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TWB X: Projekt Atlantis

15. März 2013

Es ist soweit, „The Weekly Bond“ darf sein erstes Mini-Jubiläum feiern. Zehn Bonds sind mittlerweile schon an mir vorbeigerauscht. Schon während ich die Blu-Ray zu „Der Spion, der mich liebte“ in den Player schob, dachte ich mir: „Nicht schlecht!“ Da kann man als Produzent doch eigentlich nur glücklich sein, wenn man bereits zehn Filme mit ein und derselben Figur in die Kinos bringt. Glücklicher kann man wohl nur sein, dass diese Figur tatsächlich auch zu einer Ikone der Filmgeschichte geworden und eine der langlebigsten überhaupt ist. So etwas kann man nicht planen. Egal, wie man nun zu Bond steht, scheinbar muss diese Figur irgendwo einen Nerv getroffen haben. Vielleicht lag’s aber auch eher daran, wie die Filme – mit all der Action, den Technik-Gadgets, den exotischen Orten oder den Bond-Girls – gemacht wurden.

Doch der zehnte Bond-Film stand unter keinem guten Stern – Langzeit-Produzent Harry Saltzman verlässt das Team, die Suche nach einem passenden Skript und einem passenden Regisseur erweist sich als kompliziert… doch irgendwann war „Der Spion, der mich liebte“ dann doch fertig. Unter der Regie von „Man lebt nur zweimal“-Regisseur Lewis Gilbert muss Bond (Roger Moore) die Pläne für ein U-Boot-Tracking-System finden. Denn zwei Nuklear-U-Boote sind bereits verschwunden. Und erstmals arbeitet das MI6 eng mit dem KGB zusammen, weswegen Bond gemeinsam mit KGB-Agentin Anya „Triple X“ Amasova (Barbara Bach) auf die Jagd geht. Die führt sie nach Kairo und von da direkt auf die Fährte von Karl Stromberg (Curd Jürgens), der auf seiner Unterwasser-Station „Atlantis“ mehr betreibt als nur Unterwasserforschung.

Bond Nummer 10 beginnt stilecht mit einer großartigen Ski-Fahrt, die mit einem Basejump endet, bei dem der Union Jack als Fallschirm dient. God save the Queen… und Bond gleich mit. Was dann folgt, könnte man – wenn man sehr, sehr pingelig ist – als Wiederholung von „Man lebt nur zweimal“ bezeichnen. Statt Raketen werden U-Boote entführt, selbst die Gefängnisse der jeweiligen U-Boot-Besatzungen sehen aus wie in Gilberts erstem Bond. Statt dem Vulkan befindet man sich jetzt auf dem Wasser. Aber diese Vergleiche sind ungerecht… denn auch wenn die Story sich in Grundzügen ähnelt, schafft Gilbert doch etwas, dass sich als Jubiläumsbond wirklich sehen lassen kann.

Für mich war „Der Spion, der mich liebte“ immer vor allem deswegen so sehenswert, weil es furchtbar spannende Bond-Gimmicks gibt. Ob nun das Armband-Uhren-Fax oder der Ski-Stock mit Wumms… die Q-Abteilung hat wieder hervorragende Arbeit geleistet. Dazu kommt nach dem „Goldfinger“-Astin Martin das wohl zweite coolste Bond-Vehikel überhaupt: Der Lotus Esprit!!! In einer grandiosen Jagd werden Bond und Anya erst von einem Motorrad, dann von einem Wagen und schließlich sogar von einem Helikopter verfolgt. Doch der Lotus hält das aus… und wenn Bond dann den Wagen geradeaus ins Meer steuert, stockt einem kurz der Atem. Aber ein Auto von Q (Desmond Llewellyn) hat so einiges zu bieten – und so wird aus dem Auto ein U-Boot. Toll, toll, toll!!! HABEN WILL!!!

