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Wo ist die Hasenpfote?

25. Januar 2012

Es gibt so viele Geheimagenten, warum hat nicht einer mal für die Burschen (und die gelegentlichen Damen) so was wie ein Regelbuch zusammengestellt? Von wegen: „Während der Bösewicht seinen Plan erklärt, erstellen Sie einen Fluchtplan!“ oder „Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf Ihre coolen Technik-Gadgets!“. Halt wie das „Schlaue Buch“ von Donalds Neffen, nur halt für all die harten Burschen (und Damen), die ihr Leben aufs Spiel setzen, um die Welt vor allem Übel zu bewahren. Und wenn es dann so ein Werk geben würde, wüsste ich auch schon Regel Nummer Eins. Die Regel aller Regeln. Die Regel, die vor allen anderen Regeln zu beachten ist: VERLIEBT EUCH NICHT! HEIRATET NICHT! HABT EINFACH KEIN PRIVATLEBEN. NEIN, NICHT EINMAL EIN HAUSTIER! NICHTS! NADA! GAR NICHTS!!!

Geheimagenten leben einsam. Nur so können sie überleben. Aber gut, Geheimagenten sind auch nur Menschen. Selbst Übervater James Bond hat sich des öfteren verguckt und musste böse dafür leiden. Da verwundert es nicht, dass sein Kollege Ethan Hunt irgendwann auch mal diese eine Super-Regel verletzt.

In Teil 3 der „Mission: Impossible“-Reihe hat der gute Ethan Hunt (Tom Cruise) endlich eine Freundin (Michelle Monaghan) gefunden, die er ehelichen will. Schließlich ist er jetzt ja auch nur Ausbilder. Doch Agenten werden immer Agenten bleiben und plötzlich erhält Ethan den Auftrag, eine entführte Agentin aus den Klauen eines fiesen Waffenschiebers namens Owen Davian (Philip Seymour Hoffman) befreien. Das geht alles irgendwie schief, selbst die vorläufige Festnahme Davians läuft wegen eines Maulwurfs in der eigene Agency verkehrt und plötzlich gerät der gute Ethan selbst ins Schußfeld.


Nachdem bereits John Woo einen Ableger drehen durfte, ließ man Serien-Mann J.J. Abrams an den dritten Teil. Aber macht das „Mission: Impossible III“ nun zu etwas besonderem? Bei J.J. Abrams erwartet man nun schon einiges. Schließlich hat er mit all seinen Serien bewiesen, dass er gute Geschichten erzählen kann. Doch so richtig mitreißend ist die Geschichte nicht. Es gibt zwar den Versuch, durch die Ehefrau von Hunt eine emotionale Seite an dem knallharten Agenten zu zeigen. Leider bleibt es bei einem Versuch. Die Beziehungskiste wird nicht weiter ausgebaut. Ethan Hunt bleibt der doch etwas oberflächliche Held dieser Geschichte. Aber gut… wenn man sich „Mission: Impossible“ anschaut (egal welchen Teil), dann will man auch keine sonderlich tiefsinnige Geschichte. Es geht um Action, Stunts und coole Locations, an denen die Stunts durchgeführt werden.

Und hier liefert J.J. Abrams wie versprochen: Es knallt in Berlin, es knallt im Vatikan, es knallt in der Zentrale von Hunt und es knallt in Shanghai. Wie Bond auch jagt Ethan Hunt seine Feinde gerne durch die ganze Welt. Und das geht natürlich nur auf spektakuläre Art und Weise. Die Stunts und Action-Einlagen sind großartig. Abrams inszeniert das schnell, manchmal – dank Wackelkamera – unübersichtlich, aber immer atemberaubend. Wo Ethan Hunt hin will, da kommt er auch hin. Leider schafft es auch Abrams nicht, Tom Cruise ein paar mehr Kratzer zu verpassen. Ich habe während des ganzen Films gerade mal vier Kratzer im Gesicht gezählt. Aber immerhin ist das schon etwas. Cruise ist halt der Saubermann unter den Geheimagenten: der übersteht Explosionen und Kämpfe ohne schmutzig zu werden. Tom Cruise ist wohl sowas wie der Meister Proper des Action-Kinos. Und auch in „Mission: Impossible III“ macht er das ganz okay. Nur bei seinen Mitgefühlsszenen muss er noch ein wenig üben: Ein wenig mehr Panik wegen seiner entführten Frau wäre schon okay gewesen.

