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A Gentlemen’s Agreement

5. März 2012

Wir kennen doch alle die Geschichte, die uns über die Beatles erzählt wird. Die böse Hexe Yoko Ono ist Schuld daran, dass die Jungs sich nicht mehr gut miteinander verstanden haben. Aber mal ehrlich, ist das wirklich so? John lernt Yoko kennen, er verliebt sich und macht sich mit ihr vor aller Welt ein wenig zum Affen – so mit nackt im Hotelzimmer rumhängen und den Weltfrieden propagieren. Aber man kann doch nicht der guten Yoko alle Schuld in die Schuhe schieben. Die kann doch nichts für ihre Wirkung auf den lieben John. Der wahre Schuldige ist einzig und allein John Lennon selbst. Und warum ich das so sage? Nun, es gibt ein eisernes Gesetz unter Männerfreundschaften, dass schon lange besteht (und nicht erst seit „How I Met Your Mother“). Und dieses wichtige Gesetz besagt: „Bruder vor Luder“ oder neudeutsch: „Bro’s before hoe’s!“ Einfach und simpel.

Wir armen Männer haben es da nicht leicht, unsere Freundschaften aufrecht zu halten, wenn eine Frau ins Spiel kommt. Von dieser Schwierigkeit wissen auch FDR Foster (Chris Pine) und Tucker (Tom Hardy) – die beiden haben sich nämlich in dieselbe Frau verliebt – die bezaubernde Lauren (Reese Witherspoon). Klingt nach langweiliger Schnulze – vielleicht. Damit man „This Means War“ aber nicht zu schnell in diese Schublade schieben kann, wird die Story um eine Kleinigkeit verfeinert: FDR und Tucker sind CIA-Agenten, die mal eben ihre Ressourcen dazu verwenden, um sich gegenseitig auszuspionieren. Ach ja, und Til Schweiger versucht als „fieser“ Bösewicht auch noch den beiden Freunden an den Kragen zu gehen.

Tja, das ist also „This Means War“. Übrigens wieder einer dieser Filme, bei dem man leicht über die deutsche „Übersetzung“ des Titels schreien könnte. „Das gibt Ärger“ klingt nach einem Steve Martin-Film. „This Means War“ lässt zumindest immer noch die Hoffnung, dass es diesen titelgebenden Krieg tatsächlich zu sehen gibt. So steht man sich mit dem deutschen Titel wieder selbst im Weg. Denn auch wenn der Titel wirklich scheiße klingt, denn auch wenn eine Reese Witherspoon vielleicht nicht jeden ins Kino lockt, „This Means War“ hat mich echt umgehauen.

Klar, ich hatte nicht all zu viele Erwartungen an diesen Film und wurde umso mehr überrascht. Wo soll ich da bloss anfangen? Vielleicht mit der Tatsache, dass „This Means War“ der vielleicht beste Dating-Film aller Zeiten ist. Wieso? Nun ja, „This Means War“ bietet für jedes Geschlecht genau das Richtige.

Für die Männer hätten wir da astreine Action: Chris Pine ist ja „Star Trek“ erprobt und von Tom Hardy müssen wir ja gar nicht erst sprechen, der Mann ist ja sowieso so richtig gut im Kommen. Die beiden funktionieren als Agenten-Freunde wunderbar: Pine als der Schnösel-Typ, Hardy als der Nette von nebenan. Die geraten gut aneinander, vor allem, wenn sie sich gegenseitig sabotieren. Regisseur McG lässt es krachen – immer auf sehr amüsante, aber rasante Weise. Als Action-Film mit guten Sprüchen und einem sich bekriegenden Buddy-Team ist „This Means War“ mehr als nur gelungen.

Für die Frauen hätten wir da die Liebeskomödie: Die Hauptdarsteller sind attraktiv und Witherspoon weniger nervend als ich gedacht hatte. Die Chemie stimmt, die „romantischen“ Dates glänzen durch spritzige Dialoge (natürlich kann ich hier nun vom Original-Ton sprechen). „This Means War“ ist sicherlich nicht so 100%ig, die Art von Liebeskomödie, die sich Frau wünscht. Aber definitiv die Art, bei der Mann gerne zugeben darf, sie gesehen zu haben.

Einziger Schwachpunkt – wie sollte es anders sein – ist unser Til. Also warum Leute immer noch behaupten, der Mann wäre ein guter Schauspieler!!! Kann ich nicht begreifen. Aber zum Glück wird sein Charakter in „This Means War“ nur als winzig kleine Figur benutzt, um dem Plot die Möglichkeit zu geben, ein befriedigendes Ende zu finden.

