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Oh, du Glücklicher!

25. April 2012

Oh, du Glücklicher, der du nicht weißt, wer Nicholas Sparks ist! Oh, du Glücklicher, der du auch kein Interesse daran hast, zu wissen, wer dieser Mann ist. Oh, du Glücklicher, wie gerne würde ich mit dir tauschen! Denn, ach… ich bin ein Unglücklicher! Warum? Weil ich weiß… ich weiß um diesen Mann, den ich unweigerlich die amerikanische Rosamunde Pilcher nennen möchte. Und ja ich weiß, dass dieser Mann – obwohl er tatsächlich ein Mann ist – sich nur mit furchtbaren Schnulzen beschäftigt. Aber wer kann es ihm verübeln, wenn sie doch alle gekauft werden, wenn sie doch ständig alle von Hollywood verfilmt werden? Wer ist dann der Glückliche und wer der Unglückliche?

Der Glückliche ist nach wie vor Mr. Nicholas Sparks, der seit 1994 ein Buch nach dem anderen schreibt. Der Unglückliche bin ich, der sich nun selbst ein Bild davon machen durfte, was für ein Film aus einem Sparks-Buch wird. Bereits zum siebten Mal schaffte Sparks es mit einer Geschichte auf die große Leinwand. In „The Lucky One – Für immer der Deine“ lernen wir den Kriegsveteranen Logan kennen. Nein, das ist jetzt nicht der X-Men-Logan, sondern der zarte „High School Musical“-Logan Zac Efron. Der findet während eines Einsatzes das Bild einer hübschen Frau. Dadurch, dass er das Bild findet, entgeht er glücklicherweise einer Bombenexplosion. Die Schutzengel-Theorie taucht auf – und kaum ist Logan wieder zuhause, macht er sich auf der Suche nach seinem Engel. Den findet er in der hübschen Beth (Taylor Schilling), die mit ihrem Sohnemann und ihrer Mutter (Blythe Danner) so eine Art Hunde-Hotel führt. Doch wie es so immer ist, fehlen Logan die richtigen Worte, um Beth zu sagen, warum er wirklich da ist. Und so nimmt er erst einmal einen Job in dem Hunde-Hotel an und schaut, was sonst so passiert.

Was sonst so passiert, kann sich wirklich jeder an einer Hand abzählen. „The Lucky One“ ist wirklich klassisches Schnulzenkino, dass wirklich so überhaupt keine Überraschungen liefert. Die Dynamik zwischen Beth und Logan ist altbekannt: Erst ist sie skeptisch, dann verliebt, dann kommt ihr Ex, dann ist sie traurig und irgendwann sind alle wieder super glücklich. Das ist alles! Und ich verrate das jetzt, damit auch wirklich niemand in diesen Film geht. „The Lucky One“ hat nämlich einfach nichts zu bieten, was einen Kinobesuch rechtfertigen würde. Filme wie diesen gibt es tausende und abertausende. Das hat man alles irgendwo schon einmal gesehen und wird auch von Minute zu Minute nicht besser. Im Gegenteil, dieses Gefasel von Schicksal und Bestimmung sind einfach nur schrecklich albern…

Ich möchte ja fast dazu neigen, diesen Film als Frauenfilm abzutun, und das ist ja auch ganz klar das Zielpublikum des Films. Nur irgendwie wäre diese Bezeichnung eine Beleidigung für jede Frau. Also formuliere ich es mal so: „Dies ist ein Film für jeden weiblichen High School Musical-Fan, der tatsächlich vorhat, mit seinen Lieblingen erwachsen zu werden.“ Aus welchem Grund sonst hätte man Zac Efron die Hauptrolle für diesen Film gegeben? Damit wenigstens ein paar Leutchen reingehen. Aber der gute Zac bringt es einfach nicht: Man sieht zwar, dass er fleißig im Fitnessstudio war, aber mehr Vorbereitung scheint es für die Rolle nicht gegeben zu haben. Zac Efron ist einfach so richtig un-überzeugend – sowohl als heimkehrender Soldat als auch als Verliebter. Alles, was er kann, ist in immer der gleichen Miene die Menschen anzustarren. So richtig kann man nie sagen, was er gerade für eine Gefühlsregung spielen möchte. Aber zum Glück sagt er ja meistens was oder haut wütend gegen die Wand oder versucht ein wenig zu weinen. Große Schauspielkunst darf man aber nicht von ihm erwarten… wie denn auch, wenn alles, was er vorzuweisen hat, wildes Rumgehüpfe an der High School ist.

