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Big Trouble in Little Africa

22. Februar 2012

Den Namen Daniel Espinosa sollte man sich mal merken. Espinosa hat in diesem Falle aber nichts mit Carla Espinosa aus „Scrubs“ zu tun. Dieser Espinosa ist in etwas so Latino wie ich. Sprich also gar nicht. Dieser Espinosa kommt aus Schweden. Und wie das so ist: Europas gute Regisseure können früher oder später dem Ruf Hollywoods nicht widerstehen. Oder anders rum. Auf jeden Fall landen sie alle irgendwann im Traumland Hollywood. Nur um zu erleben, dass dort die Dinge ein wenig anders laufen. Während man sich hier in Europa nicht auf allzu viel Geld stützen kann, gibt es davon in Hollywood scheinbar mehr als genug. Problem dabei ist nur: Je mehr Geld im Spiel ist, desto mehr Menschen wollen mitreden. Ob sie nun Ahnung vom Film haben oder nicht. Von ähnlichen Problemen kann auch Daniel Espinosa sprechen. Allerdings scheint der gute Mann sich trotzdem gut durchgesetzt zu haben.

Sein erster Hollywood-Film kann sich nämlich durchaus sehen lassen. In „Safe House“ sitzt ein junger CIA-Agent namens Matt Weston (Ryan Reynolds) in Kapstadt und bewacht ein CIa-Safe House. Seit einigen Monaten. Ohne, dass auch nur irgendwas passierte. Aber wie so oft, passiert pünktlich zum Beginn des Films dann doch was: Der ehemalige CIA-Agent Tobin Frost (Denzel Washington), der sich darauf spezialisiert hat, „Betriebsgeheimnisse“ an den meist bietenden zu verkaufen, wird Westons Gast im „Safe House“. Welches dann Sekunden später überrannt wird. Weston flüchtet mit Frost und muss sich nun fragen: „Wer hat das Haus und mich verraten? Wer hat es auf Frost abgesehen?“

Als reiner Action-Film hat mir „Safe House“ gut gefallen. Espinosa fackelt nicht lange rum, sondern legt von Anfang an richtig los. Kurze Einführung und dann… Verfolgungsjagden, Schießereien und Prügeleien. Ryan Reynolds muss ordentlich ran. Darf als Rookie Weston beweisen, dass die CIA ihre Agenten gut trainiert. Zugegebenermaßen sind manche Sachen sehr hektisch inszeniert. Hektisch, aber gut. Die einzelnen Szenen sind schnell, sind hart, sind gut. Dazu kommt diese leicht körnige Farbgebung – manchmal ist das Bild ein wenig zu überstrahlt, manchmal der Fokus nicht richtig da. Den Action-Sequenzen gibt das Ganze einen etwas dreckigeren Touch. Es ist nicht Hochglanz-Hollywood und gerade das macht „Safe House“ sympathisch. Besonders gut gelungen sind Espinosa auch die Aufnahmen während eines WM-Spiels, spannender wird’s da nur noch, wenn Weston Frost durch einen Township jagt.

„Safe House“ macht seinen Hauptdarstellern das Leben schwer. Gut, Denzel Washington vielleicht etwas weniger. Der ist eigentlich fast schon ein wenig unterfordert, besteht doch der Großteil seiner Aufgabe darin, ein paar kryptische Mitteilungen weiterzugeben und sich hin und wieder auch mal zu prügeln. Das Problem mit Denzel Washington in dieser Geschichte ist, dass es sich zu sehr nach „Training Day“ anfühlt. Nur halt in Afrika und ohne einen Oscar-würdigen Washington. Dem wird hier tatsächlich die Schau von Ryan Reynolds gestohlen. Reynolds hat mir in „Safe House“ echt gut gefallen: Zum einen passt sein Dackelblick perfekt zu dem überforderten CIA-Agent, zum anderen kann er sich in Sachen Action sehen lassen.

Das einzige große Manko an „Safe House“ ist… Trommelwirbel… die Story! Klar, gerade diese Nummer „Alter Hase trifft auf jungen Hase“ in Verbindung mit Denzel Washington lässt vielleicht schon ein paar Assoziationen aufkommen. Aber in diesem Falle sage ich da mal gepflegt: „Scheiß drauf!“ Die Story-Löcher stopft Espinosa gekonnt damit, dass er seinem Zuschauer eigentlich keine Chance gibt für eine Verschnaufpause. Und da – wie schon gesagt – liegt die große Stärke von „Safe House“: In Sachen Action haut hier alles hin.

Für einen gepflegten Popcorn-Kino-Abend passt „Safe House“ also ganz gut!!! Espinosa beweist also, dass der Umzug nach Hollywood nicht zwangsläufig immer schlecht sein muss. Obwohl, bevor wir das unterschreiben, sollten wir dann auf Folgefilme warten 😉

Wertung: 7 von 10 Punkten (gutes Action-Kino mit toller Kulisse und guten Stars)

5 Kommentare leave one →
  1. 22. Februar 2012 22:11

    Das ist wohl ein Jungensfilm… 🙂

    • donpozuelo permalink*
      22. Februar 2012 22:25

      … möglicherweise 😉
      (Und das mit „Haywire“ habe ich heute während des Schreibens der Rezension noch einmal überdacht. Zwar hat mir ein wenig was gefehlt, aber gut war der trotzdem. Und gewiss nicht nur für Mädchen! 😀 )

  2. 26. Februar 2012 20:26

    Wird auf jeden Fall noch gesichtet. Washington hat mir bisher in jedem Film gefallen, auch wenn oftmals der Film an sich nicht so prickelnd war. (z. B. Unstoppable) Thx für die gute Review. Gibt genau das wieder, was ich vom Film erwarte.

    • donpozuelo permalink*
      26. Februar 2012 22:37

      Gern geschehen und danke. Wie schon gesagt, Washington hat hier nicht ganz so viel zu tun, aber ist durchaus sehenswert. (Zum Thema „Unstoppable“ sage ich nur „Uärghs“).

      Ist auf jeden Fall ein vernünftiger Action-Film, der sich sehen lässt.

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