J.J. Abrams gibt sich echt viel Mühe, der „Mission: Impossible“-Reihe einen frischen Anstrich zu verleihen. Dazu gehören auch ein paar neue Agenten – sprich, Ethan Hunt bekommt ein kleines Team: da wäre sexy Maggie Q, Hau-drauf-Bursche Ving Rhames, „Königsgeschlecht“ Jonathan Rhys Meyers und Gagwunder Simon Pegg. Aber die stinken alle gehörig ab. Erst im vierten Teil darf Simon Pegg richtig auffahren. In Teil 3 trifft ihn das gleiche Schicksal wie seine anderen Kollegen: sie sind alle nur schmückendes Beiwerk.

Nur eins gelingt Abrams richtig gut: die Auswahl des Bösewichts. Warum zur Hölle sieht man nicht mehr von Philip Seymour Hoffman? Der Mann ist großartig. Zwar darf auch er in „Mission: Impossible III“ nicht zu viel von Tom Cruises Spielzeit übernehmen, wenn Hoffman aber auftaucht, dann so richtig gut. Er ist ein guter Gegner, vielleicht bis jetzt einer der besten, die Ethan Hunt je hatte. Und auch wenn Hoffman nur sehr kurze Auftritte hat, nutzt er diese Zeit voll aus. Es ist ein wenig wie mit Orson Welles in „Der dritte Mann“. Man sieht ihn zwar kaum. Wenn man ihn aber sieht, dann ist er fies wie sonst keiner.

Man kann sich über „Mission: Impossible III“ eigentlich nicht beschweren. Es wird geliefert, was erwartet wird: hauptsächlich gute Action. Wenn man jetzt noch Philip Seymour Hoffman etwas mehr Freiraum gegeben und die Rolle des Ethan Hunts durch die Ehe ein wenig tiefgründiger gestaltet hätte, dann hätte „Mission: Impossible III“ das absolute Glanzstück der Reihe werden können. So begnügen wir uns mit einem guten Action-Film.

Wertung: 8 von 10 Punkten (Philip Seymour Hoffman stiehlt Cruise die Show, auch wenn er nur gefühlte zehn Minuten Zeit dafür hat)

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10 Kommentare leave one →
  1. 25. Januar 2012 10:51

    Ich hab nur Teil I+II. wobei mich beide nicht wirklich vom Sockel rissen…

    • donpozuelo permalink*
      25. Januar 2012 11:55

      Och naja… vom Sockel reißen soll es dich ja auch nicht. Einfach nur unterhalten. Und das kriegen alle vier Filme ganz gut hin.

  2. 25. Januar 2012 11:59

    Ja …aber hat man irgendwie alles schon mal gesehen…Die Hard James Bond, Lethal Weapon 😛

    • donpozuelo permalink*
      25. Januar 2012 12:22

      Na, mit der Erklärung kommst du aber heutzutage nicht mehr weit. Klar haben wir schon alles gesehen. Deswegen geht’s doch dann nur noch um „Höher, Weiter, Schneller“. Action, Action, Action. Und Tom Cruise. 😛

  3. Owley permalink
    25. Januar 2012 12:39

    Ich glaube, dass wir beide gleich viele Punkte vergaben unterstreicht meine Zustimmung. 😉 Nur fand ich das Team am Besten, weil aus auch gut in Szene gerückt wurde. Natürlich nie so gut wie Luther damals, aber easy.

    • donpozuelo permalink*
      25. Januar 2012 16:36

      😀 Zustimmung zur Kenntnis genommen! Nur halt beim Thema „Team“ gehen wir wohl nicht konform. Ich finde, dass erste Mal, dass das Team richtig gut funktioniert, ist tatsächlich erst in Teil 4. In „M:I 3“ waren die alle ein wenig zu sehr im Hintergrund für meinen Geschmack.

  4. 25. Januar 2012 13:17

    Hm, auch hier stellt sich mir mal wieder die Frage, ob ich den Film schon einmal komplett gesehen habe. So richtig kann ich mich nur an den ersten Teil erinnern und das war ein ziemlich guter Thriller.

    • donpozuelo permalink*
      25. Januar 2012 16:37

      Ja, den ersten muss ich mir auch noch angucken. Ich nehme die Reihe halt vom letzten zum ersten Film durch 😉

      Auch wenn Teil 1 wirklich gut wahr, kann und sollte man sich ruhig auch an die anderen Teil wagen.

  5. 30. Januar 2012 06:54

    Ich mag den. Und ich mag besonders die Brücken-Szene. Und ich mag die Michelle.

    • donpozuelo permalink*
      30. Januar 2012 09:36

      Die Brücken-Szene ist wirklich sehr cool! Und die Michelle ist auch toll.

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