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Zombies, vereinigt Euch!!!

5. November 2012

George A. Romero hat Geschichte geschrieben – zumindest Filmgeschichte. Mit „Night of the Living Dead“ schuf er 1968 einen Klassiker und bot dem heutzutage allseits beliebten Zombie die Leinwand, die er so dringend brauchte. Langsam schlurfend eroberten die Untoten das Horror-Genre. Romero hätte sich eigentlich in Ruhe zurück lehnen können. Sein Werk war vollbracht, Reihenweise verneigten sich Horror-Regisseure vor ihm – dem Vater aller Zombies. Doch wie das immer so ist, die Hybris des Erschaffers lockte ihn einmal mehr ins Kino.

In „Land of the Dead“ beherrschen die Zombies mittlerweile die ganze Erdoberfläche. Die wenigen Überlebenden wurden in einer riesigen Stadt zusammengefercht, die durch Elektro-Zäune und zwei Flussläufe geschützt wird. Doch anstatt sich gemeinsam gegen die Zombies zu wehren, herrscht in dieser einen Stadt harter Klassenkampf. Die Armen verrotten auf den Straßen, während die Reichen im Luxustower Fiddler’s Green hausen und sich von Söldnern Proviant aus dem Zombie verseuchten Gebiet holen lassen. Riley („The Mentalist“ Simon Baker) führt so eine Söldnertruppe an. Während Riley einfach nur weg will – am besten nach Norden, hat sein Freund Cholo (John Leguizamo) in den Tower will und sich deswegen für dessen Besitzer Kaufman (Dennis Hopper) den Arsch aufreißt. Und während so jeder versucht, seine eigenen Ziele zu verfolgen, bemerkt niemand, dass die Zombies eine gewisse Intelligenz entwickelt und sich verbündet haben – um gemeinsam gegen die Stadt vorzugehen.

Es ist immer ein wenig traurig, wenn sich Legenden ihren Ruf selbst zerstören. Und bei diesem Film trifft das leider voll zu. Romeros „Land of the Dead“ punktet höchstens bei den Gore-Szenen, wo fleißig Köpfe abgerissen, Menschen zerfleischt oder Zombies nieder geballert werden. Für Romero vielleicht eine Erleichterung endlich mal mit richtig viel Kunstblut und Gedärmen um sich schmeißen zu können, für den hartgesottenen Zuschauer absolut nichts Neues. Gleichzeitig muss man sich bei „Zombie-Design“ auch wundern – da sehen selbst Serien-Zombies wie bei „The Walking Dead“ tausendmal realistischer aus. Romeros Zombies wirken ein wenig albern… was aber möglicherweise daran liegen könnte, dass sie in „Land of the Dead“ eben nicht diese willenlosen, fressgesteuerten Tiere sind. Romero definiert sich seine Zombies mal eben neu: Die können jetzt nämlich denken!!!

Naja, wenigstens eine intelligente Spezies in diesem Film, denn die Menschen sind nur allzu dämlich. Denn mal ehrlich, alles wird schön hermetisch abgeriegelt, aber an einer Mauer wird ein Loch nur mit einer Spanholzplatte verschlossen… bei intelligenten Zombies hätte man sich das gründlich überlegen sollen. Aber wie gesagt, die Menschen in diesem Film überlegen nur selten.

Romero hat sich scheinbar ganz auf sein Zombie-Gemetzel konzentriert – intelligente Zombies zu erschaffen, erfordert schon einiges an Kraft. Von daher muss man es wohl entschuldigen, dass ihm seine Figurenzeichnung überhaupt nicht gelungen ist. Er schafft es nicht einmal, Dennis fucking Hopper überzeugend als Bösewicht darzustellen. Der arme Hopper tut zwar sein möglichstes, aber der harte Tyrann wird er dadurch auch nicht. Nur einer, der dringend mit seinem Geld abhauen will. Eigentlich ist die Idee hinter „Land of the Dead“ ja ganz nett: während draußen Zombies Stress machen, gehen in der Stadt die Reichen gegen die Armen. Aber Hoppers Kaufman fungiert zu selten als echter Tyrann… und Romero lässt seinen besten Schauspieler in dieser Riege versauern.