Ein ebenso starker „HABEN WILL“-Moment entstand bei Strombergs „Atlantis“-Station. Nicht nur sieht die von außen wie ein verdammt cooles UFO aus, innen ist sie mit großartigen Esszimmern oder futuristischen Relax-Räumen eingerichtet, die – wenn „Atlantis“ sich unter Wasser befindet – einen wunderbaren Blick zulassen. Dazu kommt ein Fahrstuhl in den Tod – für all die Menschen, die man nicht mehr leiden kann. Toll, toll, toll!!! EBENFALLS HABEN WILL!!!

Schön an „Der Spion, der mich liebte“ sind auch die Darsteller. Nachdem man sich in „Der Mann mit dem goldenen Colt“ für ein sehr dumm-blondes Bond-Girl entschieden hatte, ist Barbara Bachs russissche Agentin endlich mal eine sehr willkommene Abwechslung. Sie hat zumindest hin und wieder das Zeug, Bond gewisse Paroli zu bieten. Im Endeffekt landet sie zwar auch mit 007 im Bett, aber wenigstens muss sich der gute James dieses Vergnügen hart „erarbeiten“ 😉

Curd Jürgens sollte man zumindest kurz erwähnen, denn er macht seine Sache gut. Doch wirklich interessant wird in „Der Spion, der mich liebte“ ein anderer: Nach „Goldfinger“ und Oddball kommt mit Richard Kiels „Beißer“ ein Bond-Schurke, der in Erinnerung bleibt. Kiel ist ein Riese – einmal in Bewegung ist er nicht mehr zu stoppen. Dazu kommen dann noch die abgefahrenen Stahl-Beißerchen, die durch Eisenketten wie durch Lakritze gehen. Ein herrlich fieser und vor allem stummer Scherge!!!

Manchen Filmen geht ja schon bei der ersten Fortsetzung die Puste aus, ein James Bond muss sich da aber selbst bei seiner zehnten Mission nicht verstecken. Klar, gab es in der Zeit auch ein paar Nulpen, doch Bond schlägt sich wacker. Und wird auch noch lange Zeit weiter für uns die Welt retten.

Wertung: 9 von 10 Punkten (die Story ist ein bisschen geklaut, aber bestens aufgemotzt)

9 Kommentare leave one →
  1. 15. März 2013 07:48

    Oh man, wie oft hätte ich schon dieses Auto-U-Boot benötigt.

    Äh,.. toller Film, da hast du Recht. 🙂 Heute erinnert mich diese Meeres-Raum-Station an irgendeine Katze. Frag mich nicht wieso.

    • donpozuelo permalink*
      15. März 2013 10:16

      Das Auto-U-Boot ist wirklich toll. Ich weiß zwar nicht, wo ich das bisher hätte gebrauchen können, aber man kann ja nie wissen.

      Die Raumstation als Katze??? So habe ich das noch nie betrachtet 😉

      • 15. März 2013 10:19

        Doch doch, da gibt’s so ne Comic- oder Zeichentrickkatze, die genau so aussieht. Ich schwör’s! Ich komm nur nicht drauf. Nicht wundern wenn die nächsten Tage ein Kommentar eintrudelt nur weil es mir wieder eingefallen ist. 😀

        • donpozuelo permalink*
          15. März 2013 10:22

          Alles klar. Ich warte gespannt!

  2. 16. März 2013 11:55

    Mauzi von Pokemon?

    Anyway – ebenfalls ganz ordentlicher Film. Glaube ich. Ich weiss nicht mehr genau, wie ich so zu den Filmen stehe. Was du leider ganz gemeinerweise ausgelassen hast, ist Marvin Hamlishs cooler BeeGees-Soundtrack. Zieh dir mal Bond 77 rein. 🙂

    • donpozuelo permalink*
      17. März 2013 10:55

      Mauzi von Pokemon 😉 Wer weiß…

      Ja, es ist ein ganz ordentlicher Film, der Spaß macht und ja, du hast Recht: Es war nicht nett von mir Hamlish auszulassen.

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