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Mrs. Hitchcock

13. März 2013

Wie heißt es doch so schön: „Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau.“ Nur in den meisten Fällen wird die Frau durch den Erfolg gar nicht beachtet… ein bisschen so wie in dieser einen Simpsons-Folge, in der Marge zur perfekten Schreinerin wird, aber immer Homer vorschieben muss, weil keiner einer Frau zutraut, handwerklich begabt zu sein. So in etwa zumindest. Und nun muss ich auch zugeben, dass ich nicht wusste, dass Mr. Alfred Hitchcok ebenfalls so eine Frau an seiner Seite hatte. Zum Glück für mich (und alle anderen) gibt’s da ja Sacha Gervasi. Der beglückt uns jetzt nämlich mit einem Biopic über den Master ofSuspense und seinen vielleicht berühmtesten Film „Psycho“.

Alfred Hitchcock (Anthony Hopkins) hat gerade „Der unsichtbare Dritte“ in die Kinos gebracht und ist auf der Suche nach neuem Stoff für seinen nächsten Film. Durch einen Zufall stößt er dabei auf das Buch „Psycho“ von Robert Bloch, der darin über den Serienmörder Ed Gein schreibt. Für Hitchcock ist klar: „Das wird mein nächster Film!“ Doch die Studios sind skeptisch, und selbst Hitchcocks Frau Alma (Helen Mirren) ist nicht sicher, ob dieses Buch geeignet ist. Aber Hitchcock lässt sich nicht überreden und beginnt mit den Vorbereitungen. Auf eigene Kosten… was ihm im Verlauf der Dreharbeiten zunehmend zu schaffen macht.

Er hat über 50 Filme gedreht und hat sich mit vielen von ihnen auf ewig einen Platz in der Filmgeschichte und in den Herzen von Filmfans gesichert. Der Name Alfred Hitchcock muss nur erwähnt werden und jeder weiß, um wen es geht. Der Mann, der sich nur für Sekunden vor die Kameras traute (und somit immer ein Easter-Egg in seinen eigenen Filmen geworden ist), bekommt jetzt einen ganzen Film.

Mit Anthony Hopkins ist dafür auch jemand gefunden, der Hitchcock zu großer Leinwandpräsenz verhilft und dessen trockenen Humor auch gut rüberbringt. Jetzt bleibt natürlich die Frage, ob Hopkins in seinem Fatsuit Hitchcock wirklich ähnelt, aber das ist Haarspalterei. Kostüm und Make-Up wirken natürlich; Hopkins wird zu Hitchcock. Dabei geht es ja nicht unbedingt nur um Hitchcock, sondern zu einem großen Teil auch um die Frau, die ihm zur Seite steht. Helen Mirren porträtiert Alma Reville als unglaublich starke Frau, die aber dennoch nicht ignorieren kann, dass ihr Mann immer wieder und wieder den blonden Stars hinterherschielt (gut, in diesem Fall ist das mit Scarlett Johansson als Janet Leigh auch ein kleines bisschen gerechtfertigt). Mirren und Hopkins bieten ihre besten Leistungen, wenn sie sich in Wortgefechten gegenüberstehen. Dann wird deutlich, wie sehr Alma unter ihrem Mann leidet und wie wenig er sich eigentlich darum schert. Was Regisseur Sacha Gervasi gut hinbekommt, ist das Porträt eines egoistischen Mannes, der auf die harte Tour lernen muss, dass er seine Frau dringend braucht.

Damit wäre dann aber auch geklärt, dass „Hitchcock“ sich weniger um die Dreharbeiten zu „Psycho“ beschäftigt, sondern mehr um den Regisseur und seine Frau während des Drehs. Es wird eigentlich nur genauer auf die Arbeiten an der berühmten Duschszene geschaut, alles andere passiert im Hintergrund, dient nur als Vorlage. Ich persönlich fand das ein wenig schade, hatte ich mir doch ein bisschen mehr von den Dreharbeiten zum Film an sich gewünscht… um auch den Regisseur Hitchcock besser kennenzulernen.

Trotzdem schafft es Gervasi – auch mit ein paar kleineren Durchhängern – einen amüsanten und beizeiten auch nahegehenden Film zu drehen. Es gibt immer wieder hervorragende Momente. Am besten ist jedoch der, wenn Hitchcok bei der Premier von „Psycho“ im Foyer des Kinos wartet und während der Duschszene die Musik mitdirigiert. Oder wenn er am Anfang und am Ende kurz als Erzähler auftaucht und eine Krähe auf seiner Schulter landet… als kleiner, feiner Verweis auf seinen nächsten Film.

„Hitchcock“ hat mich jetzt nicht vom Stuhl gerissen. Vieles kennt man als Hitchcock-Fan möglicherweise schon, anderes ist vielleicht neu. Gervasi beleuchtet ein wenig den Mann hinter all der Spannung, rückt ihm jetzt aber auch nicht zu nahe. Was gut und schlecht sein kann… aber im Gegensatz zu anderen Biopics ist „Hitchcock“ manchmal vielleicht doch ein bisschen zu oberflächlich.

Wertung: 6 von 10 Punkten (man sollte vielleicht doch lieber bei Hitchcocks eigenen Filmen und den Interviews mit François Truffaut bleiben)

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