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Die Matrix der Führerschaft

11. April 2012

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
Dass ich so traurig bin;
Ein Märchen aus nicht all zu alten Zeiten,
Das will mir einfach nicht in den Sinn.

Ich nenne das Einleitung „Heine-Style“, nur dass es mir nicht um die Lorelei am Rhein geht, sondern nach wie vor um große Roboter, die sich in schicke Autos transformieren. Natürlich ist die Rede von „Transformers“ und leider Gottes muss ich sagen, dass ich damit immer noch nicht klar komme. Ich hatte ja schon damals arge Schwierigkeiten mit dem ersten Teil. War mir alles zu viel Bumm und zu wenig Hui.

Aber wie ich schon des öfteren angedeutet habe, bin ich ein neugieriger Filmegucker, und wenn etwas so erfolgreich ist wie der „Transformers“-Franchise, dann beobachte ich das weiterhin. Dank einem übervollen Feiertagsprogramm zu Ostern, wo man nicht weiß, welchen Sender man denn nun eigentlich schauen soll, konnte ich mir mal den zweiten Teil der „Transformers“ anschauen. Und ich muss ehrlich sein, ich hatte große Hoffnungen: Schließlich war ja jetzt alles geklärt, die wichtigsten Figuren vorgestellt – Teil 2 konnte sich (so meine wilden Vorstellungen) wohl und ganz entfalten: Robo-Action vom Feinsten. Am besten noch mit spannender Geschichte.

Was das angeht, war ich schon von Anfang an für „Transformers 2: Die Rache“, denn ich stehe auf diese „Wir waren schon lange vor euch da und haben Geheimnisse überall in der Geschichte versteckt“-Prämisse. Find ich super, mag ich total gerne. Und irgendwie ist jede Geschichte, die so was zur Grundlage hat, ein wenig Abenteuerfilm: Nachdem der mächtige All Spark in Teil 1 zum größten Teil vernichtet und der fiese Megatron im Meer versenkt wurde, ist Sam (Shia LaBeouf) jetzt ein ganz normaler College-Gänger. Naja, so normal wie man mit außerirdischen Robotern als Freunden nur sein kann. Doch der Schein trügt: Im All lauert eine weitaus größere Gefahr als der mickrige Megatron. „The Fallen“ – ein übermächtig fieser Robo – will auf der Erde eine alte Maschine finden, mit der er die Sonne zerstören will, um ihre Energie abzuzapfen. Klar, dass das verhindert werden muss.

Schande über mein Haupt, aber ich kann mit den Transformers einfach nichts anfangen. Die Spielzeuge früher waren super, aber den Filmen kann ich einfach nichts abgewinnen. Und dabei würde ich das so gerne, denn eigentlich macht Michael Bay doch alles richtig. Denn wo Bay drauf steht, da steckt auch Bay drin. „Transformers 2: Die Rache“ macht da keine Ausnahme. Action satt, Explosionen satt, Sprüche satt. Im Vergleich zum ersten Teil gibt’s da auch noch große Steigerung – am allerbesten sind aber natürlich wieder die Robo-Effekte. Das sieht wirklich alles sehr zum Niederknien aus. Da muss man Bays Special-Effect-Team einfach gratulieren: Was wir hier zu sehen bekommen, sieht wirklich atemberaubend aus. In Sachen verrücktes Roboter-Design legen die Jungs die Latte schon mal sehr hoch. Ob nun Einzelgänger oder im „Power-Rangers, vereinigt euch“-Stil: Diese Roboter hauen dich weg. Im wahrsten Sinne des Wortes. Hier kracht Metall auf Metall und nichts im Umkreis bleibt verschont. Selbst die unschuldigen Pyramiden in Ägypten müssen unter der Wucht des Robo-Krieges dran glauben.

Das alles ist wunderbar. In Teil 1 hat mich das Robo-Gekloppe irgendwie noch gestört, dieses Mal war ich vorbereitet und dieses Mal sah das alles natürlich auch noch viel besser aus, weswegen man den „Transformers“ in der Sparte Action und Effekte rein gar keinen Vorwurf machen darf.

Und trotz alle dem: Ich wurde auch mit diesem Film nicht wirklich warm. Vielleicht liegt es daran, dass ich Shia LaBeouf jetzt nicht sooo sehr mag. Vielleicht störten mich auch diese ganzen bedeutungsvollen Namen wie „The Fallen“ oder „Die Matrix der Führerschaft“. Vielleicht waren es auch diese beiden doofen Zwillingsbots, die plötzlich das komödiantische Duo des Films sein sollten. Oder war es doch diese alberne „Sag jetzt endlich ‚Ich liebe dich‘“-Grütze zwischen Sam und seiner Herzensdame Mikaela.

