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Thunder-Buddy 4 Life

1. August 2012

Ich möchte mal eine gewagte Hypothese in den (virtuellen) Raum werfen: Jeder von uns hat seine ganz eigene Lieblingsplüschtier-Geschichte aus der Kindheit. Ein kleiner Freund, der einem überall hin gefolgt ist (als wenn er jemals eine andere Wahl gehabt hätte). Hier ist meine Geschichte von dem Maulwurf, meiner Mutter und der Mülltonne.

Der Maulwurf war eigentlich kein wirklich „plüschiges“ Plüschtier. Ziemlich harte Borsten, eine riesige Brille auf der Nase – ich weiß auch nicht mehr, von wem ich diesen Gesellen damals geschenkt bekommen habe, aber das ist ja auch egal. Ich liebte mochte ihn wirklich sehr. Nur meine Mutter mochte ihn nicht und entsorgte ihn irgendwann. In der Hoffnung, die Müllabfuhr würde sie von diesem Vieh befreien. Doch zu meinem Glück kam die Müllabfuhr zu spät und ich wurde rechtzeitig auf meinen bebrillten Freund in der Tonne aufmerksam. Was tun? Schnurstracks kletterte ich in die Mülltonne und befreite meinen Maulwurf. Sehr zu meiner Freude und sehr zum Ärger meiner Mutter.

Aber es soll jetzt nicht um mich gehen, denn von mir und meinem Freund dem Maulwurf wurde kein Film gedreht. Also wenden wir uns lieber John Bennett und seinem Teddy zu. Im Alter von acht wünschte sich John zu Weihnachten nämlich, dass sein Teddy wirklich und in echt sprechen könnte. Und weil halt Weihnachten ist, wurde ihm dieser Wunsch erfüllt. Teddy Ted wird weltberühmt, tinkelt durch alle Talkshows und ist auf jedem Magazin-Cover. Doch immer kehrt er zu seinem Thunder-Buddy John zurück. Früher Ruhm bringt Teddy aber kein Glück und nach 20 Jahren ist Teddy uninteressant geworden, kifft, säuft und flucht. Und macht John (Mark Wahlberg) und Freundin Lori (Mila Kunis) das Leben zur Hölle.

Der Großmeister der Unkorrektheit Seth Macfarlane hat sich endlich mal auf die große Leinwand getraut. Nach sprechenden Hunden, Macht gierigen Babys und versoffenen Aliens kommt jetzt also der Teddy-Bär. Und ich gestehe, dass ich große Bedenken hatte, als ich den ersten Trailer zu „Ted“ gesehen hatte. Würde Seth MacFarlane noch lustig genug für die große Leinwand sein? Würde es funktionieren, dass da ein Typ mit einem animierten Teddy-Bären redet? Würde der Film noch mehr lustige Szenen enthalten oder wird wieder alles im Trailer verbraten?

Aber Seth MacFarlane beweist auch mit „Ted“, das er ein Witze-Fass ohne Boden ist. Da möchte man meinen, er hätte mit „Family Guy“ oder „American Dad“ schon alles gesagt, aber Irrtum. „Ted“ ist ein Sammelsurium an den klassischen „Family Guy“-Witzen: Homo-Witze, Juden-Witze, Furz-Witze, Sex-Witze, Ami-Witze, Promi-Witze… wer auf die Schippe genommen werden kann, der wird auch auf die Schippe genommen. Ohne Rücksicht auf Verluste und ohne Schamgrenze. Dabei muss man MacFarlane einfach zu gestehen, dass er zwar auch hier und da gerne mal unter die Gürtellinie geht, sich aber auch immer wieder mit sehr ironischen Sprüchen als wahrhaftiger Komiker beweist.

Dabei sollte jedem klar sein, dass der knuffige Teddy-Bär für die meisten Sprüche verantwortlich ist, der natürlich im Original von MacFarlane selbst gesprochen wird. Es ist also für einen großen Peter-Griffin-Wiedererkennungswert gesorgt. Aber wer jetzt vielleicht Angst bekommt, „Ted“ wäre nur was für die „Family Guy“-Abteilung, der irrt! Der Teddy funktioniert auf allen Ebenen und für alle, die mal wieder im Kino richtig lachen wollen.

Neben den „normalen“ Lachern gibt es in „Ted“ die MacFarlane üblichen Popkultur-Verweise. Als Fan von Star Wars und Star Trek kommen die natürlich vermehrt vor (und nicht zuletzt rockt Patrick Stewart als Erzähler). Besonders geil fand ich dann die vielen Verweise auf „Flash Gordon“ – jener schräge 80er-Helden-Film, dessen Skurrilität sicher viel zu MacFarlanes eigener beigetragen hat.

Große Sorgen macht mir bei „Ted“ auch die Story… reichen ein gut aufgelegter Mark Wahlberg und seine liebreizende Partnerin Mila Kunis als schräge RomCom-Nummer aus? Natürlich nicht, und so versucht sich MacFarlane am Ende auch noch an einer Hommage zu Tony Scotts „The Fan“. Doch so richtig will dieser „Thriller“-Anteil nicht zünden. Aber man kann es verschmerzen, denn „Ted“ überzeugt einfach als Gesamtkunstwerk. Bestückt mit zahlreichen wirklich guten Gastauftritten (man halte unbedingt Ausschau nach Ryan Reynolds!!!) rockt dieser Teddy-Bär die Kinoleinwand.

