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Monsterherberge

24. Oktober 2012

Adam Sandler – eine Name, bei dem es mir, wenn ich ganz ehrlich sein soll, eiskalt den Rücken runterläuft. Ich finde und ich fand diesen Mann nie witzig. Sollte jemand mir einen Film empfehlen können, der meine Meinung ändern kann, dann immer her damit. Ansonsten bleibe ich dabei: Adam Sandler geht gar nicht.

Bleibt also die Frage, wie sich einer wie ich dann „Hotel Transsilvanien“ gucken soll. Zum Glück ist das aber ganz einfach, denn Sandler spricht nur im Original die Hauptrolle und ist ja auch sonst nirgends zu sehen. Schließlich reden wir hier von einem Animationsfilm. Einem Animationsfilm, bei ich mich dann wieder schwer tue, ihn einordnen zu können. Eigentlich gut, aber mit einem großen „ABER“…

Das „Hotel Transsilvanien“ wurde von Graf Dracula (OV: Adam Sandler/ DV: Rick Kavanian) nach dem Tod seiner geliebten Frau erbaut. In erster Linie soll es ein Zufluchtsort für alle Monster sein. Ja, richtig: Monster brauchen einen Zufluchtsort, um den schrecklichen, schrecklichen Menschen zu entgehen. Gleichzeitig will der gute Dracula so aber auch seine Tochter Mavis (Selena Gomez/ Josefine Preuß) vor der schlechten Welt und den Menschen schützen. Dumm nur, das Mavis unbedingt diese Welt sehen will und dumm auch, dass ausgerechnet an ihrem 118. Geburtstag ein Mensch im Hotel auftaucht. Jonathan (Andy Samberg/ Elyas M’Barek) mischt das Schloss ordentlich auf, bringt Kontrollfreak Dracula ganz schön ins Schwitzen und Mavis‘ Herz zum Schlagen.

„Hotel Transsilvanien“ erweist sich gerade zu Beginn als wahres Gag-Feuerwerk. Das liegt vor allem daran, dass der Film aus den Vollen schöpft und so ziemlich jedes bekannte Monster auftauchen lässt – was eine verdammt große Anzahl von Monstern ist – mit dabei natürlich Frankenstein, der Werwolfmann und seine ADHS-Kinder, die Mumie, der Unsichtbare Mann (obwohl ich mich frage, ob der technisch gesehen als Monster gilt) und so weiter und so fort. Krakenwesen, Yetis… alles, was das Monsterherz begehrt: im „Hotel Transsilvanien“ werdet ihr ihnen allen begegnen. Und da so ziemlich jeder von ihnen mindestens für eine Pointe gut ist, darf auch kräftig gelacht werden.

Leider verliert man unter all den Lachern die eigentliche Story schnell aus den Augen – die höchst interessante Vater-Tochter-Beziehung zwischen Dracula und Mavis wird nur oberflächlich angekratzt. Das Gleiche gilt für den Kampf gegen Vorurteile („Alle Menschen sind böse, zumindest waren sie das vor hundert Jahren, also gilt das heute auch noch.“). Ich weiß, ich weiß, das ist wieder Meckern auf hohem Niveau, doch trotzdem will ich es wenigstens mal erwähnt haben. Bei diesen beiden Punkten hätte man sich einfach ein klein wenig mehr auf das Trio Dracula-Mavis-Jonathan einlassen können, um eine etwas schönere Geschichte zu erzählen.

Aber was mecker ich hier noch? „Hotel Transsilvanien“ macht trotz dieser Story-Schnitzer eine Menge Spaß. Regisseur Genndy Tartakovsky gelingt eine nette Hommage an all die liebgewonnenen Monster. Dabei bleibt er stets kinderfreundlich – man muss sich also wegen möglicher Alpträume der Kleinen keine Gedanken machen. Der Film serviert seine Lacher am Stück und ist somit leichte Kost.

Man muss sich natürlich auch wieder die Frage stellen: Muss das Ganze in 3D wirklich sein? Ehrliche Antwort: NEIN! „Hotel Transsilvanien“ nutzt viele nette 3D-Momente einfach nicht aus. Sei es eine wilde Jagd durch die Flure des Hotels oder eine irrwitzige Nummer mit fliegenden Tischen – so richtiges 3D-Feeling will nicht aufkommen… aber mittlerweile ist das ja bei Animationsfilmen leider trauriger Standard geworden. Nirgendswo sonst kann man schließlich arme Eltern noch ärmer machen. Immerhin sieht der Film in 3D auch noch gut aus, aber es ist überflüssig.

Naja, was soll’s? Geplagte Eltern können sich trotzdem mitfreuen… und fröhliches Monster-Raten machen. Außerdem habe ich endlich einen Film, bei dem Adam Sandler sogar witzig ist…

Wertung: 7 von 10 Punkten (so viele Gags, wie es Monster gibt – nur die Story muss ein klein wenig darunter leiden)

6 Kommentare leave one →
  1. 24. Oktober 2012 11:51

    Adam Sandler gehört auch zu meinen All-Time-Hassschauspielern. Ich kann mit seiner Art Humor nichts anfangen und meist wird er eben auf diese „lustigen“ Rollen gecastet.
    Aber selbst ohne Adam Sandler wäre dieser Animationsspaß für mich vollkommen uninteressant. Zumindest hat keiner der Trailer einen Hauch von Interesse geweckt.

    • donpozuelo permalink*
      24. Oktober 2012 16:36

      Jaja, der Sandler. Es gibt wohl tatsächlich Leute, die den mögen. brrr…

      Der Film an sich ist okay. Kannste dir ja für die Free-TV-Premiere merken 😉

  2. 24. Oktober 2012 13:35

    Hm. Ich fand den etwa ähnlich durchschnittlich. Auch wenn mich Sandler gar nicht störte. Oder stört.

    • donpozuelo permalink*
      24. Oktober 2012 16:37

      Es war nicht wirklich berauschend, aber nett. Muss man aber nicht zwangsläufig für ins Kino gehen 😉

      • 24. Oktober 2012 16:40

        Ich zitiere aus meiner Review: „…reicht das noch nicht für eine Kinoempfehlung. Auf dem heimischen Bildschirm dürfte der Film aber ordentlich Spass machen.“ High Five! 😉

        • donpozuelo permalink*
          24. Oktober 2012 16:50

          😀 Internet High Five!!! Richtig so!!!

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