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Allein gegen alle

1. Februar 2012

Alles muss neu gemacht werden! Das scheint im Moment ja das Ziel Hollywoods zu sein. Ist ja auch gar nicht so abwegig. Denn, wenn man es genau betrachtet, wurden eigentlich schon alle Geschichten erzählt. Auf die eine Weise oder die andere. Von daher müssen wir in Sachen Originalität immer ein wenig zurückstecken. Besonders kritisch dabei sind natürlich die sogenannten „Reboots“, die den Namen einer Reihe – also den Franchise – um jeden Preis weiterführen wollen. Prominentestes Opfer ist unser lieber Spinnenmann. Doch bevor Spidey wieder durch New York schwingen kann, gibt es jetzt schon mal eine andere Auffrischungskur. Zwar nennt man es offiziell nicht Reboot, aber was da mit dem vierten Teil der „Underworld“-Filme passiert, ist eigentlich nichts anderes.

Nach zwei Filmen wollte die liebe Kate Beckinsale ja plötzlich nicht mehr mitmachen. Das Gesicht der Filme – und die Figur im Latex-Anzug – wollte nicht mehr als sexy Vampir gegen Ihresgleichen und Werwölfe kämpfen. Um die Reihe nicht sterben zu lassen, wurde aus dem dritten Teil einfach ein Prequel (ein recht gutes sogar) gemacht. So konnten die Macher Beckinsale eine lange Nase ziehen und trotzdem auf den Erfolgen der Vorgänger aufbauen. Jetzt folgt also nach einiger Wartezeit „Underworld – Awakening“. Jetzt dann mal wieder mit Kate Beckinsale (Brauchte da jemand dringend Geld?)

Und „Underworld 4“ versucht einen Neuanfang: Nach drei Filmen und Jahrhunderten haben die Menschen endlich gemerkt, dass im Stillen ein Krieg zwischen den Vampiren und Lykanern stattfindet. Und natürlich haben die Menschen Angst: Was sie nicht kennen, wird gnadenlos bekämpft. In diesen Ausrottungsversuchen wird Selene gefangengenommen und in einen Winterschlaf versetzt. Für 12 Jahre! Bis sie jemand aufweckt und ihr klar macht, dass die Menschen fröhlich an ihr herum experimentiert… und einen neuen Hybriden erschaffen haben.

Alles muss raus! Leider sind alle Sachen, die die drei Vorgänger so gut gemacht haben, verschwunden. Da in den ersten beiden Teilen alle wichtigen, alten Vampire getötet, braucht man die Lehrstunde in Vampirgeschichte nicht mehr wiederholen. Das, was die alten Filme ausmachte, die Vermischung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, fehlt komplett. Das war ja eigentlich so ein wenig die Fantasy-Komponente, die mir eigentlich auch sehr gefallen hat. Dadurch wirkt „Underworld – Awakening“ wie ein billiger „Resident Evil“-Abklatsch!

Alles muss besser werden! Selene entdeckte ja im zweiten Teil, dass sie nun auch im Sonnenlicht unterwegs sein kann. Somit wird sie in „Underworld 4“ so eine Art Daywalker. Sie springt von Dach zu Dach, kämpft wie eine Besessene und stört sich nun auch nicht mehr am UV-Licht. Hier hat man sich wohl ein wenig zu sehr an Superhelden orientiert – mir persönlich waren das einfach ein paar zu viele neue „Superkräfte“.

Alles muss neu gemacht werden! „Underworld 4“ läuft – klar – in 3D. Der Look des Films ist zwar ziemlich cool, alles schön düster und kalt. Andererseits wirkt auch alles sehr künstlich und manchmal ein wenig zu glatt. Vampire gibt’s in dieser Welt kaum noch, dafür gibt’s ein paar neue Werwölfe.

Aber ist neuer und besser wirklich immer besser? Das Regie-Duo Marland/ Stein geben sich sehr viel Mühe. Die Action in „Underworld 4“ lässt sich wirklich sehen. Dabei gehen die beiden recht hart zur Sache. Da werden Knochen gebrochen, Körper durchlöchert und Blutfontänen über dem Zuschauer vergossen. Das geht zwar alles in Ordnung, denn bei „Underworld“ will ich Action sehen.

