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TWB XIX: Rohrkrepierer

17. Mai 2013

Eine kurze Anmerkung zur Überschrift: Ja, man darf sie mehr oder weniger wörtlich nehmen.

Aber jetzt zum eigentlichen Thema: Darf man zu einem James Bond eigentlich spoilern? Ich meine, in den meisten Fällen ist doch eh klar, was passiert, oder nicht??? Wir sind mittlerweile doch schon beim neunzehnten Film angekommen. Große Überraschungen dürfen wir nicht mehr erwarten. Bond war schon tot (naja, so zum Schein auf jeden Fall), Bond war schon (für eine Minute etwa) verheiratet , Bond wurde schon gefeuert. Es kann uns doch eigentlich wirklich nichts mehr überraschen: Egal, was passiert, am Ende rettet er die Welt und bekommt die Frau. Doch meine Spoiler-Gedanken kommen nicht von ungefähr… und so werde ich in meiner „Anmerkungen“ zu „Die Welt ist nicht genug“ einen wichtigen Storyplot verraten müssen… sonst habe ich nichts weiter, was ich an diesem Film loben könnte (ich gebe mir trotzdem Mühe, es so subtil wie möglich zu machen – nur für den Fall, dass sich jemand diesen Rohrkrepierer doch noch anschauen möchte).

In „Die Welt ist nicht genug“ bekommt es Bond (Pierce Brosnan) mit dem fiesen Terroristen Renard (Robert Carlyle) zu tun. Der hat zuerst die Tochter des Industriellen Sir Robert King Elektra (Sophie Marceau) entführt, anschließend King selbst umgebracht und will nun den Bau der Öl-Pipeline sabotieren, die King (und nach ihm seine Tochter) von Aserbaidschan bis an die türkische Mittelmeerküste bauen will. Doch schnell kommt Bond hinter den wirklichen Plan und muss mit Hilfe der Wissenschaftlerin Christmas (Denise Richards) eine Katastrophe verhindern.

Ja, was soll ich dazu sagen? „Die Welt ist nicht genug“ ist der endgültige Beweis, dass es mit Bond nur noch bergab geht. Während man an „Der Morgen stirbt nie“ zumindest noch die Action loben konnte, fällt es bei diesem Film schon verdammt schwer, etwas lobenswertes zu finden.

Zugegebenermaßen hat man versucht, ein spannendes Drehbuch zu schreiben… so wird Bond hier mehr als einmal hinters Licht geführt und weiß nie so ganz genau, wem er eigentlich trauen kann. Gleichzeitig hat man auch versucht, Judi Denchs M etwas mehr Spielraum zu geben. Doch leider geht beides in die Hose: Judi Dench scheitert daran, dass sie komplett unterfordert wird. Sie darf zwar dieses Mal mehr sein als nur Auftraggeber, leider wirkt sie in allem nicht unbedingt wie die harte MI6-Chefin.

Was für Judi Dench gilt, gilt auch für den Rest der Story: Man versucht viel und hat sich sicherlich auch viel vorgenommen, doch so wirklich will der Funke nicht überspringen. Auf der einen Seite finde ich es toll, dass sie versucht haben, mal einen weiblichen Bösewicht zu zeigen. Leider ist Elektras Geschichte absolut albern und wirkt, als hätte jemand mal schnell was über Entführungsopfer gegoogelt.

„Die Welt ist nicht genug“ hätte gut werden können, fühlt sich aber eher an, als wären tausend Einzelteile eines Puzzles nicht richtig zusammengesetzt worden. Die einzelnen Charaktere wirken überzeichnet und gänzlich unglaubwürdig. Schlimmstes Beispiel dafür: Robert Carlyles Renard. Ich mag ja Carlyle, aber ähnlich wie Dench ist er hier komplett unterfordert.

Tja… findet wir noch irgendwas Gutes an diesem Film? Denise Richards vielleicht? Auch irgendwie unglaubwürdig. Eine geile Schnecke, die in Tank Top und Hot Pants irgendwo im Nirgendwo nur unter Männern arbeitet und auch noch Christmas heißt? Naja… immer noch besser als Pussy Galore 😉

Trotz all dieser vielen Fehler wird „Die Welt ist nicht genug“ auf ewig einen Platz in meinem Herzen haben… schließlich müssen wir uns von der Seele der Bond-Reihe verabschieden. Desmond Llewellyn verabschiedet sich. Q geht… und da hat dieser Film dann auch seinen emotionalen Moment (wenn ihn der neu eingeführte John Cleese nicht ständig kaputt machen würde). Für seinen letzten Auftritt hätte ich mir eigentlich mehr gewünscht… aber für einen guten Q-Moment schaut man sich einfach noch einmal „Lizenz zum Töten“ an!

Man könnte sich diesen Film schön reden, aber letztendlich bleibt er ein Rohrkrepierer. Einige Action-Sequenzen sind super (gerade die Jagd über die Themse ist super), aber sowohl Story als auch Darsteller können nicht wirklich überzeugen.

Wertung: 4 von 10 Punkten (Leb wohl, Q!!! Du wirst schmerzlichst vermisst!!!)

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5 Kommentare leave one →
  1. 17. Mai 2013 07:48

    Ach, ich habe diesen Teil eigentlich recht solide (7/10) in Erinnerung. Freu dich einfach schon mal auf den nächsten…

    • donpozuelo permalink*
      17. Mai 2013 08:44

      😀 Das klingt zu sehr wie eine Warnung!!!

      Was „Die Welt ist nicht genug“ angeht: Der hätte richtig gut sein können… man spürt ja, das eigentlich alles wichtige da ist, aber irgendwie hat’s für mich alles nicht so richtig zusammengepasst.

  2. 18. Mai 2013 16:44

    Der Film hat interessante Ansätze, doch vermag diese nicht zu nutzen.
    4 Sterne scheint mir dennoch etwas gar wenig…
    Bin gespannt auf dein Verdikt zu „Die Another Day“ 🙂

    • donpozuelo permalink*
      18. Mai 2013 20:47

      Da scheinen ja sehr viele drauf gespannt zu sein.

      Vier Punkte mögen hart sein, aber ich stehe dazu. Da waren einfach zu viele Sachen, die nicht genutzt wurden, um einen wirklich unterhaltsamen Film zu machen.

Trackbacks

  1. Rest in Pieces | Going To The Movies

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