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Saviour of the Universe

20. Juli 2012

Superhelden zeichnen sich in den meisten Fällen dadurch aus, dass sie die Menschen vor dem Bösen retten. Das schaffen sie meistens nur durch ihre Superkräfte. Die meisten unserer geliebten Superhelden sind damit auch ganz gut ausgestattet – sie können fliegen, sind superstark, haben magische Waffen oder einfach nur einen Riesenärger im Bauch. Damit wir Normalos uns dann nicht ganz so schlecht fühlen, gibt es hier und da einen Superhelden, der eigentlich nur wegen seiner Gadgets so total super ist. Aber auch das sind Gadgets, die nur teures Geld kaufen kann. Superheld zu sein geht also nur, wenn man tatsächlich „super“ ist, einen Strahlung trifft oder verseuchte Spinnen beißen oder wenn man das nötige Kleingeld hat, um sich auf „super“ aufzurüsten.

Doch ein Normalo kann nicht „super“ sein! Wie sollte ein Buchhalter schon die Welt retten können? Es sei denn, er kann die Bedrohung durch Tabellenkalkulation aufhalten. Aber halt… es gibt da einen Superhelden. Ein fast schon in Vergessenheit geratener Mann. Dieser Mann ist eigentlich ein ganz normaler Typ, ein „American Boy“. Und auch wenn sein Name einem Superhelden alle Ehre macht, so ist „Flash Gordon“ doch nur ein ganz einfacher Typ.

Und dieser einfache Typ wird zum Retter der Erde. Die wird nämlich von Unwetterkatastrophen heimgesucht. Und genau so eine Katastrophe bringt das Flugzeug von Football-Star Flash Gordon (Sam J. Jones) und Journalistin Dale Arden (Melody Anderson) zum Absturz. Die beiden überleben den Absturz, der sie direkt vor die Tür von Dr. Hans Zarkov (Topol) bringt. Zarkov ist der festen Überzeugung, dass eine außerirdische Macht für die Katastrophen verantwortlich ist. Ohne nett zu fragen, zwingt er Flash und Dale in seine Rakete und fliegt mit beiden ins All. Und hier trifft das Trio tatsächlich auf den Verursacher des irdischen Chaos‘: Imperator Ming (Max von Sydow) ist der Weltraum-Tyrann, der vom Planeten Mongo (!!!) alle Völker des Alls unterjocht. Dass auch die Erde unter ihm leiden soll, kann Flash Gordon nicht verantworten und stürzt sich todesmutig in den Kampf.

„Flash Gordon“ ist so ein Überbleibsel meiner Kindheit. Ich konnte mich immer dumpf daran erinnern, dass ich den Film als kleiner Junge ganz großartig fand. Als ich ihn dann irgendwann mal wieder als DVD in der Hand hatte, musste ich nicht lange überlegen. Und musste umso erstaunter feststellen, was man denn so als Kind alles ganz großartig fand. Nach Jahren des geschulten Filmeguckens kann man „Flash Gordon“ heutzutage einfach nur noch als schönen Trash bezeichnen. Wenn man bedenkt, dass in den 80er Jahren auch gerade „Das Imperium schlägt zurück“ lief und zeigte, wie Weltraum-Kämpfe auszusehen haben, dann stinkt „Flash Gordon“ ganz schön ab. Man kann es den Effekten ansehen, dass hier nicht viel Geld investiert worden ist. Da erkennt man das Modell einer Stadt tatsächlich noch so richtig als Modell. Da schaut man bei den Fluggeräten und fliegenden Menschen schon mal genauer nach dem Drahtseil, das sie hält. Wer damals ein grandioses Weltall-Spektakel sehen wollte, war bei George Lucas definitiv besser bedient.

Doch wer so richtig schönes Old-School-Kino mit Blue Screen, Stop-Motion und erkennbaren Modellen haben wollte, der war bei Mike Hodges‘ Film genau richtig. Und der ist es jetzt immer noch. Auch wenn „Flash Gordon“ von seinen Effekten nur schwer begeistern kann, die Story an sich ist irgendwie schon witzig. Vielleicht etwas unfreiwillig, aber „Flash Gordon“ macht einfach gute Laune. „Held“ Flash braucht da nur einen Football unterm Arm, um sich erfolgreich gegen die Schergen von Ming zu wehren – dieser Football-Kampf ist ein früher Höhepunkt des Films. Aber zum Glück bleibt das nicht das einzige, äußerst trashige Highlight. Ob nun Luftschlachten oder Kämpfe auf Leben und Tod auf merkwürdigen Wipp-Vorrichtungen… „Flash Gordon“ hat viel zu bieten.

Und auch wenn ich es jetzt eher amüsiert betrachte, sehe ich doch immer noch den „Flash Gordon“, der mich als Kind so begeistert hat. Gut, zu dem Zeitpunkt kannte ich noch nicht „Star Wars“ und konnte die unendlichen Parallelen erkennen, aber das war (und ist) ja auch egal. Als Kind schaut man über solche Sachen hinweg. Genauso wie über die Tatsache, dass Schauspielen in „Flash Gordon“ eine ganz andere Dimension annimmt als man das für gewöhnlich kennt. Sam Jones hat es da nicht ganz so einfach. Selbst „gestandene“ Persönlichkeiten wie Timothy Dalton oder Max von Sydow ergeben sich dem Film ganz und gar und beschränken sich in ihrem „Schauspiel“ auf das nötigste. Immerhin gelingt es von Sydow seinem Imperator die nötige Kälte zu geben.

