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TWB III: Die Frau in Gold

25. Januar 2013

Shirley Eaton hatte hier und da ein paar Auftritte in Film und Fernsehen. Richtig berühmt wurde sie mit keiner ihrer Rollen. Das änderte sich schlagartig… wenn auch vielleicht auf eine etwas merkwürdige Art und Weise. Schließlich bestand die Rolle, die sie weltweit bekannt machte, aus nicht all zu viel. Eaton durfte ein bisschen was sagen, mit dem wohl berühmtesten Agenten der Filmgeschichte ins Bett steigen und anschließend musste sie sterben. Überzogen mit Gold… Ihr kleiner, aber feiner Auftritt als goldene Leiche im dritten Bond-Abenteuer „Goldfinger“ ist ein Klassiker geworden und wird auf ewig mit diesem Film verbunden werden. So wie Eaton halt mit dem Goldenen Mädchen (weswegen sie auch ihre Autobiografie genau so nannte).

Der Name Shirley Eaton mag vielleicht in Vergessenheit geraten, aber die Frau in Gold bleibt ihr. Dieses güldene Geschenk bekommt Agent James Bond (Sean Connery) vom Milliardär Auric Goldfinger (Gert Fröbe), den Bond in Miami beim Falschspielen auffliegen lässt. Nach der Goldfingers Racheakt bemüht sich Bond beim MI6, um den Auftrag, Goldfinger aus zu spionieren. Denn Goldfinger plant einen ganz großen Coup auf die Goldreserven der USA.

Alle guten Dinge sind drei. Bei den zahlreichen Fortsetzungen, durch die wir uns heutzutage zu quälen müssen, ist dann nicht unbedingt immer der Fall. Doch Mr. Bond macht da – einmal mehr – eine angenehme Ausnahme. Eine äußerst angenehme Ausnahme, die den dritten Auftritt von Mr. Bond zu einem der besten überhaupt macht. Was nicht zuletzt auch daran liegt, dass „Goldfinger“ einfach mal den Standard setzt für den Rest von Bonds Lebenszeit. Man könnte dazu eine ewig lange Liste machen, deswegen erwähne ich vielleicht nur kurz die wichtigsten Sachen:

Es fällt in „Goldfinger“ sofort auf, dass der Film mit einer Mission anfängt, die Bond gerade zum Abschluss bringt. Nach – natürlich – geglückter Mission kommt dann das Intro mit Song. Und „Goldfinger“ hat dank Shirley Bassey einen Bond-Song, der gleich zum Welthit wurde. Dieses Schema – letzte Mission plus Song – wird von nun an ein wichtiges Erkennungsmerkmal für Bond. Ein Bond ohne genialen Song ist irgendwie kein richtiger Bond mehr.

Endlich bekommt Bond in „Goldfinger“ richtiges Technikspielzeug. Der Koffer aus „Liebesgrüße aus Moskau“ war ja nett, aber nichts, weswegen man ein ganzes Team von Erfindern bräuchte. In „Goldfinger“ nun dürfen wir das erste Mal in das Reich von Q (Desmond Llewelyn) blicken. Hier sehen wir Wissenschaftler, die an allerlei verrückten Sachen arbeiten, die die Arbeit eines Agenten im Dienste Ihrer Majestät erleichtert. Dazu gehört auch ein Auto – DAS Auto. Der Aston Martin DB 5. Klassische Eleganz gefüllt mit Maschinengewehren, Schleudersitz und Ortungsgeräten. So sieht ein Agentenfahrzeug aus.

Ebenfalls wichtig – aber das wissen wir zu diesem Zeitpunkt natürlich schon längst – ist der Schurke. Im Gegensatz zum Vorgänger wird in „Goldfinger“ aber kein Ost-West-Konflikt heraufbeschworen, auch wird S.P.E.C.T.R.E. nicht erwähnt. Goldfinger ist ein eigenständiger Bösewicht, der selbstständig denken kann. Auch wenn man wohl gerne Orson Welles als Goldfinger gesehen hätte, ist Gert Fröbe ebenfalls eine gute Wahl (Dabei wird auch gleich noch eingeführt, dass jeder Bösewicht seinen Plan lang und breit ausplaudern muss!!!) Der kann Connery gut Paroli bieten. Auch wenn die Paroli wohl eher durch den Henchman Oddjob und seinem merkwürdigen Hut kommen (ein Hut mit scheinbar magischen Fähigkeiten – er schneidet zwar durch Marmor-Statuen wie durch Butter und bleibt in Stahl stecken… bei Menschen bewirkt er aber nur eine kurze Ohnmacht – nett!!!)  Schurke und Henchman werden in „Goldfinger“ zu einem bösen Duo – fast so wie bei einem Computerspiel, wo man sich erst durch kleine Bosse kämpfen muss, bevor man den Oberboss angehen kann.

Und ja, auch die Tradition der Bond-Girls wird natürlich fortgestzt. Dazu muss man zwei Dinge anmerken: 1) Die Namen der Damen werden nicht besser und erreichen mit Pussy Galore (Honor Blackman) schon einen frühen Höhpunkt (zumal „galore“ so viel bedeutet wie „im Überfluss“ – sick, that’s just sick!!!) und 2) die Girls werden tougher. Zumindest Pussy (!!!) steht ihren Mann… bis zu einer beinah Vergewaltigung, durch die Bond sie auf seine Seite bekommt.

Wir sehen also: „Goldfinger“ ist – ohne übertrieben klingen zu wollen – das Maß aller Dinge. Zumindest im Bond-Universum. Nach Terence Young folgt Guy Hamilton auf dem Regiestuhl und bringt den eigentlich Ur-Bond. Connery geht mit gewohntem Charme durch dieses Abenteuer, rettet die Welt und macht auch sonst so sein Ding. „Goldfinger“ ist ein spannender, teilweise auch komischer Agententhriller mit einem denkwürdigen Gegner.

Wertung: 10 von 10 Punkten (nach nur zwei Filmen folgt die Perfektionierung der gesamten Reihe)

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19 Kommentare leave one →
  1. 25. Januar 2013 22:34

    :)) „Erwarten Sie von mir, dass ich rede?“ – „Nein, Mr. Bond. Ich erwarte von Ihnen, dass Sie sterben!“

    • donpozuelo permalink*
      27. Januar 2013 21:46

      Yep!!! 😀 Das wohl beste Bond-Zitat aller Zeiten!!!

  2. 27. Januar 2013 12:57

    Und ich habe bisher immer noch keinen einzigen Bond mit Sean Connery gesehen :S

    • donpozuelo permalink*
      27. Januar 2013 21:46

      Oh nein!!! Gar nicht gut 😉

      Dann kannst du mit „Goldfinger“ echt nicht viel falsch machen.

  3. 27. Januar 2013 19:15

    DER Bond-Film schlechthin, dem bis heute in zahlreichen Nachfolgern Ehre erwiesen wird (so auch in „Skyfall“).
    Gert Fröbe ist schlicht eine Klasse für sich.
    Wenn du jedoch Orson Welles als Bond-Villain sehen willst, sei dir „Casino Royale“ von 1967 empfohlen…;)

    • donpozuelo permalink*
      27. Januar 2013 21:47

      Ja, Skyfall macht das gut. Und ja, „Casino Royale“ von 1967 werde ich mir auf jeden Fall auch noch anschauen!!! Allein schon wegen Welles.

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