„This Means War“ ist die Art von Film, die ich ohne weiteres als perfektes Popcorn-Kino weiterempfehlen kann. Perfekt, weil die Action stimmt. Perfekt, weil man bei der Story nicht groß nachdenken muss und es trotzdem Spaß macht. Perfekt, weil die Schauspieler gut zusammenpassen und das Timing zwischen ihnen einfach stimmt. Perfekt einfach deswegen, weil ich schon lange nicht mehr so viel im Kino gelacht habe.

Wertung: 9 von 10 Punkten („Bruder vor Luder“ – es ist einfach so, wie dieser Film wunderbar beweist)

19 Kommentare leave one →
  1. 5. März 2012 07:54

    Also klar war John Lennon ein Weichei. Trotzdem ist Yoko Ono an allem Schuld! DAS lasse ich mir nicht ausreden.
    Ach ja der Film. Der Schwachpunkt des Films wird leider für mich auch der Grund sein, ihn nicht zu gucken.

    • donpozuelo permalink*
      5. März 2012 08:27

      Aber mach das nicht. Vielleicht hätte ich es nicht erwähnen sollen, war selber total überrascht, als da Tils Fresse auftauchte, aber der kommt wirklich nur äußerst selten drin vor. Viel Sprechzeit bekommt er – zum Glück – auch nicht. Er guckt nur zwei, drei Mal doof in die Kamera und das war’s. Der Rest ist wirklich mehr als nur sehenswert.

      Großes Kinoblogger-Ehrenwort!!!!

      • 5. März 2012 22:10

        Großes Kinoblogger-Ehrenwort? Na, ich gucks dann doch lieber vorsichtshalber auf DVD, da kann ich den Schweiger (wenn er’s doch auch täte!) notfalls wegspulen 😉

        • donpozuelo permalink*
          5. März 2012 23:02

          Na gut. Ich gebe mich geschlagen. Auch wenn das große kinoblogger-ehrenwort weiterhin besteht.

  2. 5. März 2012 08:03

    Til ist kein Schwachpunkt! Til ist der unterftzfste Fffpler Deutflnds. So! 😉

    • donpozuelo permalink*
      5. März 2012 08:27

      „Til ist der unterftzfste Fffpler Deutflnds.“ Genau so wollte ich es eigentlich auch sagen. Vielen Dank 😉

  3. Owley permalink
    5. März 2012 11:43

    Muss ich unbedingt sehen – vorallem wegen TH. ❤

    • donpozuelo permalink*
      5. März 2012 13:29

      Unbedingt!!! TH ist echt gut und auch sehr viel sympathischer als CP! 😉

      • Owley permalink
        5. März 2012 13:56

        Den mag ich einfach, weil er Spock auf die Fresse gibt 😉

        • donpozuelo permalink*
          5. März 2012 14:15

          Echt? Wo denn???

        • Owley permalink
          6. März 2012 00:20

          In Star Trek? Halloooooooooho… 😉

  4. 5. März 2012 13:16

    Hm, also ins Kino renne ich dafür nicht 😀 Aber wenn mich der Film mal in der Videothek mal anlächelt, werde ich mich an dein Kinoblogger-Ehrenwort schon noch erinnern.

    • donpozuelo permalink*
      5. März 2012 13:30

      Man muss dafür nicht ins Kino rennen, gemütlich gehen reicht vollkommen aus 😉 Nein, nein. Der Film reicht sicherlich auch als DVD, dann aber bitte definitiv anschauen.

  5. 5. März 2012 19:24

    Die Witherspoon könnte aber trotzdem ruhig mal wieder so etwas wie „Walk The Line“ oder „Sweet Home Alabama“ machen

    • donpozuelo permalink*
      5. März 2012 23:01

      Ihr Problem ist höchstwahrscheinlich, dass sie keine anderen Rollen mehr bekommt außer der süßen Blonden von nebenan. Dabei kann sie ja schon mehr.

  6. 19. März 2012 10:25

    Allein wegen Tom Hardy hatte ich den im Fokus, hätte aber nicht gedacht, dass er so gut ist. Vielleicht dann doch mal ins Kino dafür, mal schauen.

    • donpozuelo permalink*
      19. März 2012 11:52

      Ich hatte mir den, ehrlich gesagt, sehr viel schlimmer vorgestellt. Dafür wurde ich dann umso mehr überrascht, weil der wirklich amüsant und gut ist. Kann man sich auf jeden Fall anschauen!

  7. 23. März 2012 00:00

    Du überrascht mich – oh man, ich fand den soo schlecht 😆

    • donpozuelo permalink*
      23. März 2012 07:19

      😀
      Ich verweise da gerne noch einmal auf unsere „Safe House“-„Haywire“-Kontroverse! Ich fand den Film eigentlich echt gut. Hab mich tot gelacht im Kino! Hatte wahrscheinlich genau den richtigen Tag und die richtige Stimmung erwischt. Wer weiß das schon???

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