Aber ich will jetzt hier nicht zu negativ wirken: Auch wenn „Flash Gordon“ seine Fehler hat – ich finde den Film super. Mit dem Soundtrack von Queen, einer äußerst fantasievollen Welt im All und charmant-amüsanten Figuren ist „Flash Gordon“ gutes Trash-Kino. Und sollte nicht in Vergessenheit geraten.

Wertung: 7 von 10 Punkten (Sportler rettet die Welt, bekommt die Frau und wird zum Helden – und das ohne Smoking, Superkräfte oder Gadgets!!!)

19 Kommentare leave one →
  1. 20. Juli 2012 08:25

    Könntest dir auch „Flesh Gordon“ geben… 😉

    • donpozuelo permalink*
      20. Juli 2012 09:40

      Ähhh, nein danke!!! 😉

      Ich bleibe lieber beim „a“. 😉

      • 20. Juli 2012 16:14

        Von den Effekten her aber ähnlich. 😉

        • donpozuelo permalink*
          20. Juli 2012 16:19

          Das nimmst du jetzt aber zurück!!!!

          Ich habe mir auf youtube den Trailer zu „Flesh Gordon“ angeguckt und ganz so schlimm ist „FlAsh“ dann auch wieder nicht.

        • 20. Juli 2012 16:21

          Mhm, nein, nehme ich nicht zurück. 🙂

          Hast dir den Trailer mit den, äh,… freizügigen weiblichen Wesen,… gegeben? 😉

        • donpozuelo permalink*
          20. Juli 2012 16:28

          Meinst du die, die von den außerirdischen Sexstrahlen getroffen wurden? 😉 Klingt nach grandios-dämlichem Scheiß, aber die Effekte in „Flash Gordon“ sind trotzdem etwas besser.

        • 20. Juli 2012 16:32

          Ich muss schon lachen, wenn ich nur an den Film denke. 😀 Aber ok… Flash mit „a“ ist besser. Eigentlich viel besser. Da hast du schon recht.

  2. 20. Juli 2012 09:05

    Also ich habe mir damals zu Kinderzeiten die Hörspielkassetten ausgeliehen und fand sie spitze. Dass ich den Bibliotheksausweis dann doch zu selten für Bücher verwendet habe, das unterschlage ich jetzt mal 😉

    • donpozuelo permalink*
      20. Juli 2012 09:42

      Es gab sogar Hörspielkassetten??? Verdammt, warum habe ich davon nie etwas gewußt? Aber gut, die Comic-Reihe war ja sehr bekannt, mittlerweile gab’s ja wohl auch schon eine etwas neuere Serie… mich würde ehrlich gesagt auch nicht wundern, wenn wir einen ge-rebooteten Flash Gordon demnächst im Kino sehen würden.

  3. 20. Juli 2012 12:42

    Das ist ja einer DER Filmer, die meine Clique unbedingt im großen Kreis gucken möchte, aber an den wir schlicht bisher nicht rangekommen sind. Den gibt es tatsächlich auf DVD? Dann muss man ja mal zuschlagen. Allerdings wird uns die Kindheitserinnerung fehlen und bestenfalls ein trashiger Abend bevorstehen…

    • donpozuelo permalink*
      20. Juli 2012 14:48

      Ein großartiger Cliquenfilm. Sowieso ist „Flash Gordon“ wohl am besten in großer Gruppe zu genießen – das wird defintiv ein sehr, sehr lustiger Abend 😉

  4. 20. Juli 2012 17:24

    Ganz ehrlich – das kann doch kein Zufall sein, dass du jetzt diese Review bringst? Oder? Du hast wahrscheinlich Sam Jones ebenfalls beim Verprügeln eines armen Asiaten zugeschaut?

    • donpozuelo permalink*
      20. Juli 2012 18:36

      Du hast mich durchschaut. Natürlich war ein Teddy dafür verantwortlich, dass ich diese Rezension geschrieben habe. Ich durfte sogar schon zweimal dabei zusehen, wie San Jones sein Leinwand-Comeback feiert 😉

      • 20. Juli 2012 18:47

        Bin ich beruhigt. Ich kam ausm Kino und sah das – beängstigend. 😀

        • donpozuelo permalink*
          20. Juli 2012 21:07

          Echt… das musst dir mir nächste Woche an passender Stelle genauer erklären 😉

  5. 20. Juli 2012 23:55

    Flash Gordon…oder wie ich es nenne das schwule Star Wars!

    • donpozuelo permalink*
      21. Juli 2012 11:28

      Warum seid ihr alle nur so gemein zu „Flash Gordon“? Doofer Star-Wars-Abklatsch okay, aber definitiv nicht schwul!!!!

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