Skip to content

TWB I: Die Geburt einer Legende

11. Januar 2013

Weihnachten liegt ja schon ein bisschen zurück, dennoch kommt eines meiner Geschenke erst jetzt so richtig zur Geltung. Bei mir gab’s nämlich eine wunderbare Jubiläumsbox. Mit allen Filmen eines gewissen englischen Gentleman, der nur zu gerne im Auftrag Ihrer Majestät die Welt rettet. Dafür hat er natürlich die Lizenz zum Töten, immer einen Wodka Martini und ein „williges“ Girl an seiner Seite. Tatsächlich habe ich auch schon die meisten Abenteuer von Mr. Bond, James Bond irgendwann schon mal gesehen. Aber es sind halt nicht alle gewesen und erst recht nicht in wunderbarer HD-Qualität.

Und so will ich mein Geschenk natürlich nicht nur im Regal versauern lassen, weswegen ab jetzt jede Woche ein Bond dran ist – halt „The Weekly Bond“ (TWB). Mein Beitrag für alle Fans und Nicht-Fans, um den Chauvinisten Bond ein bisschen besser kennen zu lernen 😉

Und so fangen wir dann mal schön chronologisch im Jahr 1962 an. Hier erblickte die Romanfigur von Ian Fleming nämlich das Licht der Leinwand und durfte das erste Mal die Welt retten. Irgendwie witzig, dass Bond in seinem ersten Abenteuer noch nicht einmal im Titel auftaucht. Da wird im Original einfach nur sein Gegner „Dr. No“ genannt. Klingt wenig vielversprechend für den Agenten, der erst im Deutschen zur Geltung kommt und damit gleich den Inhalt des Filmes preisgibt: „007 jagt Dr. No“. Bond (Sean Connery) wird dafür nach Jamaika geschickt, um hier das Verschwinden eines MI6-Agenten aufzuklären. Gleichzeitig soll er herausfinden, was hier in der schönen Karibik die Sender von Cape Canaveral stört. Seine Untersuchungen führen 007 auf die kleine Insel Crab Key und direkt in die Hände von Dr. No (Joseph Wiseman).

Er wird wohl für die meisten DER Bond schlechthin sein – dabei war Sean Connery a) nicht die erste Wahl der Produzenten und b) nicht unbedingt das, was sich Autor Fleming für seinen Geheimagenten erhofft hatte. Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Connery soll einen englischen Gentleman spielen??? Doch Connery konnte – nicht zuletzt dank gründlichen Vorbereitung durch Regisseur Terence Young – punkten und überzeugt in seinem ersten Abenteuer als nonchalanter Dandy, der die Frauen nur anschauen muss, damit sie ihm verfallen. In seinen maßgeschneiderten Anzügen lebt Connery den Traumberuf Agent: schöne Frauen, schnelle Wagen und immer einen Spruch auf den Lippen. Bereits in seinem ersten Abenteuer überzeugt Connery durch seine leichte, coole Art. Er passt in diesen Anzug, in diese Figur James Bond wirklich perfekt rein.

Natürlich war das für mich jetzt nichts Neues, ich mochte Connery als Bond immer gern. Das Einzige, was mich tatsächlich fasziniert hat an „Dr. No“ ist die Tatsache, dass nach all den Bond-Filmen, dieser erste Bond ja noch ganz „normal“ erscheint. Im Gegensatz zum dem gewohnten Bild fehlt hier beispielsweise das Intro, bei dem Bond eine Mission gerade beendet und danach ein Bond-Song kommt. Stattdessen erklingen gleich die vertrauten Klänge des Bond-Themas und anschließend geht es direkt los. Auch fehlen in Bonds erstem Abenteuer noch die bekannten Technik-Gimmicks. Bond bekommt seine Walther PPK und das war’s. Den Rest – also das Verhindern der Weltherrschaft durch einen Schurken – muss Bond hier noch in Handarbeit erledigen und sich fleißig mit den bösen Buben prügeln… oder sie halt einfach erschießen (die Lizenz dafür hat er ja).

Immerhin beginnt Terence Young in „Dr. No“ schon zwei wichtige Bond-Traditionen: 1)die Tradition, dass ein Bond auch immer dort spielt, wo er behauptet zu sein. Auch wenn Bonds erstes Abenteuer „nur“ in Großbritannien und auf Jamaika spielt. Und 2) ein Bond braucht immer wenigstens ein heißes Bond-Girl an seiner Seite – was in diesem Fall Bikini-Nixe Ursula Andress sein darf (über „Bond und die Frauen“ unterhalten wir uns dann in Ruhe, wenn ich alle Filme durchhabe 😉 ).

