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Jugendliebe

9. Mai 2012

Teenie-Horror-Filme sind doch immer die gleiche Soße… kann man da eigentlich noch irgendwas bringen, was man bis jetzt noch nicht gesehen hat? Meistens fährt ein Grüppchen irgendwo hin, hat Spaß, ein wenig Sex und viel Alkohol und irgendwann kommt dann der böse Killer und bringt sie alle nacheinander um – am besten beginnend mit einer hübschen, drallen Blonden. Je nach Film verändert sich da eigentlich nur noch die Location und vielleicht noch die Anzahl der zu tötenden Teenies.

Da wird es doch mal Zeit für frischen Wind im Teenie-Meuchelmord-Genre. Und was würde sich besser anbieten als eine mysteriöse femme fatale. Obwohl allein schon die Ausgangsposition von „All the Boys Love Mandy Lane“ irgendwie komisch ist: Die scharfe, von allen begehrte Mandy (Amber Heard) ist an ihrer Schule eigentlich eine Außenseiterin, die sich nicht wirklich um die Belange der einzelnen Cliquen kümmert. So etwas gibt es tatsächlich??? Wow, eine tolle Braut, die Mandy – hat ihren eigenen Kopf und kümmert sich einen Scheiß darum, was andere denken. Bravo!!! Doch am Ende geht sie doch mit auf die Ranch eines Mitschülers – sie und noch fünf weitere Jungen und Mädchen. Für die Jungs gilt nur eins: Wer Mandy knackt, ist der King! Doch bevor irgendwas knackt, knacken die ersten Genicke. Ein Killer geht um! Bumm, bumm, BAAAAAMMMM!!!!!

„All the Boys Love Mandy Lane“ beginnt sehr viel versprechend – mit einer fiesen Anstachelung zu einem Sprung in den Tod. Ein erstes Zeichen dafür, dass die gute Mandy Lane den Jungs wirklich mehr als nur den Hals verdrehen kann. Doch was bei Jonathan Levine so gut beginnt, verfängt sich für den Rest des Films in vorhersehbaren Klischees und Rollen. Wir haben den Schnösel, die blonde Hexe (eine zusätzliche zu Mandy), eine äußerst willige Brünette, den reichen, aber eher unattraktiven Jungen, der die Party schmeißt und natürlich den Quoten-Afro-Amerikaner. Die treffen sich, gehen baden, trinken Alkohol und albern rum. Zu keinem Zeitpunkt macht sich „All the Boys Love Mandy Lane“ die Mühe, irgendwie originell zu sein. Selbst der grimmig aussehende Ranchaufseher sorgt nicht für mehr Spannung – zumal der gute Mann als potenzieller Killer sehr schnell ad acta gelegt ist.

Es passiert also so gar nichts. Der Film plätschert so leicht vor sich hin. Dass eigentlich alle Jungs Mandy Lane lieben, wird irgendwann zur Nebensache. Statt sich ein wenig mehr darauf zu konzentrieren, kümmert sich Jonathan Levine komischerweise nur sehr wenig um Mandy Lane. Eigentlich hätte es hier das größte Potenzial gegeben, um die Gruppe viel mehr in Bewegung zu bringen. Wo sind die Hahnenkämpfe, die verschmähten Jungs, die sich gegenseitig angreifen, um Mandy doch noch zu gefallen? Wo sind die Zickenkriege, bei denen die beiden übrigen Mädchen gegen Mandy ziehen? Dass, was diesen Film wirklich vom Einheitsbrei hervorgehoben hätte, fällt der üblichen Teenie-Grütze zum Opfer.

Kein Zickenkrieg, keine Buhlschaften – so kann die gute Amber Heard, die ich bis jetzt nur als schmückendes Beiwerk bei „Drive Angry“ kannte, gar nicht so richtig in Fahrt kommen. Alles, was sie tun kann, ist hübsch aussehen. Und dabei hätte sie die fiese Strippenzieherin im Hintergrund sein können, die zusätzlich noch die Jungen und Mädchen gegeneinander ausspielt. Das in Verbindung mit einem mysteriösen Killer wäre ein geiler Film gewesen.

So bleibt „All the Boys Love Mandy Lane“ langweilig und vorhersehbar. Gut, das Ende ist dann vielleicht doch ein klein wenig unerwartet, aber das nützt dem Film auch nicht. Den Zuschauer hat Mandy Lane eh schon lange vorher eingeschläfert.

Am ärgerlichsten ist dann doch immer noch, dass man so viel mehr aus „All the Boys Love Mandy Lane“ hätte machen können und dann doch nur Einheitsbrei serviert bekommt.

Wertung: 2 von 10 Punkten (oh, Mandy, wie gerne würde auch ich dich lieben, doch gibst du mir keinen einzigen Anlass dazu…)

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8 Kommentare leave one →
  1. therudi permalink
    9. Mai 2012 10:05

    Fand den auch nicht so prall und musste damals ziemlich viel Haue von Horror-Fanboys einstecken. Schön, dass ich nun nicht mehr alleine bin 😀

    • donpozuelo permalink*
      9. Mai 2012 14:50

      Ach, diese Fanboys…. die Haue hast du definitiv nicht verdient. Der Film ist Müll, hätte aber kein Müll sein müssen. Trotzdem: Schlecht ist schlecht… sowas hat man woanders schon tausendmal besser gesehen.

  2. 9. Mai 2012 21:35

    Danke dafür, dann wird der sischer nicht gekuckt 😀

    • donpozuelo permalink*
      10. Mai 2012 09:08

      Bitte, bitte!!! Den sollte eigentlich keiner gucken. Lohnt sich gar nicht!

  3. 11. Mai 2012 21:02

    Als ich den vor gefühlten Jahrzehnten gesehen habe, war der sogar noch eine Art Geheimtipp. Aber davon habe ich wirklich nichts gesehen. Und wenn man Amber Heard anschauen möchte, wie sie hübsch posiert, gibts sicherlich genug Bilder im Netz. War nicht so dolle.

    • donpozuelo permalink*
      12. Mai 2012 11:14

      Ich hatte auch irgendwo gelesen, dass der Film so was wie ein Geheimtipp für guten Teenie-Horror sein soll. Aber da muss wohl jemand den falschen Film geguckt oder Drogen konsumiert haben. Denn dolle ist der wirklich nicht 😉

  4. 15. Mai 2012 21:54

    Hatte ihn damals auf dem FFF nicht gesehen, aber in Erinnerung, dass er damals gar nicht so schlecht ankam.
    Na vielleicht gucke ich ihn irgendwann doch noch, um mir selbst ein Bild zu machen (und Dich wie immer bestätigen werde :)) ).

    • donpozuelo permalink*
      15. Mai 2012 22:11

      „wie immer“… das klingt ja fast schon zu gut, um wahr zu sein 😉

      Aber ernsthaft jetzt: Den Film brauchst du dir echt nicht anschauen. Nicht gut!!!

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