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God damn stupid college kids!!!

6. Februar 2012

In was für einer Welt würden wir nur leben, wenn wir nicht immer alles nur oberflächlich betrachten würden? Es heißt doch, man solle ein Buch nicht nach dem Cover bewerten, sondern nur nach den „inneren“ Werten. Aber mal ganz ehrlich, wer macht das schon??? Erste Eindrücke entstehen nun einmal durch das, was wir vom Äußeren mitbekommen. Ich habe einen sehr guten Freund, einen meiner besten… aber wenn ich sagen würde, dass das immer so war, dann würde ich lügen. Wir kennen uns schon seit der Schule, doch als er das erste Mal in unsere Klasse kam, war er unser Mobbing-Opfer Nr. 1. Warum??? Keine Ahnung! Vielleicht war ein wenig anders gekleidet, mit großer Wahrscheinlichkeit waren wir auch nur dumme Kinder mit nicht viel zu tun. Auf jeden Fall haben wir den armen Jungen ganz schön heftig dran genommen. Irgendwann eskalierte das Ganze, ich dachte, der bringt mich auf einer Eisbahn fast um (weil ich dummer Junge ihm seine Mütze geklaut hatte) und ein paar Wochen später waren wir so was wie beste Freunde. Na gut, vielleicht nicht sofort und von Anfang an. Aber mit der Zeit schon. Und das geht bis heute so!!!

Also… was wäre das nur für eine Welt, in der wir uns nicht nach Äußerlichkeiten richten würden? Vermutlich eine friedliche Welt, eine, in der Studenten neben Hillbillys in Ruhe Urlaub machen können. Aber leider Gottes haben wir einfach zu viele Horror-Filme gesehen, in denen arme, unschuldige Studenten, die einfach nur wild Party machen wollen, von ungehobelten „Neandertalern“ niedergemetzelt wurden. Diese armen Hillbillys, die einfach nur in Ruhe ihr Ding machen wollen… hat sich schon mal jemand gefragt, wie es ihnen dabei geht, wenn wir sie von vornherein als schlecht und dumm verurteilen?

Ja!!! Fucking hell, ja. Zum Glück hat sich ein Mann diese Frage gestellt und zwar Eli Craig. Der Mann schaut hinter die Kulissen, hinter die Fassade und zeigt uns in „Tucker and Dale vs. Evil“, dass auch Hillbillys einfach nur normale Menschen sind. Denn eigentlich wollen Tucker (Alan Tudyk – der aus „Firefly“) und Dale (Tyler Labine) nur ihre erste richtige Ferienhütte in den Wäldern renovieren wollen. Doch für die Studenten Ally (Katrina Bowden), Chad (Jesse Moss) und ihre Freunde wirken die beiden wie unheimliche Psychos. Als Ally dann abends fast ertrinkt und von Tucker und Dale gerettet wird, sieht das für Chad und seine Freunde so aus, als würden die beiden Hillillys Ally entführen. Ein blutiges Chaos aus dummen Missverständnissen und Vorurteilen bricht aus, bei dem Tucker und Dale um ihr Leben fürchten müssen.

Dieser Film ist erfrischend. Mit merkwürdigen Freaks, die in einem alten Haus mitten im Nirgendwo leben und Teenager zerfleischen, lockt man heutzutage wirklich niemanden ins Kino. Das Genre ist ausgelutscht bis zur letzten noch so billigen Idee. Was passiert in solchen Fällen? Entweder es verschwindet komplett oder jemand kommt und nimmt das Ganze gekonnt auf die Schippe. Zum Glück für uns scheint Eli Craig so den ein oder anderen Teenie-Horrorstreifen gesehen zu haben. So gibt es für alle Splatter-Freunde jede Mengen Kettensägen, Macheten oder Holzspeere, auf der anderen Seite versucht, Craig gekonnt, jedes Gruselszenario aus der Sicht der gutmütigen Hillbillys zu zeigen. Und wenn dann beide davon sprechen, dass sie Ally noch mal so richtig fertig machen müssen, klingt das natürlich für den oberflächlichen Menschen nach großer Gefahr. Doch nur wir als Zuschauer wissen, dass es hier nur darum geht, Ally in einem Würfelspiel noch einmal zu beweisen, wer der Sieger ist.

Craig bedient sich jeden Klischees der Teenie-Horror-Filme und dreht es einfach um. Immer auch die andere Seite betrachten, lautet sein Motto und so löst er eine unfreiwillige Kettenreaktion aus, in der man viel lachen kann… während da nicht die vielen Opfer, die die „dummen College-Kids“ abgeben.