Wo der Film allerdings richtig schlampt, ist der Rest. Eigentlich ist „Underworld 4“ auch nur so ein Gewaltporno: Kurze, knappe Story, die nur die Actionsequenzen und Kämpfe rechtfertigen soll. Solange man den Kopf ausschaltet, kann man das noch ertragen. Sobald aber auch nur ein klarer Gedanke aufkommt, merkt man, wie flach die Story und lahmarschig der ganze Film eigentlich ist. Das wirkt alles so uninspiriert: „Hauptsache, wir kriegen das Ding wieder zum Laufen! Alles andere ist egal!“ Passt alles nicht so richtig!

Die Idee, die Reihe in eine andere Richtung zu führen, ist sehr lobenswert. Was am Ende dabei herauskommt, sieht einfach zu sehr nach „Resident Evil“ mit Vampiren und Werwölfen aus. (Hoffen wir nur, dass „Spidey“ nicht das gleiche Schicksal ereilt.)

Wertung: 4 von 10 Punkten (heiß wie immer, aber stinklangweilig)

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17 Kommentare leave one →
  1. 1. Februar 2012 08:16

    Ich fand ja bereits den dritten Teil ziemlich panne. Teil 1 und 2 gefallen mir dagegen recht gut. Hatte mir für Teil 4 wieder eher eine Besserung erhofft. Naja, schade…

    • donpozuelo permalink*
      1. Februar 2012 09:17

      Teil 3 gefiel mir eigentlich ganz gut (oops!). Teil 4 wird aber leider nicht wirklich gut. Wie gesagt, mir persönlich haben die alten „Vampir“-Bosse und -Geschichten gefehlt. Dadurch, dass das gar nicht mehr mit drin ist, wirkt halt alles zu sehr wie ein „Resident Evil“- Abklatsch.

      Zumindest lohnt sich der Film tatsächlich in 3D. Das sah wirklich Hammer aus.

      • Sebastian Schuster permalink
        1. Februar 2012 11:58

        Sehr schade um die Reihe 😦 Ich wollte der Fortsetzung noch eine Chance geben, aber jetzt reicht es nur noch für einen Heimkinoabend.

        • donpozuelo permalink*
          1. Februar 2012 14:12

          Heimkinoabend reicht vollkommen aus! Leider!

  2. 1. Februar 2012 14:23

    Noch keinen Teil davon gesehen. Bleibt auch so, interessiert mich Null. Trotz lecker Beckinsale ;P

    • donpozuelo permalink*
      1. Februar 2012 16:07

      Echt nicht? Interessant 😉 Aber gut, ist halt Geschmackssache. Nur nach diesem schlechten vierten Teil hört’s für mich auch auf.

  3. 2. Februar 2012 20:10

    Ich wollte ihn mir eigenltich ansehen…nur um alle gesehen zu haben aber du blöder Sack hast mir jetzt ein bisschen die Freude daran genommen…naja wenigstens war „The Artist“ gut…das sollte reichen 😀

    • donpozuelo permalink*
      2. Februar 2012 23:38

      Da bin ich lieber der blöde Sack und bewahre dich vor unnötigen Geldausgaben… außerdem weiß ich ja, dass du das in Wirklichkeit gar nicht so meinst… das mit dem blöden Sack. Nur Sack würde ja schon ausreichen 😉

  4. 3. Februar 2012 00:15

    Oh je, hatte tatsächlich überlegt, ob ich ihn ansehe, auch wenn ich den dritten nicht mochte und den zweiten komplett verdrängt habe 😀
    Na mal sehen, hat schließlich noch etwas Zeit.

    • donpozuelo permalink*
      3. Februar 2012 08:53

      Das hat auch noch Zeit, bis der auf DVD rauskommt 😉 Ganz ehrlich, der Film ist wirklich nicht gut.

  5. 3. Februar 2012 09:50

    „Billiger Abklatsch von Resident Evil“, der Totschlag für einen Film. 😀
    Aber wirkilch viel erwartet hatte ich auch nicht mehr von der Reihe.

    Kann ich die Bemerkung über neue Werwölfe so interpretieren, dass die diesmal nicht so billig aussehen?

    • donpozuelo permalink*
      3. Februar 2012 09:53

      Naja, was das Thema Werwölfe angeht… die sehen schon okay aus. Auch wenn man eigentlich nur einen Werwolf so richtig deutlich sieht. Alle anderen bleiben so ein wenig im Dunklen.

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