Skip to content

Kampf dem Kraken!

4. April 2012

Griechische Mythologie finde ich super! Habe ich schon als Junge gerne gelesen. Da gab’s wenigstens Sex und Gewalt. Gut, manchmal war der Sex schon etwas merkwürdig – Zeus als Schwan oder Stier mit einer Frau ist vielleicht kein gesundes Sex-Bild. Aber so war der gute Zeus halt – hat alles genommen, was nicht bei drei auf den Bäumen war. Und als kleiner Junge liest man solche Geschichten dann doch ganz gerne 😉 Hinzu kam dann auch noch eine ordentliche Brise Gewalt: Titanen, die sich mit Göttern Schlachten liefern, Titanen, die ihre eigenen Kinder fressen, Götter, die sich in die Geschicke der Menschen einmischen, Halb-Götter mit Superkräften!

Mann, wenn man das so liest, dann müsste man ja fast meinen, aus mir wäre der absolute Psychopath geworden. Aber dem ist nicht so: Ich liebe meine Mutter in normalen Verhältnissen, ich möchte meinen Vater nicht töten und nein, ich möchte auch meine Kinder nicht fressen. Und trotzdem bleibe ich dabei: Griechische Mythologie hat so einiges an guten Stoffen zu bieten. Kein Wunder also, dass Filme sich immer gerne daran bedienen.

Womit wir beim Thema wären… oder noch nicht ganz. Vielleicht darf ich den Umweg noch machen und sagen, dass ich auch Fernsehen toll finde. Da kann ich mir wenigstens all die Filme angucken, für die ich nie ins Kino gehen oder mir die DVD kaufen würde – prominente Beispiele sind da „Twilight“ oder letztens erst „G.I. Joe“. Jetzt brachte mir das Fernsehen „Kampf der Titanen“. Den Film hatte ich damals gemieden, weil zu viele Leute sich wegen der beschissenen 3D-Effekte beschwert hatten. Und nachdem ich das Original aus den 80ern gesehen hatte – mit all den verspielten Stop-Motion-Tricks – wollte ich mit der Neuverfilmung nichts am Hut haben.

Aber dann kam ja das Fernsehen und brachte mir erneut die Geschichte um Perseus (Sam Worthington), der sich den Kopf der Medusa holen muss, um die junge Prinzessin Andromeda (Alexa Davalos) zu retten, die eigentlich dem fiesen Kraken von Hades (Ralph Fiennes) geopfert werden soll. Zum Glück hilft Papa Zeus (Liam Neeson) und auch Perseus Konsorten sind nützlich im Kampf gegen Riesenskorpione und sonstiges mythologisches Ungeziefer.

Nach Transportern, einem wilden Jet Li und einem noch wilderen Hulk kümmerte sich Louis Leterrier 2010 also um den „Kampf der Titanen“. Ein bisschen Mythologie, ein bisschen Remake und eine ganze Menge Action und Monster. Den Mythologie-Teil kann man schnell abfertigen – das ist schließlich nur Grundgerüst für die große Effekt-Schlacht. Es gibt fliegende Pferde (Pegasus sieht in Schwarz tatsächlich ziemlich cool aus) und Götter (Liam Neeson war ein wenig zu überbelichtet, dafür sah Fiennes als Hades verdammt krass aus). Das mit dem Remake ist so eine Sache – grundsätzlich sind sich die Geschichten ähnlich, aber das liegt daran, dass die Sage die eigentliche Grundlage ist. Zumindest dürften sich Freunde des Originals über den Witz mit der mechanischen Eule am Anfang des Films gefreut haben.

Kommen wir also zu den Sachen, die „Kampf der Titanen“ wirklich ausmachen: Action und Monster. Fangen wir gleich beim Guten an: Der Kraken war schon ziemlich geil. Und ein gutes Seeungeheuer bezahlt doch schon mal die halbe Miete. Das kann man scheinbar fast wortwörtlich nehmen, denn alles andere sieht nach dem Kraken einfach nur noch albern aus (wohl auch der Grund dafür, dass das Vieh erst am Ende zur Geltung kommt). Die Skorpione waren irgendwie überflüssig und spätestens bei Meduas habe ich mich sehr nach der Stop-Motion-Schlange aus der Mache von Ray Harryhausen gesehnt.

