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Odyssee durchs Weltall

6. August 2012

Das hat jetzt hier mal nicht mit Kubrick zu tun, sondern mit einem Film über fünf Freunde, die eine lange Reise durchs Weltall machen. Lange Reisen durchs Weltall sind dabei aber immer so eine Sache – manchmal gelingen sie, manchmal nicht. Sie hängen mehr oder weniger davon ab, wie dieses Weltall denn nun aussieht, durch das da gereist wird und vor allem aus welchem Grund unsere Helden diese weite Reise auf sich nehmen.

Koji Masunari hat sich für beides viel Mühe gegeben und dabei einen Film geschaffen, den man sich am Ende viel lieber als Serie gewünscht hätte. Aber fangen wir von vorne an: In „Welcome tot he Space Show“ begeben sich fünf Freunde auf die Suche nach einem Kaninchen und finden stattdessen einen verletzten Hund… einen sprechenden verletzten Hund. Hund Pochi ist ein außerirdischer Forscher, der auf der Erde nach einer Substanz namens Zughan sucht, die im All so nicht mehr vorhanden ist. Und daher auch von zwielichtigen Gestalten sehr begehrt ist. Doch erst einmal ist das nicht wichtig: Als Dank für ihre Hilfe nimmt Alien-Hund Pochi die fünf Kinder mit ins All. In einem riesigen Weltraumflughafen auf der nun plötzlich doch nicht so dunklen Seite des Mondes dürfen die fünf All-Touristen ihren kleinen Urlaub genießen. Doch dann werden alle Zufahrten zur Erde gesperrt und die fünf Freunde müssen mit Pochi zu dessen Heimatplaneten reisen. So beginnt ihre lange Reise, die dadurch gestört wird, dass die schon erwähnten zwielichtigen Gestalten glauben, die fünf Erdenkinder wären im Besitz von Zughan.

Koji Masunari gibt uns die volle Dröhnung Weltraum-Abenteuer mit zahlreichen Geschichten und Abenteuern: Auf dem Mond müssen die Kinder Arbeit finden, um die Reise zu Pochis Planeten zu finanzieren, während der Reise werden sie auf die allseits beliebte „Space Show“ aufmerksam – eine Art Piratensender und Pochi scheint mehr damit zu tun zu haben als er zugibt.

„Welcome to the Space Show“ startet verhalten, doch mit dem Betreten des Mondes wird eines deutlich: Regisseur Masunari legt Wert auf viel Fantasie und tolle Bilder. Ob nun die riesige Weltraumstadt auf dem Mond oder ihre Bewohner – die Macher des Films beweisen hier sehr viel Einfallsreichtum. Hier bekommt man nicht seine typischen 08-15-Aliens. Stattdessen gibt’s im All herrlich schräge Wesen: Vom sprechenden Hund über merkwürdige Goldfischglas-Wesen bis hin zu sprechenden Kugeln mit drei Beinen. Alle Lebewesen, die unsere fünf Freunde von der Erde im All treffen, sind wunderbar gezeichnet, herrlich schräg und mit viel Liebe für Details.

Dazu kommt dann eine spannende Abenteuergeschichte, die dem guten Koji Masunari dann aber am Ende etwas aus den Fingern gleitet. Anfangs ist noch alles in Butter, „Welcome to the Space Show“ entwickelt sich zu einem witzigen Abenteuer mit vielen verschiedenen Erzählsträngen. Dabei schafft es der Film dann auch, jeden der fünf Freunde mal einzeln unter die Lupe zu nehmen. So lernt man die Figuren mit all ihren Ticks und Macken besser kennen. Doch dann geht die große Reise los, die Jagd nach dem Zughan und die Frage, was die Space Show eigentlich wirklich ist, geben dem Ganzen etwas Geheimnisvolles. Und daran scheitert Masunaris Film: Die Auflösung verliert sich durch schnell mal hingeworfene Fakten. Hier eine kurze Rückblende, da mal schnell eine kleine Geschichte aus der Kindheit – es ist nur wenig mit Hand und Fuß, das das große Mysterium und den Zusammenhang zwischen Zughan und der Space Show erklärt.

„Welcome to the Space Show“ geht somit zwar mit einem ordentlichen Showdown zu Ende, doch kann ich nicht behaupten, wirklich alles verstanden zu haben. Und damit komme ich dann wieder zu meinem Wunsch zu Beginn dieses Artikels: „Welcome to the Space Show“ bietet so viel, das man es ruhig als Serie hätte konzipieren sollen. Da die Kinder und Pochi mit einer Art Weltraum-Zug zu Pochis Planet reisen, wären da ein paar Zwischenstationen drin, man könnte viel besser noch auf die geheimnisvolle „Space Show“ eingehen, die ja am Ende des Films doch eine weitaus wichtigere Rolle spielt als noch zu Beginn. Und man hätte einfach viel mehr Platz für Masunaris lustige Weltraum-Kreaturen gehabt.

Letztendlich ist und bleibt „Welcome to the Space Show“ aber ein lustiges Abenteuer, das vor allem durch sehr fantasievolle Figuren punkten kann. Für Nicht-Anime-Fans empfiehlt sich dann vielleicht doch eher ein gut durchdachter und nicht minder fantasievoller Studio-Ghibli-Film (mit einer Ausnahme natürlich), aber für alle, die gerne mal fernab von Miyazaki und Co schauen, ist „Welcome to the Space Show“ schon zu empfehlen.

Wertung: 7 von 10 Punkten (als Serie ein absoluter Hit, als Film am Ende etwas schwer nachzuvollziehen)

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4 Kommentare leave one →
  1. 6. August 2012 08:20

    Ist der neu oder gibts den schon länger? hab nämlich noch nie was davon gehört…

    • donpozuelo permalink*
      6. August 2012 09:00

      Der Film ist von 2010. War mir bislang aber auch vollkommen unbekannt. Aber zum Glück lief der dann ja mal im Fernsehen.

      • 6. August 2012 09:03

        Lobet das Fernsehen 😀

        • donpozuelo permalink*
          6. August 2012 09:06

          Auf jeden Fall… da liefen in letzter Zeit einige nette Anime-Überraschungen.

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