Ähnliches gilt auch für die eigentlich noch komplett unbekannte Dame an seiner Seite: Taylor Schilling hat auch nicht wirklich überzeugt, ist aber zumindest nett anzuschauen, was ein mickriger Pluspunkt ist, wenn man bedenkt, dass man hier ein Liebesdrama zu sehen bekommt. Von Liebe spürt man nicht viel und von Drama erst recht nicht. Nur in mühsam zusammengeschusterten Montagen mit seichter, trauriger Musik kommt „The Lucky One“ dem nach, was er eigentlich will: Emotionen erzeugen. Doch wie gesagt, das geschieht eigentlich auch nur dank der Musik.

Wie gesagt, wenn die Darsteller wenigstens gestimmt hätten, dann hätte „The Lucky One“ vielleicht was werden können. Wenn Zac Efron schauspielern könnte, dann wäre er auch glaubwürdig gewesen. Doch sind da zu viele „Wenns“, „Wäres“ und „Hättes“. „The Lucky One“ kann man getrost vergessen – taugt weder als Frauenfilm noch als Date-Movie. Obwohl… für Frischverliebte, die viel mit sich selbst beschäftigt sind, ist der Film genau richtig: Man muss eh nicht auf das achten, was vorne auf der Leinwand passiert.

Wertung: 2 von 10 Punkten („The Lucky One“ ist derjenige, der diesen Film verpasst)

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13 Kommentare leave one →
  1. 25. April 2012 07:10

    Schön.
    Es wird allgemein viel zu wenig auf solchen Filmen rumgehackt und zu oft auf Transformers & Co.

    Weiter so. 🙂

    • donpozuelo permalink*
      25. April 2012 07:40

      Danke, danke! Aber das mit dem „Wenig Rumhacken“ liegt wohl eher daran, dass ich zumindest so einen Film nie freiwillig gucken würde, weil allein schon der Trailer alles aussagt, was man zu diesem Film wissen muss. 😉

  2. 25. April 2012 08:58

    :)) Du hast mein vollstes Mitgefühl!

  3. 25. April 2012 12:22

    Ähm, ich leide mir dir und bin froh, dass mir freisteht, welche Filme ich im Kino für teures Geld oder sonst wo sehe.

    • donpozuelo permalink*
      25. April 2012 14:31

      Ich musste ja zum Glück nichts zahlen, war nur eine Pressevorführung. Schlimm genug war’s trotzdem 😉

  4. 25. April 2012 21:03

    hm, „lol“ triffts ganz gut 🙂

    • donpozuelo permalink*
      25. April 2012 22:40

      „ROFL“ 😛

      • 27. April 2012 09:25

        Gibt eigentlich genau das wieder, was ich mir dachte, als ich den Trailer sah… 😉

        • donpozuelo permalink*
          27. April 2012 09:38

          Wenn du den Trailer gesehen hast, hast du quasi den Film gesehen. Schön zusammengeschnitten und gerade noch erträglich! 😀

  5. 27. April 2012 14:54

    sehr schön mit spitzer Feder geschrieben

    • donpozuelo permalink*
      27. April 2012 17:57

      Willkommen und vielen Dank!!! 😀

Trackbacks

  1. 2012 « Going To The Movies

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