Wertung: 9 von 10 Punkten (MacFarlane funktioniert nicht nur in Serie und nicht nur als Alien oder Hund oder Baby oder dicker Ami oder oder oder…)

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26 Kommentare leave one →
  1. 1. August 2012 11:06

    Kann ich nur zustimmen der Film rockt derbe. MacFarlane hat mich wirklich ganz dolle Lachbauchschmerzen bereitet und die Cameos sind einfach göttlich..“Thanks for 9/11″ XD

    Btw. könnte es sein dass dein Maulwurf jetzt im Fernsehen Rapunzel anmacht? 😉

    • donpozuelo permalink*
      1. August 2012 13:22

      😀 Nein, mein Maulwurf sah tatsächlich noch etwas bescheuerter aus und hatte eine Brille aus. 😉

  2. 1. August 2012 12:49

    Ich bin zwar nie ein richtiger Fan von „Family Guy“ geworden, aber den Trailer zu „Ted“ fand ich schon so dermaßen komisch, dass ich diesen Film einfach sehen muss! Mir hat seit Langem sogar mal wieder Mark Wahlberg gefallen. Mein Kinoplatz ist auf jeden Fall schon reserviert.

    • donpozuelo permalink*
      1. August 2012 13:27

      Wie gesagt, man muss „Family Guy“ für diesen Film auch nicht mögen. Nur wer es kennt, der ist gewappnet auf die fiesen Sachen, die bei „Ted“ so auftauchen 😉

      Viel Spaß im Kino!!!!!

  3. 1. August 2012 15:12

    Du wolltest also die Geschichte zu meinem Lieblingsplüschtier? Ich hatte ein Büsi aus Plüsch bekommen (ich weiss nicht mehr, wie ich es genannt habe), und ich war immer überzeugt, dass mir das meine Tante, als sie es mir geschenkt hat, durch das Schlüsselloch meiner Tür gequetscht hat. Was technisch natürlich völliger Blödsinn ist, aber ich war lange (und mit „lange“ meine ich „lange“) davon überzeugt, dass es sich so zugetragen haben muss.

    Und ja, Ted ist eben schon verdammt gelungen.

    • donpozuelo permalink*
      1. August 2012 15:58

      Yeah!!! Der Erste, der auf die Plüschtier-Sache anspringt und was aus der eigenen Vergangenheit erzählt. I like!!!

      Und ja, Ted ist verdammt noch mal gelungen!!!

      • 1. August 2012 16:02

        Das bot sich nunmal so sehr an. 😉 Da könnte man eigentlich gleich ein Stöckchen draus machen… 🙂

        • donpozuelo permalink*
          1. August 2012 16:49

          Das Plüsch-Stöckchen…. 😉 Gefällt mir!!!

        • 5. August 2012 18:02

          Du darfst gerne übernehmen 😉

        • donpozuelo permalink*
          5. August 2012 21:59

          Mmmmhhh…

  4. 1. August 2012 15:59

    Wenn der im O-Ton läuft, will ich den eigentlich auch sehen. Im Trailer hat mir nicht einmal Wahlberg den Spaß verdorben – und Mila Kunis ist ohnehin super.
    Und da ich schon den Family Guy-Humor mag, wird das hier sicher auch zünden.

    • donpozuelo permalink*
      1. August 2012 16:48

      Na, wenn dir der Family-Guy-Humor gefällt, dann bist du in diesem Film genau richtig. Allerdings würde ich bei diesem Streifen auch nur den O-Ton empfehlen… auch wenn ich die deutsche Fassung nicht kenne. Aber „Ted“ ist einfach einer dieser Filme, den man besser nur im O-Ton genießt.

      • 1. August 2012 16:51

        Dem Trailer nach zu urteilen, ist die deutsche Synchro nicht unbedingt schlecht, aber die Witze leiden stark unter der Übersetzung ins Deutsche.

        • donpozuelo permalink*
          1. August 2012 16:54

          Das tun sie ja leider Gottes bei jeder deutschen Synchro.

        • 1. August 2012 17:14

          Ja, ich wollte damit nur ausdrücken, dass ich die Stimmen durchaus ok finde. Aber insbesondere Komödien verlieren eben sehr viel bei Übersetzungen.

  5. 1. August 2012 22:36

    Ich kanns ja gar nicht glauben, aber ich kenne nur die deutschen Trailer. Trotzdem, überhaupt nicht meine Baustelle 🙂

    • donpozuelo permalink*
      2. August 2012 07:18

      Ja gut… beim deutschen Trailer wäre das auch nicht meine Baustelle 😉

  6. 1. August 2012 23:17

    Ich freue mich auf den morgigen Tag, da ich ihn mir morgen anschaue. Der Trailer hat mich vollends überzeugt und alle anderen Reviews ebenfalls 😀

  7. 2. August 2012 12:46

    Sehe ich nicht ganz so. Natürlich hast du irgendwo recht, aber ganz so witzig war er dann doch nicht. Insgesamt gab es etwas zuviel Leerlauf für meinen Geschmack. Wenigstens bei der schwachen Story stimmen wir absolut überein. 🙂

    • 2. August 2012 12:51

      btw. Flesh Gordon, ne? 😉

    • donpozuelo permalink*
      2. August 2012 21:40

      Wie du aber unschwer an einigen Kommentaren erkennen musst, stehe ich mit meiner Meinung nicht ganz allein. Ich für meinen Teil hatte keine Leerlauf-Erscheinungen.

      und nein, wir bleiben bitte bei „flAsh gordon“ 😉

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