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Vampir-Futter

4. Juli 2012

Es ist schon faszinierend, dass eine einzige Filmreihe dafür sorgt, dass Vampire in einem ganz anderen Licht gesehen werden – vor allem einem sehr glitzernden Licht. Und das obwohl die Figur des Blutsaugers schon seit so langer Zeit durch die Literatur- und Filmszene geistert. Bekannt wurde er so als verführerischer, aber ebenso kaltblütiger Killer. Er wurde gefürchtet und geliebt… doch mit dieser einen Reihe wurde das Bild dieser grausamen Kreatur ganz böse in den Dreck gezogen. So kann doch nun wirklich kein Vampir sein.

Und so ist der fleißige Vampirfreund immer auf der Suche nach dem richtigen Exemplar, dem blutrünstigen und blutgierigen Wesen, das beim Anblick eines hübschen Halses nicht daran denkt, ihn zu streicheln oder zu küssen. Nein, wir wollen die Vampire, die da ohne zu zögern reinbeißen, bis das von ihnen so geliebte Blut an ihren Mundwinkeln herunterläuft.

Was macht man also, wenn man so ganz verzweifelt mal wieder blutige Vampire sucht – man schaut sich bei unseren asiatischen Freunden um. Die wissen nämlich noch richtige Blutgemetzel zu schätzen. In diesem Fall gilt mein Dank für waschechte Vampire dem guten Tae-gyun Kim. Der schickt uns nämlich auf die Titel gebende Insel „Higanjima“. Hier haben Vampire unter der Herrschaft ihres Anführers Miyaki (nein, nicht der „Karate Kid“-Meister). Miyaki (Koji Yamamoto) wurde nämlich aus einem Schrein befreit und hat sich danach gleich mal an den Bewohnern Higanjimas genüsslich getan. Und befreit hat ihn der Bruder von Akira (Hideo Ishiguro). Der ist mit fünf Freunden von einer geheimnisvollen Fremden auf die Insel gelockt worden und muss sich da nun gegen die Vampir-Horden wehren.

„Higanjima“ ist wahrlich nicht das Gelbe vom Ei. Wirkliche Innovationen in Sachen Vampir vermisst man hier. Aber wer braucht das schon? So lange die Vampire einfach mal wieder richtig fiese Biester sind, bin ich zufrieden. Was das angeht, liefert Tae-gyun Kim bestens. Von Anfang an sind die Blutsauger in einer unglaublichen Überzahl und zögern auch nicht allzu lange, um ihre Opfer zu eliminieren. Allerdings macht der Film die große Ausnahme und lässt seine Vampire ebenfalls tagsüber durch die Gegend laufen (aber immerhin glitzern sie nicht!!!).

Die kleinen Wichte vom Festland haben gegen die Viecher eigentlich keine Chance, doch wie so oft lauert im Untergrund die rettende Rebellion – die letzten Überlebenden. Jetzt können die normalen High-School-Kids mit vereinten Kräften zurückschlagen. Und wie in „Higanjima“ zurückgeschlagen wird!!! Der Film bietet nach der kurzen, aber ausreichenden Einführung genüüügend Platz für das ein oder andere Blutbad, das ein oder andere Gemetzel und natürlich den ein oder anderen Kampf gegen Vampire und andere Monster. In riesigen Blutfontänen wird hier das Recht des Stärkeren ausgefochten. Ganz nach dem Motto: „Es kann nur einen geben!“. Regisseur Tae-gyun Kim inszeniert schnell und extrem blutig. „Balsam“ für die Vampir-Seele. Da wird geköpft, zerhackt, zerfetzt und zerbissen, was nur geht. Was „Higanjima“ an Story mangelt, macht der Film an blutigen Kämpfen wieder wett.

Ihr seht also, hier wird nicht geglitzert, hier wird nicht geschmust, hier wird – nur ganz selten – geliebäugelt. Auf „Higanjima“ geht’s so richtig zur Sache – wie „Battle Royale“ nur mit Vampiren und Monstern. Ein befriedigende Kombination, die einem schon den Glauben an das Tier im Vampir zurückgibt. Für einen lustigen Trash-Abend ist „Higanjima“ genau das Richtige. Story blutleer, alles andere voller Blut – passt. Kann man sich mal genehmigen. Und während man sich den Film so anschaut, kann man ein wenig tagträumen: Was wäre, wenn wir alle Glitzer-Vampire einfach mal nach „Higanjima“ schicken würden? Nun ja, zum einen würde ich wohl endlich mal mit Spannung auf einen dieser Filme hoffen 😉 Und der Rest versinkt in den riesigen Blutlachen… die später anmutig in der Sonne glitzern.

Wertung: 7 von 10 Punkten (ein Film mit viel Liebe für Kunstblut und abgetrennte Körperteile 😉 )

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2 Kommentare leave one →
  1. 4. Juli 2012 08:15

    Wie kommst du eigentlich immer wieder auf so Filme? Gibt’s da eine Seite mit „das hat bestimmt sonst noch keiner gesehen“-Filmen?

    • donpozuelo permalink*
      4. Juli 2012 08:41

      😀 Schön wär’s. Nein, solche Sachen finde ich dann, wenn ich mal Langeweile habe und bei einschlägigen Technikfachmärkten die DVD-Abteilungen durchstöbere. „Higanjima“ lag da plötzlich für nur 1,99 € rum.

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