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Wenn Schweine in die Zukunft schauen

15. Oktober 2012

Und wenn sie möglicherweise auch noch fliegen können, dann geht die Welt unter. Nein, nein.. natürlich nicht, denn ansonsten hätte das Schwein das ja gesehen und gar nicht erst mit dem Fliegen angefangen. 😉 Warum ich hier so absurdes Zeug über Schweine schreibe??? Ich bin noch nicht verrückt, habe aber nur gerade einen äußerst interessanten Film gesehen, in dem ein Schwein, das in die Zukunft sehen kann, eine wichtige Rolle spielt.

Dem ein oder anderen wird das sicher schon ausreichen, um den Film zu erraten. Für die, die es bis jetzt noch nicht wissen: Es geht um Disneys 25. Film, der erste Film, der eine FSK-Freigabe bekam (gut, freigegeben ab 6 ist jetzt nichts dramatisches, aber immerhin ein Zeichen dafür, dass hier nicht unbedingt alles so ist, wie es bei Disney sonst so üblich ist). Lange, lange Rede, kurzer Sinn: Es geht um „Taran und der Zauberkessel“ – erstaunlicherweise ein Disney-Streifen, den ich bis jetzt noch nie gesehen hatte.

Taran ist eine Schweinhirte, der davon träumt, ein großer Krieger zu sein. Doch seine großen Taten bestehen darin, auf sein hellsehendes Schwein Hen Wen aufzupassen. Für Taran wird es interessant, als Hen Wen vom bösen Gehörnten König entführt. Der will mit Hen Wens Hilfe nämlich den schwarzen Zauberkessel finden, um die Welt zu unterjochen. Klar, das Taran sein Schwein wieder bekommen muss. Im Schloss des Gehörnten Königs trifft Taran auf die hübsche und sture Prinzessin Eilonwy, den alten Barden Fflewddur Fflam und ein nervtötendes wuscheliges Wesen namens Gurgi. Gemeinsam versucht die Gemeinschaft, die Welt vor dem Gehörnten König zu retten.

Ja, allein schon wegen der Namen ist „Taran und der Zauberkessel“ ein eher ungewöhnlicher Disney-Film. Ein Schwein namens Hen Wen und ein kleines Plüschwesen namens Gurgi klingt sehr albern und schon fast ein wenig zu kindgerecht… von wegen „Mama, will Gurgi haben“. Sicherlich ein viel gehörter Satz im Laden von Disney. Aber auch die anderen Namen sind wohl eher eine Zumutung, wobei natürlich die Frage bleibt, ob das der Buchvorlage geschuldet ist. Schließlich basiert Tarans Abenteuer auf den Kinderbüchern von Lloyd Alexander. Trotzdem: Merkwürdige Namen, die keiner im nüchternen Zustand aussprechen könnte.

Aber egal, Namen sind eh nur Schall und Rauch und daher schnell vergessen. Auch nicht wirklich, denn „Taran und der Zauberkessel“ hat eine weitere interessante Facette, die den Film von anderem früheren Disney-Filmen unterscheidet: Der Film ist verdammt gruselig. Ich sage das jetzt nicht, weil ich mir vor Angst in die Hose gemacht habe. Aber ich glaube, wenn ich den als Kind gesehen hätte, dann wäre genau das möglicherweise passiert. Das Schloss des Gehörnten Königs ist ein unheimliches Ding; dunkle Gänge, Kerker und Verliese, in denen überall die Skelette liegen. Dazu kommt der Gehörnte König selbst… definitiv einer der finstersten Bösewichte, die Disney sich ausgedacht hat. Roter Mantel und darunter nichts als ein Skelett. Der finster drein schauende Totenschädel hätte mir als Kind schon einige schlaflose Nächte bereiten können. Irgendwann tauchen dann noch die richtigen Untoten auf, die der böse König auferstehen lässt. Alles in allem gehört „Taran und der Zauberkessel“ eindeutig in die Disney-Horrorecke (könnte es daran liegen, dass Tim Burton als Zeichner mitgemacht hat??? 😉 )

