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Yippie Ki-Yay, Mother Russia

18. Februar 2013

Roger Murtaugh aus „Lethal Weapon“ war immer zu alt für den Scheiß, doch er machte ständig weiter. Und so wie er machen andere ebenfalls fröhlich weiter, auch wenn sie möglicherweise, eventuell schon zu alt für den Scheiß sind. Hollywoods Action-Opas sind zwar zu alt für den Scheiß, müssen es aber immer noch einmal versuchen. Harrison Ford ging damit unter (böser Indy 4!!!), Silvester Stallone schaffte es immerhin, sich ein eigenes kleines Action-Rentner-Franchise aufzubauen (willkommen im Seniorenheim „The Expendables“), „Terminator“-Arnie versucht’s auch gerade noch mal (will sogar als „Conan“ zurückkehren) und Mel Gibson will’s demnächst auch noch mal versuchen.

Opa Nr. 5 geht nun ebenfalls ins Rennen: Motherfucking John McClaneis back. Und im Gegensatz zu seinen Kollegen sieht man Bruce Willis sein Alter nicht so sehr an. Der Mann mit dem kahlen Kopf gibt immer noch eine gute Figur… Warum also kein „Die Hard 5“?

Damit sich die alten Herren nicht zu sehr erschrecken, wird in „Stirb Langsam 5 – Ein guter Tag zum Sterben“ das Böser-Russe-Klischee wieder ausgepackt: Eigentlich will John McClane (Willis) nur Urlaub machen und seinen Sohn Jack (Jai Courtney) aus dem Knast zu holen. Was John aber nicht weiß: Jack ist CIA-Agent und mehr oder weniger freiwillig im Knast. Hier will er nämlich an Yuri Komarov (Sebastian Koch) ran, der gegen einen ranghohen russischen Politiker aussagen will – im Austausch für seine Sicherheit. Doch natürlich geht das alles ordentlich schief… und schon bald macht John McClane das, was er am besten kann: den bösen Buben gehörig in den Arsch treten.

Ich sage es gleich frei heraus, „Stirb Langsam 5“ ist ein hervorragender Action-Kracher, aber kein richtiger „Stirb Langsam“ mehr. Was vor allem ein dem äußerst gruseligen Drehbuch liegt. Drehbuchautor Skip Woods hat es offenbar nicht so sehr mit Story… denn die, die er sich ausgedacht ist, ist ziemlich hanebüchen. Es sollte allerdings auch nicht verwundern, denn Woods hat schon in der Vergangenheit durch wenig Originalität geglänzt. Er versaute schon den Origins-Film für „Wolverine“, den Kino-Auftritt des A-Teams und so wie ich gehört habe, wohl auch den von Killermaschine „Hitman“. Was alle Filme mit „Stirb Langsam 5“ gemein haben, ist die traurige Tatsache, dass sich Woods Drehbuch wenig um die Figuren selbst kümmert. John McClane war immer ein Action-Held zum Anfassen. Einer, der clever, aber auch verdammt stur war. Einer, der kein Strahlemann und trotzdem verdammt sympathisch war. Im Endeffekt ruht man sich hier zu sehr darauf aus, dass ja so ziemlich jeder John McClane kennt – denn es wird nichts Neues über ihn erzählt.

Dafür darf er sich als Vater ausprobieren. Jai Courtney gibt einen passablen Sohnemann ab (Oh Gott, höre ich da schon den Reboot-Alarm???), aber auch er dient nur als Vorlage, um immer wieder mit der Alterskeule auf John McClane draufzuhauen.

„Stirb Langsam 5“ ist also kein Charakter-Action-Film mehr. Die Figuren bleiben bloße Stichwortgeber… aber gut: Charakter fällt zwar (leider) weg, dafür fährt Regisseur John Moore (ja, der, der die „Max Payne“-Verfilmung in den Sand gesetzt hat) in Sachen Action ordentlich was auf. Und mit ordentlich ist auch wirklich ordentlich gemeint. Allein die Verfolgungsjagd quer durch Moskau ist grandios in Szene gesetzt – schon jetzt wahrscheinlich eine der besten Action-Szenen des Jahres (ja, ich bin mal so frech und sage das so!). Aber auch beim Rest lässt sich Moore nicht lumpen: Neben den üblichen Schießereien werden ja seit Teil 4 auch Hubschrauber immer beliebter – hier allerdings übertreibt es Moore an ein, zwei Stellen vielleicht ein kleines bisschen. Aber wir können es ihm verzeihen, denn die Action-Sequenzen machen in „Stirb Langsam 5“ saumäßig Spaß.

Somit wären wir wieder bei der Ausgangsformulierung angekommen: „Stirb Langsam 5“ ist ein guter Action-Film, aber kein guter „Stirb Langsam“-Film. Am Ende bleibt John McClane absolut austauschbar und geht einem nach einer Weile auch gehörig damit auf den Sack, dass er immer und immer wieder nur den einen Spruch abliefert. Zum Glück gibt’s jede Menge gute Action… und das entschädigt. Zumindest ein bisschen.

Wertung: 6 von 10 Punkten (It’s Die Hard, baby… or what’s left of it)

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7 Kommentare leave one →
  1. 19. Februar 2013 01:48

    Immerhin ist der Film besser als 4.0 (was ja nicht wirklich schwer zu bewerkstelligen ist…).
    Im direkten Vergleich mit den ersten drei Filmen, die ja tatsächlich noch eine vernünftige und einigermasen logische Handlung aufwiesen, zieht dieser Streifen klar den Kürzeren.

    • donpozuelo permalink*
      19. Februar 2013 09:25

      Ich kann mich nur noch schwer an 4.0 erinnern. Ich glaube, ich fand den ganz okay… wie gesagt, nur meine Erinnerung. Von der Story fand ich Teil 5 doch arg absurd, aber wenigstens die Action war wirklich gut. Nur Bruce Willis ist halt echt absolut austauschbar in dem Film.

  2. 21. Februar 2013 13:15

    Stimme dir zu: Grossartige Action, aber kein Die Hard mehr. Das liegt auch daran, dass John McClane ein doofer Sohn zur Seite gestellt wird. Der ist überflüssig.

    • donpozuelo permalink*
      21. Februar 2013 15:03

      😀 Ich fand Jai Courtney gut, aber die Rolle scheiße. Hat wirklich nichts zur Story beigetragen.

      Ist irgendwie schade für die Reihe. Dabei glaube ich, dass Willis mit einem guten Drehbuch da wirklich noch was reißen könnte.

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