Simon Baker wirkt als „Held“ des Ganzen viel zu weich. Immer mit perfekt gestylter „The Mentalist“-Frisur kaufe ich ihm den Zombie-Killer einfach nicht ab. Einzig und allein John Leguizamo überzeugt durch eine gewisse Glaubwürdigkeit… so wie er würden in so einer Gesellschaft nicht wenige handeln. Das soll wahrscheinlich auch Bakers Figur als großartigen Samariter darstellen, doch die wahre tragische Figur ist und bleibt Leguizamos Cholo.

Intelligente Zombies – ein netter Versuch, Mr. Romero. So wie es hier in „Land of the Dead“ aussieht, hätten die Zombies eigentlich gewinnen müssen. Eigentlich bietet „Land of the Dead“ viele interessante Möglichkeiten, das Zombie-Genre mal ein wenig auszuweiten, aber am Ende bleibt auch Romero bei viel Blut und Gedärmen.

Wertung: 4 von 10 Punkten (Zombies, die intelligent sind und Menschen, die dämlich sind – eigentlich eine Super-Kombination… wenn man es richtig gemacht hätte)

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11 Kommentare leave one →
  1. 5. November 2012 08:57

    Ich fand den damals eigentlich recht gut. Schon allein das Cameo von Shaun bzw. Simon Pegg hat mir den Film sympathisch gemacht.

    • donpozuelo permalink*
      5. November 2012 11:37

      Das hatte tatsächlich was, aber der Rest war einfach nur schlecht. Vom Gesamteindruck her war „Land of the Dead“ echt enttäuschend. Nicht einmal die Zombies waren wirklich Furcht einflößend. Eher zum Lachen. Da hilft so ein kleiner Gastauftritt als Zombies auch nicht weiter 😉

  2. 5. November 2012 11:45

    Ach, Zombies habe ich ja ungefähr so über wie Superhelden 😀
    Aber wenn schon, dann gibt es ja noch eine ganze und eine angefangene Staffel THE WALKING DEAD, um wieder auf den Geschmack zu kommen…

    • donpozuelo permalink*
      5. November 2012 20:33

      Die „Walking Dead“-Zombies sind auch auf jeden Fall zu empfehlen. Mehr als die von Romero hier in „Land of the Dead“. Und das obwohl er ja Vater der Filmzombies ist…

  3. 5. November 2012 12:14

    soviele Zombiefilem die ich sehen muss…naja den viellecihtn icht aber trotzdem 😀

    • donpozuelo permalink*
      5. November 2012 20:34

      Es gibt viele Zombiefilme und viele verdammt gute. Den hier kann man ruhig ignorieren.

      P.S.: Falls du was wirklich gutes brauchst, empfehle ich „Fido„!!! Der ist große Klasse!

  4. 5. November 2012 22:51

    „Zombies, die intelligent sind und Menschen, die dämlich sind“
    Muhahahar XD
    Aber man fragt sich, ob die Menschen dumm sind oder nicht eher die Drehbuchschreiber 😀

    • donpozuelo permalink*
      6. November 2012 22:24

      😀 Stimmt, aber Drehbuchautoren sind doch auch Menschen!!! Von daher übertrumpfen die erdachten Zombies selbst diejenigen, die sie erdacht haben. Und das ist fast noch trauriger… Dabei hätte man so viel Cooles mit der Story machen können.

      • 7. November 2012 00:06

        Man kann eigentlich immer irgendetwas Cooles mit Zombies machen 😀

        • donpozuelo permalink*
          7. November 2012 06:38

          Eigentlich schon… und gerade von Romero hätte ich da ein bisschen mehr erwartet.

Trackbacks

  1. Hoch lebe die US-Army! « Going To The Movies

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