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Klaatu, verata, n… irgendwas

6. Mai 2013

Horror-Film-Fortsetzungen kennen normalerweise nur eine Richtung… nach vorne und direkt rein in noch mehr Gewalt, noch mehr Blut und noch mehr Gemetzel. Inzwischen hat man zwar bei vielen „Fortsetzungen“ zwar auch den Rückwärtsgang gefunden (und nennt das Ganze dann Prequel), doch noch keiner hat hinbekommen, was Sam Raimi mit dem dritten Teil seiner „Evil Dead“-Reihe gemacht hat.

In „Evil Dead 2“ fand Ash (Bruce Campbell) eine Lösung für sein Dämonen-Problem: Er beschwört eine Art Zeittunnel, der das Böse einsaugt. Blöd nur, dass Ash vorher nicht seinen Anker ausgeworfen hat. So landete unser armer Held im zweiten Teil urplötzlich irgendwann im Mittelalter. Und hier befindet er sich im dritten Teil immer noch: Um wieder in zurück in die Zukunft zu gelangen (sorry, die Anspielung auf die beste Zeitreise-Reihe ever musste jetzt einfach sein), braucht er aber das Necronomicon. Doch das Böse stellt sich dem Mann mit der Kettensäge und der Flinte in den Weg.  Oh Mann, das Böse hat auch echt nichts gelernt!!!

Sam Raimi zieht es gnadenlos durch: Von der Hütte in die Vergangenheit. Über diese absurd-geniale Idee kann man eigentlich nur mit dem Kopf schütteln. Raimi geht hier ein hohes Risiko ein: vom Horror-Film zu Fantasy-Horror-Film. Doch gerade das macht „Evil Dead 3“ oder besser „Army of Darkness“ ja gerade aus. Statt den gleichen Aufguss mit der Hütte und dem Buch und den Dämonen noch einmal abzuliefern, erfindet Raimi sich noch einmal komplett neu. Das hätte alles furchtbar in die Hose gehen können, doch zum Glück ist „Army of Darkness“ das Beste, was der Reihe passieren konnte.

Ich liebe „Army of Darkness“. Ein Clash der Gezeiten, wenn man so will – der knurrige Ash gegen die feinen Damen und Lords des Mittelalters. Ein Mann, der genervt ist von dem vielen Mittelalter. Der Mann, der das Böse schon zweimal besiegt hat und dann kommt irgend so ein weiser alter Mann und will ihm noch Vorschriften machen. Wozu soll man die Zauberformel richtig aussprechen, wenn man das Ende einfach weghusten kann. Klaatu, verata, nnnnn… Am Ende wäre doch „Army of Darkness“ ein reichlich langweiliger Film gewesen, wenn Ash alles brav befolgt hätte. Außerdem hätten wir dann nie gesehen, wie Bruce Campbell aussieht, wenn er das falsche Buch nimmt, in ein schwarzes Loch gesaugt wird und plötzlich ein noch sehr viel größeres Kinn als vorher hat.

Ach was soll’s… „Army of Darkness“ ist Horror-Komödien-Gold. Ash kämpft gegen viele kleine Ashs, Ash kämpft gegen sein böses Ich, Ash kämpft gegen Skelette, Ash kämpft gegen eine ganze Armee. Hat noch irgendjemand Zweifel daran, dass Ash Williams die verdammt nochmal coolste Sau der Welt ist. Und was der Typ vor seiner Zeit als Dämonen-Vernichter so gemacht hat, verrät uns Raimi endlich auch.

Ihr merkt vielleicht schon, die objektivste Kritik ist das nicht unbedingt. Aber ich könnte jetzt auch hier Stück für Stück Szenen beschreiben, denn ihr werdet selten was finden, was an „Army of Darkness“ stört. Raimi beweist Kreativität, Campbell seine Komiker-Qualitäten und das Design- und Effekte-Team, was es im Verlaufe der Reihe so alles gelernt hat.

„Army of Darkness“ ist der perfekte Abschluss für eine Horror-Film-Reihe, die ihresgleichen sucht. Und demnächst womöglich, vielleicht auch finden wird. Was mich in Sachen „Evil Dead“-Remake halbwegs optimistisch stimmt, ist die Tatsache, dass Raimi und Campbell als Aufpasser mit dabei waren. Somit dürfte dann hoffentlich wenigstens bittebittebittebittebitte ein vernünftiger Film zustande gekommen sein. Interessanter ist dann nur noch die Aussage, dass Raimi selbst gerne seine Reihe fortführen würde… schließlich punktet auch „Army of Darkness“ mit einem netten Cliffhanger, an den Raimi wohl nun anknüpfen möchte.

Wir drücken die Daumen und schicken unsere Stoßgebete in Richtung Necronomicon… auf das es Ash noch einmal mehr das Leben schwer machen würde. Denn: Wenn jemand damit klar kommt, dann Ash „Chainsaw“ Williams.

Wertung: 10 von 10 Punkten (wir verlagern die Hütte ins Mittelalter, tauschen die Hütte gegen eine Burg und das unendlich Böse gegen eine Armee aus Skeletten… solange Ash Kettensäge und Flinte hat, ist alles in Ordnung)

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13 Kommentare leave one →
  1. 6. Mai 2013 06:13

    Ich sehe schon, die Trilogie muss nochmal geschaut werden :3

    • donpozuelo permalink*
      6. Mai 2013 09:02

      Auf jeden Fall!!! Pflicht! Vor allem jetzt, wo das Remake auf uns wartet. 😉

  2. 6. Mai 2013 07:41

    Du meinst wohl: „kommt ein weiser alter Mann“ und nicht weißer 😉

    Und ansonsten: Objektiv ist das nicht, aber recht hast du! 😀

    • donpozuelo permalink*
      6. Mai 2013 09:03

      Nein, ich meine den weißen alten Mann. Ich als alte Rothaut darf das so sagen 😉 Nein, Scherz… natürlich war der weise Mann gemeint.

      Naja, zum Thema Objektivität und Kritiken könnte man sich jetzt lange streiten. Aber ich sehe ein, dass es hier ein wenig mit mir durchgegangen ist. Aber warum auch nicht. Wenn’s gut ist 😉

  3. 6. Mai 2013 09:53

    Dürfte inzwischen wohl auch mein Lieblingszeil sein. Ich mag das Setting und die Skelette 😀

    • donpozuelo permalink*
      6. Mai 2013 10:06

      Die Skelette sind super. Aber die Mini-Ash-Armee ist auch super!!! 😀

  4. 9. Mai 2013 16:51

    Da gebe ich Dir recht, hier kann man einfach nichts ernsthaft bemäkeln 😀

    • donpozuelo permalink*
      9. Mai 2013 19:47

      Vor allen Dingen nicht „ernsthaft“ 😀

  5. 12. Mai 2013 17:46

    Passt 😀

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