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Drachenkrieger und Pfadfinder

7. Mai 2012

Könnte es sein, dass in Hollywood ein zweiter Uwe Boll langsam aber sicher seinen Weg in die Kinos findet? Wir erinnern uns: Dr. Uwe Boll, Großmeister hervorragender Videospiel-Verfilmungen und Liebling der Kritiker. Uwe Boll, der Mann, der Deuschlands Ruhm nach außen trägt und sich in Hollywood einen Namen gemacht hat. Vom einfachen Mann zum gefeierten Regisseur! Uwe Boll, oh du mein Vorbild. Aber nun droht diesem Mann die Verdrängung durch ein neues deutsches Alpha-Tierchen im Dschungel des Glanz und Glamour, der sich Hollywood nennt. Und dieses Alpha-Tierchen heißt… Trommelwirbel… Marcus… Niiiiiiispel.

Der gute Marcus kommt aus Frankfurt am Main und hat schon insgesamt fünf Filme in Hollywood gemacht. Anders als sein Vorgänger Boll, der sich fast ausschließlich auf Spiele-Verfilmungen konzentriert hat, liebt Nispel Remakes. Das nehmen wir jetzt mal so hin… ohne irgendeine Wertung 😉 Angefangen hat alles mit dem Remake von „Texas Chainsaw Massacre“. Immerhin durfte er das noch mit Produzent Michael Bay machen, was ja was heißen könnte. Hat’s aber nicht. Statt eigene Stoffe zu entwickeln, blieb Nispel bei der Recycling-Abteilung Hollywoods. Alle Filme – „Pathfinder“, „Freitag, der 13“ und zuletzt seine eigenen Conan-Variante – sind Remakes.

Vor Nispels „Conan“ habe ich mich erfolgreich gedrückt, denn: Es gibt nur einen „Conan“ und der heißt mit Vornamen Arnie!!!! Auch dem Remake zu „Texas Chainsaw Massacre“ bin ich bislang gekonnt aus dem Weg gegangen, denn mal ehrlich: Wer einmal das Original gesehen hat, der will und braucht kein Remake! Tja, aber das Schicksal findet immer einen Weg und so saß ich nun vor Nispels „Pathfinder“ (auch nur ein Remake eines norwegischen Films)… eine dramatische Geschichte über einen namenlosen Fremden, der lange vor Kolumbus mit den Wikingern nach Amerika kommt – als kleiner Junge. Doch diese Wikinger kentern mit ihrem Schiff und nur der Junge überlebt. Dank lieber und freundlicher Indianer darf der Junge zu einem stattlichen jungen Mann (Karl Urban) anwachsen, der aber stets von seiner Vergangenheit verfolgt wird. Die ihn dann auch irgendwann einholt, als eine neue Horde Wikinger (oder auch „Drachenkrieger“ von den Indianern genannt) das Ufer der „Neuen Welt“ erreicht. Unser Indianer-Burschi muss nun kämpfen!!!

„Pathfinder“ könnte mit Gewissheit auch ein Uwe-Boll-Film sein, denn besser hätte Boll es auch nicht hinbekommen. Für gewöhnlich bin ich ja eigentlich ein Freund von gepflegter filmischer Gewalt und „Pathfinder“ hatte eine gute Ausgangssituation um ein nettes Schnitzelfest zu werden: Ein kleiner Indianer gegen ganz, ganz viele böse und große Wikinger. War wohl eigentlich auch Nispels Plan, weswegen er das Drehbuch auch sehr dialogarm gelassen hat. Was ja nicht schlimm gewesen wäre, wenn der Rest funktionieren würde.

Aber Nispel hat allein schon damit Schwierigkeiten, die einzelnen Kampfszenen irgendwie zu einer Geschichte zu verbinden. Man hat schon das Gefühl, dass Nispel sich an so Ein-Mann-Klassikern wie „Rambo“ oder „Predator“ orientiert, doch sein Setting scheint falsch gewählt. Oder ich habe es einfach nicht abgekauft, dass ein kleiner Indianer einen riesigen Haufen riesenhafter Wikinger einfach so um die Ecke bringt. Na klar, hat Nispel ein paar nette Fights, doch im Großen und Ganzen passt das alles nicht so richtig zusammen.

Vielleicht liegt es aber auch einfach nur an Karl Urban, der mit Lendenschurz und langen Haaren so gar nicht das hergibt, was ich von einem kämpferischen Indianer-Wikinger-Adoptivkrieger erwartet habe. Allein diese alberne „Ich-wedele-mein-Schwert-in-der-Nacht-herum“-Übungsszene wirkt einfach nur lächerlich. Urban hat Mühe, diesen namenlosen Geist von einem Krieger mit irgendwas zu füllen. Er hat aber auch wirklich nichts – die Wikinger kann man eh nie auseinander halten, um auf einen einzelnen Hass zu bekommen, die Indianer wirken wie schlechte Statisten aus einem noch schlechteren Western, die auch nur dazu da sind, verheißungsvoll in die Kamera zu starren.

Insgesamt hat „Pathfinder“ also nicht viel zu bieten: flache Figuren, die – zum Glück – kaum den Mund aufmachen und jede Menge Action, die mehr und mehr abflacht, weil man irgendwann einfach den Glauben daran verliert. Was bleibt also: Gar nichts, außer der Wunsch, sich danach vielleicht doch lieber Jim Katzwiesel in „Outlander“ anzuschauen.

Wertung: 2 von 10 Punkten (trotz viel Action und Blut muss ich diesen „Pathfinder“ doch ziemlich fad finden)

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6 Kommentare leave one →
  1. 7. Mai 2012 14:53

    Ähm, uninteressant?
    Also der Film, nicht dein Text – der war bestimmt amüsanter als der Film.

    • donpozuelo permalink*
      7. Mai 2012 15:29

      Ja, Film ist komplett uninteressant. Es sei denn, man braucht mal nen Abend voll sinnloser Gewalt. Aber selbst dann bieten sich immer noch andere Filme an, die wesentlich besser sind als „Pathfinder“ 😉

  2. 8. Mai 2012 09:46

    Nunja…er hat ja eigentlich nicht einmal wirklich Action. Du lässt ihn hier besser wegkommen, als er tatsächlich ist. 🙂

    • donpozuelo permalink*
      8. Mai 2012 15:00

      Besser als er tatsächlich ist… naja gut, vielleicht. Ich will ja auch nicht, dass irgendjemand sagt, ich hätte was weg gelassen. Die Action war nicht wirklich da. Da haste Recht. War ziemlicher Mist.

  3. 8. Mai 2012 19:36

    Eine ganz große Enttäuschung. Da half auch mein Urban-Fan-Sein und beide AUgen zudrücken nicht weiter 😀

    • donpozuelo permalink*
      8. Mai 2012 21:31

      Da hilft nur, wenn wir alle unsere Augen zudrücken 😉 Wirklich bitter, das Ganze!!!

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