi unsichtbar. Doch wenn die Brille verschwindet und das Cape zum Vorschein kommt, ist davon nichts mehr zu spüren. Der rechtschaffende Superman fliegt herbei und rettet die Welt. Ganz ehrlich: Reeve passt gnadenlos gut in die Rolle… allein schon vom Aussehen.

Anders als man das vielleicht aus den Comics gewohnt ist (ja, den einen oder anderen Superman-Comic besitze ich auch), ist Mr. Lex Luthor fast schon ein bisschen gewöhnungsbedürftigt. Er ist zwar ein fieser Schuft und hat einen unglaublichen fiesen Plan auf Lager, doch wird er auch ein bisschen zu einer Witzfigur. Das liegt weniger an Gene Hackman, der toll spielt, sondern vielmehr an seinen beiden „Lakaien“ Mr. Otis und Mrs.Teschmacher. Besonders Otis ist ein merkwürdiger, stupider Kauz, dem Luthor alles doppelt und dreifach erklären muss. Der nervt ein ganz kleines bisschen sehr.

Aber ich beschwere mich nicht: „Superman“ ist ein spannender und witziger Film geworden. Die Anfänge von Superman werden vernünftig erklärt und Donner hält uns lange hin, bevor wir Superman endlich in Action sehen. Dann kann man sich aber beruhigt zurücklehnen und genießen.

Wertung: 8 von 10 Punkten (er fliegt und er rettet Menschen – was will man mehr?)

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13 Kommentare leave one →
  1. 3. Juni 2013 09:36

    Gestern auch gesehen. Das mit dem Fliegen stört mich bis heute nicht, ließ sich eben anders damals nicht umsetzen.
    Störender empfand ich dagegen die 50-minütige Exposition, die derart lang ausfällt, dass die finale Klimax irgendwie verpufft. Raketen auf Kalifornien, alles dem Erdboden gleichgemacht – okay. Dann mal los, Frau Teschmacher! Da fehlt mir irgendwie die Gravitas. Weniger wäre vielleicht mehr gewesen. Dennoch ein unterhaltsames Filmchen, an das „Man of Steel“ wohl nicht heranreichen wird.

    • donpozuelo permalink*
      3. Juni 2013 09:48

      Man muss wirklich lange warten, bis was passiert. Aber man wollte halt sehr genau sein… und da Donner ja auch gleichzeitig schon auf den zweiten Teil baute, muss man die ewig lange Einleitung hier wohl verschmerzen. Das mit dem Fliegen stört mich auch nicht, es sieht nur immer ein wenig lustig aus, wenn man es von heutiger Sicht betrachtet. Gerade weil man es anders gewohnt ist. Als kleiner Junge war das großes Kino. Und ist es jetzt immer noch… ich bin mal auch gespannt, wie „Man of Steel“ dagegen angehen will.

  2. 4. Juni 2013 14:21

    Konnte schon als Kind nicht verstehen, was die Leute an Superman finden und erst recht nicht an den Verfilmungen *muaaah* Ich mochte lieber „Das Ding“ oder Batman und seine tollen Gadgets :-)) Und das ist heute auch noch so ;D

    • donpozuelo permalink*
      4. Juni 2013 22:24

      Früher ließ man mich nur „Superman“ gucken. „Batman“ war zu düster. Mittlerweile bin ich da vollkommen deiner Meinung. „Batman“ ist einfach tausendmal cooler als der Mann mit der blauen Unterhose. 😉

  3. 11. Juni 2013 00:30

    Um auf deine Frage am Schluss zu antworten: Einen besseren Film?

    Fand den nicht schlecht, aber doch arg angestaubt, als dass er mir ohne Wenn und Aber gefallen könnte. Hat doch arge Längen und Lücken im Storytelling.

    • donpozuelo permalink*
      11. Juni 2013 10:10

      Echt??? Die Längen sind schon da, das kann man nicht abstreiten, aber irgendwo musste man ja anfangen. Als Origin-Story baut der ziemlich lange seine ganze Story auf und man wartet schon einige Zeit, bis es endlich richtig losgeht. Trotzdem ist es ein netter Anfang für „Superman“… auch wenn mich Lex Luthor hier echt ein wenig gestört hat. Aber zum Glück wird das ja im zweiten Teil etwas besser.

      • 11. Juni 2013 10:15

        Im zweiten Teil stört Lex Luthor noch ein bisschen mehr…

        • donpozuelo permalink*
          11. Juni 2013 12:14

          Fand ich jetzt nicht so. Vor allem, weil weniger er als Zod und seine Kumpane im Mittelpunkt stehen. Aber allgemein gesehen ist Gene Hackmans Lex Luthor schon echt sehr anstrengend. Das ist kein geniales Verbrecher-Genie, sondern eine Witzfigur, die immer tiefer und tiefer sinkt.

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