Was „Dr. No“ aber tatsächlich schon zu einem frühen Highlight der Bond-Reihe macht, ist der titelgebende Schurke. Nicht nur ist Joseph Wiseman ein wirklich würdiger Gegner. Nein, er hat wohl auch DAS Schurkenhauptquartier, nach dem sich alle anderen Schurken richten müssen. In seinem unterirdischen Luxus-Versteck zeigt sich, dass die Set-Designer bei Bond wirklich ganze Arbeit geleistet haben.

Terence Young und Sean Connery liefern mit ihrer Jagd nach „Dr. No“ einen perfekten Auftakt für das lange Leben des Doppel-Null-Agenten und geben auch gleich die wichtigsten Zutaten mit dazu. Bond lebt von exotischen Orten, Action, schönen Frauen und einem Darsteller, der all das selbstsicher unter einen Hut bekommt. Und natürlich darf ein fieser Bösewicht mit noch fieserem Plan nicht fehlen (und da Dr. No ja Teil einer mysteriösen Organisation namens „S.P.E.C.T.R.E“ ist, ist für folgende Filme schon vorgesorgt).

Detektiv, Action-Hero, Superheld und Womanizer in einer Person – dieser James Bond ist wirklich nicht zu stoppen.

Wertung: 10 von 10 Punkten (Er muss nur noch kurz die Welt retten, danach… aber auch schon davor hat er noch Zeit für die schönen Dinge im Leben)

Advertisements
27 Kommentare leave one →
  1. 11. Januar 2013 07:44

    Ich frage mich schon, seit ich den ersten Bond gesehen habe, was die Leute daran nur finden. Aber ich bin natürlich weiblichen Geschlechts. Kann sein, dass mir da ein paar Dinge verborgen bleiben… 😀

    • donpozuelo permalink*
      11. Januar 2013 09:08

      😀 Das kann gut möglich sein, denn wenn man sich Bond genauer anschaut, spielt der hauptsächlich auf männliche Fantasien an. Weswegen Frauen auch nicht lange brauchen, um mit 007 ins Bett zu steigen, er immer das beste Auto fährt und stets als Sieger hervorgeht. Welcher Mann hätte das nicht gerne genau so? 😉

      • 11. Januar 2013 09:21

        😀 Und welche Frau steht nur auf solche Männer?, frag ich mich im Umkehrschluss. Aber gut, darum gehts ja nicht.

        • donpozuelo permalink*
          11. Januar 2013 09:55

          Na das ist es ja eben… Es gibt diese Frauen so eigentlich gar nicht. 😉

          Aber gut, darüber reden wir später in Ruhe noch einmal… wenn ich es schaffe mich wirklich mal nur um Bond und die Frauen zu kümmern.

  2. 11. Januar 2013 08:09

    Macht direkt Lust auch mal wieder in die alten Bonds reinzuschauen…

    • donpozuelo permalink*
      11. Januar 2013 09:09

      😉 Das werde ich jetzt jede Woche machen… und irgendwann wirst du dir auch die Box holen 😉

  3. 11. Januar 2013 14:29

    Wegen solchen Sachen liebe ich deinen Blog! Freut mich, dass du dich endlich Bond annimmst. Die Box will ich ja auch, aber im Moment reichts nichtmal für ein Sandwich 😛

    Übrigens: Q war – anders als der Technikkram – ja im Film dabei. Major Boothroyd hiess er da noch.

    • donpozuelo permalink*
      11. Januar 2013 15:04

      Hach, vielen Dank!!! Das freut mich!

      Ja, Q ist mir nicht verborgen geblieben. Nur für den Fall, dass man noch nie auch nur einen Bond gesehen hat, war das ein relativ unauffälliger Auftritt. Aber das wird ja noch besser.

Trackbacks

  1. Bond lebt!!! « Going To The Movies
  2. TWB II: Mr. & Mrs. Somerset « Going To The Movies
  3. TWB IV: Unterwasser-Agent « Going To The Movies
  4. TWB VIII: Voodoo-Zauber | Going To The Movies
  5. TWB X: Projekt Atlantis | Going To The Movies
  6. Monster-Jäger | Going To The Movies
  7. TWB XIII: Bond, der Clown | Going To The Movies
  8. Der Eiserne kann nicht schlafen! | Going To The Movies
  9. TWB XX: Diamanten-Fresse | Going To The Movies
  10. TWB XXI: Neuanfang | Going To The Movies
  11. TWB XXII: Oilfinger | Going To The Movies
  12. TWB XXIII: Ratte frisst Ratte | Going To The Movies
  13. TFB I: Agent Gaga | Going To The Movies
  14. TFB III: Ooo, behave!!! | Going To The Movies
  15. S.H.I.E.L.D in Gefahr | Going To The Movies
  16. Männersport | Going To The Movies
  17. Alter Mann, noch ältere Filme | Going To The Movies
  18. Willkommen auf Alcatraz! | Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: