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Schmiede dein eigenes Schicksal!

3. September 2012

Ich habe mich ja „vor kurzem“ als neuer Super RTL-Fan geoutet und ich bleibe dabei: Mit ihrer neuen Anime-Schiene kriegt man echt was geboten. Neben dem schon Altbekannten gibt es hier und da auch noch ein paar Filme, die ich so noch gar nicht kannte. Wie zum Beispiel der Film „Brave Story“.

Darin lernen wir den ruhigen Fünftklässler Wataru kennen. Dessen Vater verlässt die kleine Familie, kurz darauf landet die Mutter im Krankenhaus. Für den Jungen bricht seine überschaubare Welt zusammen. Durch einen neuen Mitschüler, Mitsuru Ashikawa, erfährt Wataru von einem geheimnisvollen Portal in einem alten Gebäude. Dieses Portal führt in die magische Welt Vision, in der die Schicksalsgöttin denjenigen einen Wunsch erfüllt, der ihre Prüfungen besteht. Kurz entschlossen geht Wataru durch das Portal. In Vision erhält Wataru den Status eines Wanderers. Wanderer sind diejenigen, die zur Schicksalsgöttin wollen. Mit einem Heldenschwert bewaffnet macht Wataru sich auf, fünf Edelsteine zu finden, um seinen Wunsch zu bekommen. Doch mit ihm ist auch Mitsuru in Vision und der verfolgt sein Ziel mit äußerster Vehemenz und zunehmender Rücksichtslosigkeit.

„Brave Story“ ist so was wie ein japanisches Pendant zur „Unendlichen Geschichte“: Kleiner Niemand wird in Fantasie-Welt zum großen Helden. Es ist die Art von Märchen, bei dem unser Held und wir selber etwas zum Thema Verantwortung lernen. Jeder der fünf Edelsteine steht für eine Charaktereigenschaft (wie Mut, Einsicht, etc.) und mit jedem Edelstein wartet eine neue Aufgabe auf Wataru. Da muss er mal gegen ein Wassermonster kämpfen oder gar gegen sich selbst. Mit jedem Kampf, den er kämpft, wird Wataru stärker, doch gleichzeitig vergrößert sich auch seine Verantwortung. Nicht nur für seine eigene Welt, sondern für Vision auch. Denn während Wataru den guten Weg geht, geht sein Freund Mitsuru den harten und unbarmherzigen und bringt so zusätzliches Leid nach Vision. „Brave Story“ belehrt ohne belehrenden Unterton. Es ist einfach ein spannendes Abenteuer, das am Ende für alle eine zufriedenstellende Moral offenbart.

Aber wir gucken ja die Filme nicht wegen der Moral, sondern vor allem um unterhalten zu werden. Und Unterhaltung bietet „Brave Story“ zu genüge. Dabei hangelt sich „Brave Story“ wie ein Computer-Spiel durch seine Handlungsstränge: Held bekommt Schwert, Held erfüllt Aufgaben, Fähigkeiten steigen, Held trifft auf Endboss! (Wohl auch ein Grund, warum „Brave Story“ letzten Endes doch einige Game-Ableger aufweisen kann). Auf jeden Fall macht der Film dadurch enorm viel Spaß. Der Film bietet verschiedene Stationen quer durch Vision an: unterirdische Höhlen, weite Wüsten, große Städte – mal als fester Bestandteil der Story, mal einfach nur in einer kurzen Montage. Trotzdem gelingt es Regisseur Koichi Chigira in kurzer Zeit ein gutes Bild von Vision zu kreieren. Da wünscht man sich dann fast, der Film wäre noch ein wenig länger. Doch der Weg ist das Ziel und das Ziel ist für Wataru nach wie vor die Schicksalsgöttin.

Auf dem Weg zum Ziel trifft Wataru natürlich auch verschiedene Einwohner Visions, die der Story zusätzlich etwas Pep verleihen. Ob nun die Wächter des Reiches oder sein Freund vom Stamm der Wassermenschen – eine nicht nervige Jar-Jar Binks-Version – die Figuren gliedern sich alle schön in den Verlauf der Geschichte ein und tragen ihren Teil dazu bei, Wataru seinem Ziel einen Schritt näher zu bringen. Mit jeder neuer Figur wächst Watarus kleine Schar an Gefährten – womit dann gleichzeitig auch wieder deutlich gemacht wird, dass er nicht mehr nur für sich Verantwortung trägt. Dass wird immer wieder schmerzhaft durch seinen „Freund“ Mitsuru bewusst gemacht, der sich einen Scheiß um Vision kümmert.

„Brave Story“ vergisst neben all den Figuren nie seine Geschichte und überzeugt am Ende vor allem dadurch, dass die Moral der Geschichte wirklich eine ist, die man sich fürs Leben merken könnte – grob gesagt: „Im leben kann es nicht nur glückliche Momente geben, es braucht dazu auch immer die traurigen, die die etwas mehr weh tun.“ Zum Ende hin wird „The Brave Story“ sehr erwachsen, was aber auch nur den Reifeprozess von Wataru widerspiegelt.

„Brave Story“ ist wirklich ein sehr schönes Märchen mit tollen Bildern und einer fesselnden Story, die sicherlich nicht nur für Kinder gut geeignet ist.

Wertung: 9 von 10 Punkten (schönes Abenteuer mit lehrreichem Ausgang)

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6 Kommentare leave one →
  1. 3. September 2012 17:07

    Das grüne Viech hat mich echt überzeugt…und weil du ja eh andauernd in Anime Stimmung bist..schau dir mal Gurren Lagann an! SOFORT!!!!

    • donpozuelo permalink*
      3. September 2012 17:35

      Ist doch schon notiert… das geht ja schließlich nicht einfach so an mir vorbei 😉

    • donpozuelo permalink*
      3. September 2012 17:35

      Und ja, das grüne Viech ist ganz witzig…

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