Mit Alan Tudyk und Tyler Labine hat Craig das perfekte Hillbilly-Paar erschaffen. Zwei echte Kumpels, wahre BFFs. Die beiden geben ein verdammt gutes Team und in ihrer ganzen Aufmachung wirken sie anfangs auch echt unheimlich, doch sobald wir als Zuschauer wissen, was sie eigentlich wollen, werden sie sehr sympathisch. Umso mehr tut es einem dann bei Zugucken leid, dass sie es hier mit einer Bande „god damn stupid college kids“ zu tun bekommen. Aber wer einen Hillbilly kennt, der weiß, die wissen sich zu helfen.

„Tucker and Dale vs. Evil“ ist ein sehr zu empfehlender und sehr lustiger Film. Zum Ende hin schwächelt die Story ein wenig und nimmt ein paar merkwürdige Umwege zum Finale, aber das verschmerzt man dank der großartigen Schauspieler gerne. Alles in allem ein Klasse-Film für alle, die in Sachen Teenie-Horror mal ein wenig Abwechslung brauchen.

Wertung: 9 von 10 Punkten (Hinterwäldler sind auch nur Menschen, also gebt etwas mehr Acht auf ihre Gefühle)

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16 Kommentare leave one →
  1. 6. Februar 2012 09:04

    Oh ja! Ein wirklich großrtiger Film, der endlich einmal wieder eine gelungene Parodie auf das Genre darstellt. Zusammen mit den sympathischen Darstellern wirklich perfekte Unterhaltung.

    • donpozuelo permalink*
      6. Februar 2012 12:10

      Dank dir bin ich ja nun auch endlich in den Genuß gekommen 😉 Wirklich ein toller Film!

  2. 7. Februar 2012 23:39

    Einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Ich muss immer wieder an derselben Stelle lachen. Perfekte Besetzung.

    • donpozuelo permalink*
      8. Februar 2012 00:08

      Perfekt besetzt ist der wirklich. Und verdammt gut geschrieben. Und richtig geil umgesetzt. Der Film macht einfach Spaß. 😉

  3. 11. Februar 2012 22:40

    Oh ja, einer meiner Favoriten beim damaligen FFF. Kommt auch beim zweiten Mal richtig gut 🙂

    • donpozuelo permalink*
      12. Februar 2012 13:48

      Ja, durchaus ein Film, den man sich gerne ein paar Mal mehr anschauen kann 😉

  4. 16. Februar 2012 11:37

    Watchlist +1

    • donpozuelo permalink*
      16. Februar 2012 13:41

      Eine gute Entscheidung!!!

  5. 20. Februar 2012 10:07

    Bin damals zuerst nur auf den Film aufmerksam geworden, weil ich Tyler Labine schon in „Reaper“ sehr sympathisch fand. Vollends erwischt hat’s mich dann nach Sichtung des ersten Trailers.

    Obwohl in dem meiner Meinung nach schon die witzigsten Tode verbraten wurden, hat mich der Film dennoch so konsequent wie schon lange keiner mehr zum lachen gebracht. So spielt man perfekt mit festgefahrenen Ansichten und macht daraus was neues. ^^

    • donpozuelo permalink*
      20. Februar 2012 11:27

      Das war das Gute bei mir, ich kannte den Trailer gar nicht. Bin nur hier und da immer wieder auf Rezensionen gestoßen, die den Film hoch gelobt hatten. Und da ich hin und wieder gerne mal eine richtig gute Horror-Komödie sehe, musste dieser Film zwangsläufig bei mir landen 😉

  6. 30. März 2012 13:12

    Wusste echt nicht, dass sich hinter diesem merkwürdigen Filmtitel ein so guter Film versteckt. Hab jetzt echt Lust bekommen, ihn mir gleich sofort anzuschauen. Muss zwar noch ein paar Stunden im Büro ausharren, doch TGIF!

    • donpozuelo permalink*
      30. März 2012 14:21

      Willkommen!!!

      Und ja, es ist ein guter Film, der sicherlich für einen guten Feierabend sorgt!!!

    • 30. März 2012 15:57

      Gracias, Don! 🙂

      • donpozuelo permalink*
        30. März 2012 17:05

        Nicht dafür! 😉 Ich mache ja nur das, wofür ich mich berufen fühle! Irgendwie.

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