Es ist von allem etwas. Und das war irgendwie mein größtes Problem an dem Film: Im Großen und Ganzen eigentlich überwältigend, in den kleinen Details und Lückenfüllern dann aber absolut langweilig. Keine der Figuren hat sich seit dem letzten Teil groß weiter entwickelt. Die Menschen haben ihren Status Quo beibehalten. Gut, jetzt könnte man sagen, dass LeBeouf und Co. ja eh nur mickrige Nebendarsteller sind, aber bei so viel Mechanik fehlte mir dann doch einfach das Menschliche: Mehr Gefühl, mehr Drama, mehr Witz.

Wertung: 5 von 10 Punkten (Effekte sind super, der Rest leider gar nicht)

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11 Kommentare leave one →
  1. 11. April 2012 09:50

    Man konnte bei deinem Titel ja so ganz leicht auf braune Gedanken kommen…hehe das musste sein ;)…aber ja Transformers ist halt typisches Michale bay Kino, dass man entweder mag oder nicht, mir persönlich hätte der erste Teil gereicht..ausser vielleicht die weiteren Hot-Shots von Miss Fox

    • donpozuelo permalink*
      11. April 2012 13:37

      Das soll ja auch so, denn ich finde allein diesen Namen schon extrem albern „Die Matrix der Führerschaft“. Noch schlimmer hätten sie es nicht nennen können.

      Wie schon gesagt, selbst Teil 1 war für mich schon schwer, aber beide Teile liefen zu Ostern, da habe ich nochmal reingeschaut. Und ich kann trotzdem nicht damit, auch mit diesen Megan-Fox-Spindbildern. Zumal jeder Film nur eine einzige Einstellung davon hat und danach ist es eh vorbei mit ihr. Viel zu überbewertet in diesen Filmen – die Frau!!!

  2. 11. April 2012 13:04

    Der kommt bei dir ja noch recht gut weg 😀 Ist der zweite Teil nicht auch der, in der die Mutter von LaBoeufs Rolle vollkommen stoned über den Campus stolpert? Das war zumindest eine der Szenen, die mir im Gedächtnis geblieben ist, weil sie so unerträglich witzig sein wollte und nur nervte. Von den vielen „Das US-Militär ist klasse“ *Daumen-hoch* Passagen ganz zu schweigen, haben mir nur die Effekte gut gefallen – das hat mich aber auch nicht weiter gut unterhalten…

    • donpozuelo permalink*
      11. April 2012 13:39

      Ja, dass ist der Mama-Lebouf-ist-stoned-Teil. Und auch das ist ein guter Punkt für die unlustigen Szenen in diesem Film, der so einige davon hat. Bis auf die Effekte kann man hier auch alles andere in die Tonne kloppen. Deswegen sage ich ja: Mir fehlt das Menschliche unter all den Robos.

  3. 16. April 2012 02:24

    Ich glaube ich war der einzige, der alleine bei der Lektüre des Titels genau wusste, was für ein Film kommt. Ich bin schlimm, wenns um solche Blockbuster geht. Ich weiss. Aber ich mag halt so Rummsdibumms-Kino, nur fand ich den ebenfalls ganz, ganz ungeniessbar. Von genannter Stoned-Szene, über die Action bis zu den ohnehin immer sehr faden Plot & Schauspielern. Selbst Megan Fox war nicht so sexy wie in Teil 1. Ich weiss noch, wie ich den ersten gesehen habe, und gleich gegoogelt habe, wer die Schnitte ist. 😉

    Gefallen hat mir dagegen der alte Transformer-Blackbird. Der war lustig, und nicht peinlich-lustig sondern entlockte mir tatsächlich einen Lacher.

    • donpozuelo permalink*
      16. April 2012 08:07

      😀 Wenigstens einer, der nicht gleich an rechtes Gedankengut denkt!!!

      Ja, dieser alte Transformer hatte was und eigentlich hatte die ganze Idee hinter dem zweiten Teil was, aber am Ende war’s dann echt anstrengend, sich das anzuschauen. Wie ist denn Teil 3??? Kann ich mir den jetzt erst recht sparen oder ist der wieder annehmbarer? 😉

      • 16. April 2012 14:06

        Ich finde den dritten ja wieder etwas gelungen, weil er wieder gute Action hat, sowie stellenweise angenehm kompromisslos ist. Sprich Figuren sterben und halb Chicago ist ein Trümmerhaufen. Ich hab ihn gemocht.

        • donpozuelo permalink*
          16. April 2012 19:40

          Okay, danke für die Info. werde damit dann wohl auch wieder warten, bis der Film im Free-TV läuft 😉

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