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Hasta la vista, Baby!

23. November 2012

Ich muss ja zugeben, ich war früher mal ein sehr leichtgläubiger kleiner Junge. Weswegen ich zu oft auf die Streiche und Aussagen meines älteren Bruders reingefallen bin. So denke ich heute zum Beispiel mit leichtem Kopfschütteln an früher zurück. Vor allem wenn ich bedenke, dass ich das Datum 29. 08. 1997 damals rot angestrichen in meinem Kalender zu stehen hatte. Der Tag, an dem die Welt untergehen sollte… verursacht durch einen atomaren Krieg.

Nur kam diese „Prophezeiung“ nicht etwa durch Altmeister Nostradamus selbst, sondern von einem Roboter, der aus der Zukunft kam. Und ja, ich gestehe es jetzt hier: Ich habe damals echt geglaubt, was der umgepolte, jetzt gute, Terminator in James Camerons „Terminator 2 – Judgement Day“ sagte, würde stimmen. Und so habe ich dem 29.08. mit großer Skepsis entgegen gesehen. Als dann der 30.08. war, dämmerte es mir so langsam: „Möööglicherweise hat James Cameron sich das Ganze doch nur ausgedacht!“

Immerhin muss man Cameron zugute halten, dass „Terminator 2“ so gut war, dass ich es tatsächlich irgendwie geglaubt habe. Dabei gibt es so viele Anhaltspunkte, das Ganze könnte doch nur Fiktion sein. Aber Fiktion real erscheinen zu lassen, kann Cameron ja richtig gut. Nach „The Terminator“ kommt der nun im zweiten Teil wieder zurück. Obwohl Sarah Connor (Linda Hamilton) ihn doch eigentlich vernichtet hatte. Aber die Maschinen wollen unbedingt, dass ihr Sohn John (Edward Furlong) stirbt. Damit der Job dieses Mal richtig gemacht wird, taucht in unserer Gegenwart der T-1000 (Robert Patrick) auf. Eine noch kältere Killer-Maschine als der Terminator. Der taucht trotzdem auch wieder auf… dieses Mal allerdings als Beschützer der Connors.

Es gibt wohl kaum einen Zweiten, der den Sprung vom Bösewicht zum Helden so spielend meistert, wie Mr. Arnie „Terminator“ Schwarzenegger selbst. Erst war er noch die erbarmunglose Killer-Maschine, die nichts, aber auch wirklich gar nichts anderes im Kopf hatte, außer Sarah Connor zu töten. Und dann auf einmal ist er der gute Junge, umprogrammiert und wie ausgetauscht. Dass Arnie jetzt der Gute sein darf, könnte natürlich unter Umständen daran liegen, dass er in „Terminator 2“ auch ungleich mehr zu sagen hat. Die einstigen 70 Worte wurden aufgestockt, Arnie darf hier und da durch komische Szenen glänzen – vor allem dann, wenn der Ex-Robo-Killer in die Jugendsprache und aufmüpfiges Verhalten eingeführt wird.

Was James Cameron dabei besonders gut gelingt, ist das anfängliche Spiel mit den Erwartungen an den Terminator. Wir kannten den bis dato eben nur als Killer… und dann taucht er da im zweiten Teil wieder auf. Und beginnt scheinbar alles genauso wie vorher. Nackig ankommen, Leute wegen ihrer Kleidung killen, sich einen fahrbaren Untersatz verschaffen und auf Zielobjekt-Suche gehen.

James Cameron schafft es, mit „Terminator 2 – Judgement Day“ eine der besten Fortsetzungen zu erschaffen. Natürlich ist das nicht zuletzt dank der Vertauschung der Bösewicht-Rollen. Die Story wird auch ungleich größer angelegt – Sarah Connor und Sohnemann versuchen jetzt tatsächlich von sich aus, in die Geschehnisse der Zukunft einzugreifen. Und dazu kommt mit dem T-1000 ein unglaublich mächtiger Gegner. Mit dem Cameron auch gleich mal wieder zeigt, warum er zu den Visionären Hollywoods gehört. Dieser Flüssigmetall-Mensch ist grandios in Szene gesetzt. Und ähnlich wie Arnie noch im ersten Teil hat auch Robert Patrick die eiskalte, unbeeindruckte Miene, die ihn zu einer großartigen Wahl für die Rolle macht.

Neben den beiden Terminatoren, die sich hier wirklich nichts schenken, haben die „normalen“ Menschen fast keine Chance. Linda Hamilton darf zumindest endlich mit einer etwas ansehnlicheren Frisur rumlaufen. Am Ende bleibt sie doch aber auch nur wieder die kleine Sarah Connor aus dem ersten Teil – auch wenn sie jetzt besser mit Waffen umgehen kann. Edward Furlong nervte mich immer ein wenig, macht aber seine Sache ansonsten gut.

„Terminator 2 – Judgement Day“ ist großartiges Action-Kino. Die Gefechte der Terminatoren sind unglaublich gut, die Effekte dieses Mal schon um Welten besser als noch bei „The Terminator“ und die Story insgesamt macht sehr viel mehr Spaß als noch im ersten Teil. Allerdings würde ich mich gerne mal mit Cameron zusammensetzen, damit er mir mal in Ruhe diese ganzen Zeitreise-Paradoxa erklärt.

Egal… „Terminator 2“ macht alles richtig. Arnie funktioniert als Guter genauso gut wie als Böser und der Rest stimmt auch. Eine bessere Fortsetzung hätte man nicht drehen können.

Wertung: 9,5 von 10 Punkten (Arnie is back… dieses Mal samt kleiner nerviger „Familie“)

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18 Kommentare leave one →
  1. 23. November 2012 08:37

    Vermutlich die beste Fortsetzung aller Zeiten. Zudem besser als das Original.

    • donpozuelo permalink*
      23. November 2012 09:14

      Naja, das Original ist auch super!!! „Besser als das Original“ klingt irgendwie so sehr abwertend. Das Original ist auch spitze. Cameron hat es mit dem zweiten Teil einfach geschafft, all das Coole noch einmal zu potenzieren und einen wirklich Kracher-Film zu machen.

      • 23. November 2012 09:36

        Ja, ok… klingt leicht abwertend. Ich kann aber doch nix dafür, wenn es so ist. 😉

        • donpozuelo permalink*
          23. November 2012 09:46

          Aber das Original ist auch super!!! Es gibt keinen besseren fiesen Terminator als Arnie!!!

  2. 23. November 2012 10:36

    Hm, ja. Habe schon oft gehört, dass der zweite Teil den ersten sogar noch übertrumpfen soll. Klingt entsprechend interessant – und wie gesagt, ich muss die Filme mal irgendwann nachholen.

    • donpozuelo permalink*
      23. November 2012 10:43

      Teil Zwei übertrumpft wirklich seinen Vorgänger. In so gut wie allem. Nur lassen solche Sprüche den ersten Teil immer in einem schlechten Licht stehen. Dabei ist Teil 1 ebenso sehenswert.

  3. 23. November 2012 17:28

    Ja, ein toller Film! Mochte ich früher auch lieber als den ersten Teil, inzwischen hat sich das aber gedreht…

    • donpozuelo permalink*
      23. November 2012 17:49

      Ja, das ist schon interessant. Ich muss sagen, vom ganzen Drumherum – Action, etc. – finde ich den zweiten Teil besser. Von Arnies Performance und der Rauheit des Films an sich finde ich den ersten besser.

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