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Leben und lieben mit 40

18. März 2013

Was haben die Leute nur immer mit ihrem Alter? Gerade das Alter mit der großen Null dahinter scheint die meisten schon zu schockieren… dabei frage ich mich immer ein bisschen warum. Wer zählen kann, der weiß, was nach einer Neun kommt. Aber gut, in unserer Gesellschaft wird man wohl sehr stark auf sein Alter reduziert… oder besser gesagt, Alter hat auch immer eine Bedeutung auf den Rest der Person. Alter bedeutet Lebenserfahrung, „Weisheit“ oder was auch immer. Ich muss dazu sagen, ich werde demnächst 30 und schiebe noch keine Panik. Warum auch???

Nun, vielleicht liegt es daran, dass ich (immer) noch keine großen Verantwortungen zu tragen habe (was ich in diesem Fall vor allem auf Kinder beziehe). Das sieht bei Debbie (Leslie Mann) und Pete (Paul Rudd) ein bisschen anders aus. Er versucht sich gerade mit einem eigenen Musik-Label zu verwirklichen, während sie ihre kleine Boutique betreibt. Beide feiern in der gleichen Woche ihren vierzigsten Geburtstag und gehen mit dem Altwerden auf unterschiedliche Art und Weise um. Doch dadurch häufen sich die Probleme in der kleinen Familie nur.

„Immer Ärger mit 40“ ist – zu aller erst – ein furchtbarer Titel. „This is 40“ klingt weniger dramatisch und ist gleichzeitig wesentlich ansprechender. An zweiter Stelle ist „Immer Ärger mit 40“ dann aber auch so etwas wie die inoffizielle Fortsetzung zu Judd Apatows „Beim ersten Mal“. Da waren Debbie und Pete nur Nebenfiguren und bekommen nun ihre Chance, sich zu beweisen.

Dabei stellt sich heraus, dass Paul Rudd und Leslie Mann wunderbar mit einander zusammenspielen. Man kauft den Beiden das Ehepaar von der ersten Minute an ab. Sie wirken, als wären sie tatsächlich schon seit Ewigkeiten mit einander verheiratet. Wenn er auf dem Klo hockt und auf dem iPad spielt, nur um währenddessen von ihr angeraunzt zu werden, dann glaubt man das. Ob die beiden sich nun streiten, sich mit Hasch-Brownies zu dröhnen – Rudd und Mann geben ein wirklich perfektes und vor allem stimmiges Leinwandpärchen ab. Da muss man sich fast schon wundern, warum Mann mit Regisseur Apatow verheiratet ist 😉

Sowieso… man muss sich schon wundern, wie viele dieser Streitigkeiten auf wahren Begebenheiten in der Beziehung Mann-Apatow beziehen. Aber wir wollen Mr. Apatow jetzt mal nicht unterstellen, dass er schon zu Viagra greifen muss. Nur zum iPad auf dem Klo vielleicht.

„Immer Ärger mit 40“ funktioniert also wegen der Chemie zwischen Rudd und Mann wunderbar. Auch die verschiedenen Nebenrollen sind mit Darstellern wie Jason Segel, Megan Fox oder John Lithgow wunderbar besetzt. Doch trotzdem hängt der Film irgendwann durch.

Klar, die Probleme des Alterns sind mannigfaltig. Alt werden ist nicht einfach, man muss es sich aber auch nicht unnötig schwer machen. Die Botschaft des Films „Altern ist immer eine Frage der Einstellung“ ist nett, nur nach 90 Minuten hätte dann auch Schluss sein können. Aber Apatow baut zahlreiche Nebenplots auf – so müssen neben den Beziehungsproblemen auch noch die eigenen Eltern und deren merkwürdigen Sichtweisen auf das Leben berücksichtigt werden – und diese Nebenplots strecken den Film extrem. Mit gut zwei Stunden ist „Immer Ärger mit 40“ für eine Komödie sowieso ganz schön lang geraten… Das wäre nicht schlimm, wenn die Gags weiterhin gut kommen würden, doch sind die Sinn-Findungsphasen dann ein bisschen zu überdramatisiert. Weniger wäre im Fall von „Immer Ärger mit 40“ echt besser gewesen.