Die Geschichte um Taran ist aber trotzdem, oder gerade deswegen, ein unglaublich spannender Film. Denn auch wenn Disney vom Design und der Aufmachung den dunklen Weg einschlägt, ist das erzählte Märchen gewohnt gut erzählt. Es gibt auch hier die obligatorischen niedlichen Tierchen (Schwein, Gurgi, kleine Elfen), es gibt einiges zu lachen (dank Barde und Gurgi) und es gibt die Liebesgeschichte (Taran und Eilowny). Das alles wird in eine aufregende Suche nach dem Zauberkessel verpackt und fesselt den Zuschauer.

Gut, für Kinder allein ist es sicherlich ein wenig zu düster (daher ist die FSK-Vergabe dieses Mal vollkommen in Ordnung), aber „Taran und der Zauberkessel“ ist ein toller Film mit einer ziemlich aufregenden optischen Aufmachung. Für jeden, der Disney mal aus einer anderen Perspektive sehen will: Unbedingt anschauen!!!

Wertung: 8,5 von 10 Punkten (Disney goes Horror – ungewöhnlich, aber verdammt gut)

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8 Kommentare leave one →
  1. 15. Oktober 2012 09:17

    Ich mag den Film, weiss nicht warum der damals gefloppt ist…aber ja er war schon ziemlich düster für Disney Verhältnisse. Nur das Fellding fand ich ein bisschen nervig

    • donpozuelo permalink*
      15. Oktober 2012 09:28

      Du meinst doch nicht etwa den süßen Gurgi??? 😉 Ja, der war wirklich ganz schön nervig. Ein Jar Jar Binks seiner Zeit, wenn man so will.

      Gefloppt ist der garantiert, weil es eben kein gewöhnlicher Disney-Film war. Für kleine Kinder ist der Film definitiv noch nichts und schwupps… ist auf einmal das zahlende Zielpublikum weg.

      • 15. Oktober 2012 11:00

        Jar jar Binks trift es genau XD…wieso werden solche Sterotypen eigentlich immer noch produziert ? XP

        • donpozuelo permalink*
          15. Oktober 2012 11:03

          Weil sie einfach zu machen sind. Braucht man ein wenig Abwechslung… puff, Gurgi/ Jar Jar tauchen auf. Eigentlich zur Erheiterung und doch nur nervtötend.

  2. 15. Oktober 2012 10:29

    Ja, toller Film, gar keine Frage. Leider ist die DVD sehr bescheiden und ich hoffe mal, dass er es irgendwann remastered auf Blu-ray schafft.

    • donpozuelo permalink*
      15. Oktober 2012 11:02

      Kann man nur hoffen, eigentlich ein kleines Disney-Juwel!!!

  3. 15. Oktober 2012 14:12

    Oha, ich wusste gar nicht, dass hinter dem Titel ein Disney-Film steckt, wenn auch ein ungewöhnlicher. Dabei lief der ja schon einige Male im deutschen Fernsehen (das ist ja schon ungewöhnlich für Disney-Zeichentrickfilme) – aber der hat mich nie angesprochen. Aber dann kann man ja mal nach diesem Film etwas Ausschau halten. Denn interessant klingt das ganze jetzt doch – nicht nur wegen dem Namen Disney (schon eher wegen Burton 😉 ).

    • donpozuelo permalink*
      15. Oktober 2012 14:18

      Ich hatte anfangs auch Schwierigkeiten, das Ganze mit Disney in Verbindung zu bringen 😉 Aber es ist so, und wenn man ganz genau hinschaut, dann erkennt man es auch. Trotzdem: Nach wie vor kein wirklicher Kinderfilm. Was dann vielleicht auch ein bisschen die Schuld von Mr. Burton ist… obwohl er da jetzt höchstwahrscheinlich nicht Chef-Zeichner gewesen ist.

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