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Monster-Jäger

27. März 2013

Nach meinen (nicht ganz so schlimmen) Anschuldigungen, „Van Helsing“ wäre cooler als Tommy Wirkolas „Hänsel & Gretel: Hexenjäger“ musste ich natürlich einfach nachziehen und mir Stephen Sommers „Van Helsing“ noch einmal anschauen. Zugegebenermaßen war meine letzte Begegnung mit „Van Helsing“ nämlich dann, als der Film damals vor EEEEEEEwigkeiten im Kino lief. Da kann es natürlich durchaus sein, dass ich mit meinen Vergleichen bei den Hexenjägern falsch lag. Bevor ich hier lange rumrede, will ich zumindest schon mal zwei Dinge voranstellen: a) Ja, diese Kritik wird darauf hinaus laufen, dass ich „Van Helsing“ cooler fand als „Hänsel & Gretel“ und b) nein, ich mache Wirkola deswegen trotzdem keine Vorwürfe, denn mit „Dead Snow“ hat er ja bewiesen, dass er es besser kann.

Aber kommen wir zu „Van Helsing“… dem Vampir-Kenner und Killer aus Bram Stoker’s „Dracula“. Für Stephen Sommers Fantasy-Action-Dingens wird Van Helsing mal ein bisschen umgeschrieben: Van Helsing (Hugh Jackman) ist so etwas wie der James Bond der katholischen Kirche. Ausgerüstet mit dem feinsten Technik-Schnick-Schnack von seinem eigenen „Q“ namens Carl (David Wenham) macht sich Van Helsing auf die Jagd nach allerlei böser Monster. Nachdem sein Auftrag, Dr. Jekyll (oder halt Mr. Hyde) dingfest zu machen, ordentlich in die Hose geht ,wird Van Helsing nach Transsilvanien geschickt. Hier soll er die letzten Nachfahren der Familie Valerious (unter anderem die bezaubernde Kate Beckinsale) schützen, die seit Generationen gegen Graf Dracula (Richard Roxburgh) kämpfen.

„Van Helsing“, der 007 des Vatikan – eine schräge Idee, die aber zumindest von Sommers konsequent durchgezogen wird. In klassischer Bond-Manier gibt’s erst die mehr der weniger abgeschlossene Mission, dann den neuen Auftrag, die Reise zum Missionsziel, Action, Stunts, einen Bösewicht und ein Bond-Girl. Nur im Gegensatz zu 007 geht „Van Helsing“ nicht immer ganz so galant und gentleman-like mit einigen Situationen um. Schließlich ist Mr. Van Helsing ein waschechter Monster-Jäger mit wallendem Haar und dem Motto: „Was ist es und wie kann ich es töten?“ Zum Glück wird uns dieser sympathische Eigenbrötler nicht nur als bloße Kampf-Maschine dargeboten. Er ist ein geheimnisumwitterter Mann, etwas in seiner Vergangenheit wartet nur darauf, enthüllt zu werden.

Doch bevor es dazu kommt, gibt’s auch erst einmal ordentlich auf die Nuss. Stephen Sommers kennt sich mit sowas ja ganz gut aus. Ob nun „Die Mumie“ oder „G.I. Joe“, der Mann verpackt seine Geschichten immer in so rasanter Action, dass man nicht unbedingt daran denkt, wie schwachsinnig und albern diese doch eigentlich ist. Genau das gleiche Kunststück gelingt auch mit „Van Helsing“: Die Story wird unerbittlich vorangetrieben, große Verschnaufpausen gibt’s nicht, dafür jede Menge Viecher. Für „Van Helsing“ wurden einfach mal alle bekannten Monster-Figuren aus der Grusel-Literatur hervorgekramt. Auf den ersten Blick mag man da jetzt denken, das wird alles viel zu viel. Aber es passt alles irgendwie zu einander. Die einzelnen Figuren werden gekonnt miteinander verbunden – und mal ehrlich: Werwölfe und Vampire sind doch mittlerweile eh unzertrennlich geworden.

Was man „Van Helsing“ vorwerfen könnte, wäre ein gewisser Drang zur Theatralik. Aber ICH werde das nicht tun. Ich fand das eigentlich irgendwie ganz witzig. „Van Helsing“ ist halt ein bisschen schrullig, ein bisschen albern, ein bisschen balla-balla.

Dafür punktet der Film zusätzlich mit Darstellern, die passender nicht hätten ausgewählt werden können. Hugh Jackman und Kate Beckinsale haben mir als Leinwand-Pärchen auf jeden Fall besser zugesagt als Jeremy Renner und Gemma Arterton. Jackman kennt sich in Sachen Wölfen ja eh bestens aus, und auf dem Gebiet „Vampire gegen Werwölfe“ gibt es wohl keine bessere Expertin als Beckinsale. Dazu kommt ein herrlich überspitzter Richard Roxburgh als Dracula, der drei bezaubernde „Bräute“ im Schlepptau hat.

„Van Helsing“ ist sicherlich auch nicht die Krönung der guten Action-Unterhaltung und könnte gerade in Sachen Animationen besser sein. Aber letztendlich hat mich dieser schräge Film doch deutlich besser unterhalten als die Jagd nach Hexen.

Wertung: 7 von 10 Punkten (viele Viecher und ein Wolverine – passt!)

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8 Kommentare leave one →
  1. 27. März 2013 08:16

    7 Punkte…hui das ist sogar besser als ich ihn bewerten würde, aber ja Beckinsale Lederhintern reisst da ziemlich viel raus^^

    • donpozuelo permalink*
      27. März 2013 09:03

      😀 Wie wahr, wie wahr. Ansonsten ist mir „Van Helsing“ als übereifriges Trash-Kino tatsächlich lieber als „Hänsel & Gretel“. Auch wenn Hugh Jackman ganz schön zu kämpfen hat mit seinen Mädchenhaaren trotzdem cool auszusehen 😉

      • 27. März 2013 09:23

        Ich muss jetzt ehrlich sagen dass H&G mir fast besser gefallen hat…ist halt einfach mehr Blutgespritze drin^^

        • donpozuelo permalink*
          27. März 2013 10:44

          😀 Das bestreitet niemand. Ich finde nur halt allein schon Jackman und Beckinsale ein wenig „glaubwürdiger“ als Renner und Arterton. Aber so wie es aussieht, werde ich wohl eher die beiden wiedersehen als den guten Van Helsing (Mal abgesehen von dem geplanten Remake mit Tom Cruise!!!!)

  2. 27. März 2013 09:09

    Ich fand den auch gar nicht so schlecht. Vielleicht 6 Punkte, aber doch weit besser, als sein Ruf…

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