Immerhin weiß ich jetzt, dass ich mich auch mit 40 noch wie ein kleiner Junge verhalten kann (aber das war mir schon vorher klar). Immerhin funktionieren Paul Rudd und Leslie Mann ausgezeichnet. Immerhin sitzen die meisten Gags. Somit ist „Immer Ärger mit 40“ also ein passabler Film, den diejenigen, die noch Interesse an „LOST“ haben, mit Bedacht schauen sollten. Eine wichtige Enthüllung der Serie wird auf ziemlich lustige Weise gespoilert.

Wertung: 7 von 10 Punkten (ein tolles Pärchen, ein etwas zu langer Film, aber trotzdem ganz okay)

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6 Kommentare leave one →
  1. 18. März 2013 09:44

    Rudd ist gut, Mann dagegen hätte ich an die Wand knallen können. Nicht im übertragenen Sinn. Sondern mit einer Waffe. Schwerem Geschütz.

    Aber gut, das Paar kauft man ihnen wirklich ab.

    Trotzdem fand ich den durchschnittlich. Kein Plot, und dann zum Schluss ein riesiges „Lets solve all our problems at once“-Finale. Und yeah, John Lithgow und Albert Brooks (bitte sofort nachtragen in deiner Liste) waren toll. Ebenso Megan Fox‘ Titten.

    Das wären Gründe, den Film zu schauen.

    Anders als der deutsche Titel, den ich gestern konsequent als „Zweimal für This is 40, ja?“ ausgesprochen habe. Man muss ja etwas gegen die Verdummung der Mitmenschen tun.

    • donpozuelo permalink*
      18. März 2013 10:26

      Was hast du denn gegen Mann? Ich finde, die hat was. Auf jeden Fall arbeitet sie echt gut mit Rudd zusammen. Den beiden kaufe ich das sofort ab, dass die wirklich so wären, wären sie denn ein Paar 😉 Und zum Ende merkt man halt schon sehr, dass die Ideen nachlassen und irgendwie alles in einen Topf geworfen wird. Das hätte man sicher besser machen können… und vor allem kürzer. Ob die Titten von der Fox nun wirklich ein Grund sind, den Film zu schauen, kann ich nicht beurteilen. Sie sind nett anzuschauen, das stimmt schon…

      Albert Brooks reiche ich nach 😀

  2. 18. März 2013 09:45

    Klingt gar nicht so schlecht. Den Trailer fand ich sogar richtig lustig. Woanders habe ich gelesen, dass der Film mit „This is 40 minutes too long“ hätte betitelt werden sollen… 😉

    • donpozuelo permalink*
      18. März 2013 10:28

      😀 „This is 40 minutes too long“ trifft es genau. Weniger wäre mehr gewesen. Es ist kein schlechter Film, reicht aber sicherlich, wenn man sich den in Ruhe zuhause anschaut. So dringend muss man den nicht im Kino sehen.

  3. 18. März 2013 09:47

    Was heißt mit gut 2 Stunden? 133 Minuten sind doch eher gut drüber 😉
    Da bist Du deutlich wohlwollender als ich, auch wenn mir Geschichten wie das Lost-Ding gefallen haben und ich viel gelacht hatte, insgesamt hat er mich genervt.
    Jetzt bin ich als nächstes auf Deine „Spring Breakers“ Kritik gespannt und ob er Dir so gut gefallen hat wie Deinem Boss 🙂

    • donpozuelo permalink*
      18. März 2013 10:29

      Ich fand ihn schon nicht schlecht, nur am Ende war halt einfach die Luft raus. Da wurde es mir dann ein wenig zu sehr in die Länge gezocken.

      Ja, „Spring Breakers“ veröffentliche ich am Mittwoch. Ich kann nur so viel sagen: Ich sehe das eher wie du in deiner Kritik. 😉

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