Alles in allem fand ich „Kampf der Titanen“ schon etwas lahm. Nicht wegen der Action, die war ganz okay. Aber das Drumherum war ein wenig fad. Doch ich bin kein Massstab, ansonsten wäre es wohl nie dazu gekommen, dass sich nach dem Kampf jetzt auch „Der Zorn der Titanen“ auf uns Kinogänger richtet. Zum Glück gibt’s den dann sicherlich auch irgendwann wieder im Fernsehen 😉

Wertung: 5 von 10 Punkten (nettes Griechengemetzel ohne Seele)

Advertisements
16 Kommentare leave one →
  1. 4. April 2012 07:18

    Mich hat eigentlich nur gestört, dass der Kraken nur so einen kurzen Auftritt hatte. Ansonsten war man noch weiter weg von der Vorlage als bei der 80er-Version, aber das ist an sich kein Kritikpunkt, hinsichtlich künstlerischer Freiheit und so. Das Drumherum fand ich allerdings auch mehr als fad.

    Was den zweiten Teil angeht, habe ich irgendwie überhaupt keine Erwartungen mehr. Es gibt keine richtige Vorlage und schauspielerische Hochleistungen erwarte ich auch. Dafür sind dann wenigstens Bill Nighy und Toby Kebbell als kleiner Lichtblick vorhanden.

    • 4. April 2012 07:21

      …schauspielerische Leistungen erwarte ich auch NICHT.

      Ist anscheinend doch noch etwas zu früh. ^^

      • donpozuelo permalink*
        4. April 2012 08:55

        Naja, ich finde es schon recht bitter, wenn eine Neuverfilmung, die alle technischen Möglichkeiten hat, trotzdem gegen handgemachte Stop-Motion-Effekte übelst abstinkt.

        Der Kraken war echt super, hätte ich auch gerne mehr von gesehen. War irgendwie wie bei manchen Spielen: Der Endboss ist enttäuschend schnell besiegt 😉

  2. 4. April 2012 09:06

    Mir hat der erste Film besser gefallen. Dafür gestern der 2. Teil nicht mehr so gut. Kannst bei Interesse ja mal vorbei schaun. 😉

    • donpozuelo permalink*
      4. April 2012 12:26

      Wie gesagt, bei Teil 2 warte ich, bis ich den auch im TV zu sehen bekomme. Nach diesem Teil gebe ich dafür kein Geld aus 😉

  3. 4. April 2012 13:40

    Ich habe den Film bisher nicht mal im TV geguckt. Wenn das keine Strafe an einfachste Action-Blockbuster ist 😀

    • donpozuelo permalink*
      4. April 2012 14:58

      Wohl wahr, wohl wahr. Schäm dich 😉 Wenigstens dem niedrigsten Free-TV kannst du doch mal eine Chance können, dich mit einfachen Blockbustern zu unterhalten.

  4. 4. April 2012 22:06

    Da ich bei beiden Teilen frei von jeglichsten Ansprüchen war, konnte ich beide Teile hemmungslos geniessen. Der 2. hat mir sogar richtig spass gemacht. Aber ich bin auch kein Massstab. Mir hat auch DIE SCHLÜMPFE ganz gut gefallen! 😛

    • donpozuelo permalink*
      5. April 2012 08:13

      Uh, die Schlümpfe als Referenz klingt gar nicht gut, obwohl man wohl beide Filme vom Niveau her auf die gleiche Stufe stellen könnte, oder??? 😉

      • 5. April 2012 16:01

        Genau! Deshalb hab ich die beiden Filme in einem Atemzug erwähnt – und eben weil ich sie beide tatsächlich gut fand. 🙂 Steinigt mich jetzt. Loooos! 🙂

        • donpozuelo permalink*
          5. April 2012 17:07

          Wir werden alle nur stumm mit dem Kopf schütteln. Das Titanengekloppe kann man ja noch als „männlich“ nennen, aber „Die Schlümpfe“… gut, wir wollen jetzt nicht urteilen. Nur den Kopf schütteln. 😛

  5. 6. April 2012 23:15

    Oh, der lief im Fernsehen?
    Ich hatte es einmal versucht ihn zu sehen, bin aber eingeschlafen, was mir wirklich nicht sehr oft passiert. Mist. Dann muss ich die DVD doch noch mal einlegen :))

    • donpozuelo permalink*
      8. April 2012 20:59

      Muss du nicht! Hat man eigentlich nicht wirklich viel verpasst 😉

Trackbacks

  1. Ein Hoch auf den iPod « Going To The Movies
  2. Abrakadabra | Going To The Movies
  3. Blogparade: Die zehn schlechtesten Remakes | Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: