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Verheiratet sein ist nicht leicht!

17. April 2013

Ich kann da nicht aus Erfahrung sprechen, aber ich nehme diese Überschrift jetzt trotzdem. Schließlich geht es im Regie-Debüt von Dan Mazer genau darum. Früher hat sich Mazer ja eher mit brachialer Komik auseinandergesetzt und gemeinsam mit Sacha Baron Cohen Filme wie „Borat“, „Brüno“ oder zuletzt „Der Diktator“ geschrieben und produziert. Jetzt will Mazer beweisen, dass er allein genau so lustig sein kann und drehte eine romantische Komödie. Eine romantische Komödie, die da anfängt, wo andere Rom-Coms aufhören… was auch schon wieder so ein blödes Klischee geworden ist. Das klingt immer so, als würde da jemand das Rad neu erfinden. Nun, ich kann so viel zu „Das hält kein Jahr…!“ sagen: Das Rad wurde definitiv nicht neu erfunden!

Nat (Rose Byrne) und Josh (Rafe Spall) verlieben sich und heiraten nach aufregenden sechs oder sieben Monaten. Doch schon während der Hochzeit machen sich erste Anzeichen bemerkbar, dass die beiden doch recht unterschiedliche Ansichten haben. Während sie auf keinen Fall einen schrägen Hochzeitstanz will, hat er die Choreografie schon einstudiert. Aber verschiedene Ansichten sind ja eigentlich nichts schlimmes… nur häufen die sich bei Nat und Josh zunehmend. Kompliziert wird die Lage dann auch noch, als Nat ihrem Geschäftskunden Guy (Simon Baker) verschweigt, dass sie verheiratet ist und Josh sich öfter mit seiner Ex-Freundin Chloe (Anna Faris) trifft.

Wie gesagt, der Spruch mit dem „Es beginnt da, wo andere aufhören“ ist schon ein bisschen lahm. Es klingt zwar so, als würde was vollkommen revolutionäres folgen, aber gerade im Fall von „Das hält kein Jahr…!“ würde ich jetzt nicht unbedingt von einem Meilenstein sprechen. Ja, ich habe an vielen Stellen schon gelacht, gleichzeitig gab es aber gut genau so viele Stellen, bei denen ich mich gefragt habe, wann es endlich vorbei ist. Da gibt es äußerst peinliche Dreier, fragwürdige Liebeserklärungen mit Tauben oder auch einen noch fragwürdigeren Stephen Merchandt, der alle „Unter-die-Gürtellinie“-Witze bekommt und damit irgendwann ebenfalls ziemlich nervt.

Dan Mazer hat zwar hier und da ein paar witzige Ideen – nur kostet er sich manchmal viiiiiiiiel zu lange aus. Da fängt etwas noch sehr komisch an, bewirkt aber nach einiger Zeit dieses merkwürdige Fremdschäm-Gefühl.

Den leicht grenzwertigen Stephen Merchandt hatte ich ja schon angesprochen, doch zum Glück taucht der nicht zu oft in diesem Film auf. Dafür aber Rafe Spall und Rose Byrne. Die beiden passen gut als Anti-Traumpaar zusammen. Sie geben ein gutes Team ab, selbst wenn sie sich insgeheim hassen. Dafür gibt’s dann ja noch Anna Faris und Simon Baker. Während Baker als Australier ein waschechtes Ami-Klischee spielen darf, hat man verkrampft versucht, aus Anna Faris ein Mauerblümchen zu machen, die einen der großen Fremdschäm-Momente des Films für sich beanspruchen darf/ muss.

Insgesamt funktionierte diese Figurenkonstellation nicht so richtig für mich. Die Chemie stimmte zwar weitestgehend, doch leider bliebe eigentlich so ziemlich jede Situation absolut vorhersehbar.

„Das hält kein Jahr…!“ wurde ja gemeinhin als der Überraschungshit des Jahres angepriesen. Überrascht hat mich nicht sonderlich viel, trotzdem konnte ich an vielen Stellen lachen. Es ist aber trotzdem nicht DIE Komödie des Jahres für mich geworden. Dafür erinnert der Humor dann doch zu oft an die schlechteren Sachen von Sacha Baron Cohen.

Insgesamt, würde ich sagen, ist „Das hält kein Jahr…!“ echt Geschmackssache. Einigen könnte der Humor besser gefallen als anderen. Ich bin in der (un)glücklichen Lage, dass ich irgendwo in der Mitte bin. Ich bin froh, den Film im Original gesehen zu haben, sonst wäre die Wertung sicherlich noch schlimmer. „Das hält kein Jahr…!“ hat ein paar nette Ideen, viele alte Ideen, die es als nett und neu verkauft und auch ziemlich viele Nullnummern.

Wertung: 5 von 10 Punkten (die Goldene Mitte… nichts überragendes)

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2 Kommentare leave one →
  1. 17. April 2013 08:41

    Mittelmässige Romcom? I’m out! 😀

    • donpozuelo permalink*
      17. April 2013 14:09

      Ja, is wohl auch besser so! Es hat zwar seine netten Momente, kann aber insgesamt nicht groß rausstechen.

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