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Wandern ist nicht immer lustig

10. September 2012

Manchmal frage ich mich schon, ob Hollywood für den Tourismus einiger Regionen förderlich oder schädlich ist. Neuseeland dürfte sich ja sicherlich bedanken dürfen und auch das als „LOST“-Insel fungierende Hawaii kann sich über den ein oder anderen LOSTianer freuen. Doch dann gibt es da ja auch immer diese tollen Psycho-Horror-Streifen, wo in der Slowakei brave Touristen zum Spaß gefoltert und umgebracht werden. Oder wo harmlose Dschungel-Urlauber als Organspender missbraucht werden. So was eignet sich wahrscheinlich weniger gut als Touri-Werbung. Aber Hollywood bringt genügend Geld mit und so werden sie dann doch immer eine Drehgenehmigung bekommen, egal was sie machen.

Aber selbst Traumkulissen wie Hawaii kommen nicht drum herum zum Tatort zu werden. Wenigstens gibt es in „A Perfect Getaway“ zum Tatort gleich noch die schönen Landschaftsaufnahmen, die die Inseln trotz Mörder-Pärchen wunderbar aussehen lassen. Doch wer ist dieses Mörder-Pärchen? Da hätten wir unter anderem Cliff (Steve Zahn) und Cydney (Milla Jovovich), frisch verheiratet. Die beiden treffen auf die Anhalter Kale (Chris Hemsworth) und Cleo (Marley Shelton). Doch irgendwie ist der stark tätowierte und ziemlich grimmig drein schauende Kale etwas unheimlich, und so lassen die frisch Vermählten die beiden an der Straße sitzen. Bei einer Wandertour treffen Cliff und Cydney dann auf Nick (Timothy Olyphant) und dessen Freundin Gina (Kiele Sanchez). Die beiden scheinen cool, doch als die Nachricht von dem Killer-Pärchen aufkommt, wird es eng für Cliff und Cydney. Wem können sie noch trauen???

David Twohy ist wohl am ehesten bekannt für „Pitch Black“ und „Riddick“. Mit „A Perfect Getaway“ versucht er mal, auf der Erde zu bleiben. Hawaii sieht auch einfach mal tausendmal schöner aus als irgendein dunkler Alien verseuchter Planet. Da das Weltall ausfällt, müssen Fans von Twohy leider (oder Gott sei Dank – je nachdem, wie ihr so dazu steht) auf Vin Diesel verzichten. Dafür hat er aber andere zahlreiche große Namen zu bieten. Doch davon darf man sich nicht täuschen lassen. Zombie-Killerin Jovovich spielt hier nur das verliebte Frauchen. Dabei wirkt sie irgendwie arg unterfordert. Ich glaube, wenn die Frau keine Waffe in der Hand hat, fühlt sie sich einfach unwohl. Lieber ein paar Zombies töten… doch dazu kommt es leider nicht und so wirkt Jovovich fehl am Platz. Auch Donnergott Hemsworth darf nur für ein paar Minuten mit seinem Sixpack glänzen und verschwindet ansonsten in der Versenkung. Dafür das Twohy hier so viele namenhafte Schauspieler versammelt, bleiben die stark unterfordert.

Immerhin kann „A Perfect Getaway“ damit punkten, dass die Story sich zwar nach langweiligem 08/15 anhört, man aber lange, lange, lange im Unklaren darüber ist, wer denn nun wirklich das Killer-Pärchen ist. Bis zur großen Aufklärung, bei der es dann endlich auch ein wenig ruppiger zugeht, bleibt „A Perfect Getaway“ ein wunderschöner Hawaii-Werbefilm. Die Landschaftsaufnahmen lassen einen die Story schnell vergessen, weswegen die ein oder anderen gut gemeinten Schockmomente den Zuschauer etwas unerwartet treffen. Gerade eben träumte man noch davon, selbst mal nach Hawaii zu gehen und dann muss man sich auf einmal wieder auf die Story konzentrieren. Fast schon frustierend!

Das soll jetzt nicht heißen, dass „A Perfect Getaway“ nicht spannend wäre. Immerhin gelingt es Twohy ganz schön mit einigen Erwartungen zu spielen und hier und da gekonnt den Genre-Vorgaben eine neue Wendung zu geben. Etwas mehr Tempo hätte nicht geschadet, und auch den Schauspielern hätte der Regisseur mehr Spielraum geben können. Trotzdem – oder gerade wegen der tollen Hawaii-Kulisse – ein Film, den man sich mal angucken kann.

Wertung: 8 von 10 Punkten (schönes Katz-und-Maus-Spiel vor Traumkulisse – da wird die Story fast zur Nebensache)

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4 Kommentare leave one →
  1. 10. September 2012 08:30

    Woah, ich liebe den Film. Das Finale ist so unglaublich schick gefilmt. Und Olyphant macht grenzenlos Spass, weil es ihm scheinbar auch grenzenlos Spass gemacht hat. 🙂

    Und Hemsworth hatte da halt noch so wenig Screentime, weil er damals noch mehr oder weniger ein Niemand war.

    • donpozuelo permalink*
      10. September 2012 08:55

      Olyphant ist tatsächlich sehr gut. Macht wirklich Spaß ihm zu zuschauen. Das Finale an sich ist sowieso ganz gelungen, weil man ja auch einfach lange Zeit gar nicht so richtig weiß, was nun eigentlich los ist.

  2. 10. September 2012 13:10

    Also ich finde den Film auch Klasse. Gerade weil ich ziemlich lange brauchte, um rauszufinden, wer wohl das Killerpärchen ist.

    • donpozuelo permalink*
      11. September 2012 09:16

      Das Mysterium des Films ist echt gut gemacht… bleibt lange, lange im Unklaren. Dadurch hebt sich der Film ganz nett von anderen seiner Sorte ab.

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