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Applaus, Applaus, Applaus!!!

18. Januar 2012

Darf man mit 28 Jahren schon mit nostalgischen Gefühlen im Kino sitzen und sich andächtig an seine Kindheit erinnern? Irgendwie finde ich das noch reichlich verfrüht, schließlich bin ich mir selber noch nicht ganz klar, ob ich jetzt schon so richtig erwachsen erwachsen bin oder nur so kindlich erwachsen. Ich tippe bei mir immer noch eher so auf das zweitere (ersteres kommt wohl erst mit der Verantwortung der Kindeserziehung!!! 😉 ) Von daher war ich dann doch sehr überrascht, dass ich den einen Tag im Kino so sehr an meine Kindheit denken musste.

Schuld daran war Mr. Jason Segel. Ja, genau. Der Schmunzelbär aus „How I Met Your Mother“, bei dem ich mich immer frage, ob der Mann jemals in der Lage ist, nicht glücklich auszusehen. Der hat so ein „Sonnenschein-Gesicht“. Böse gucken kann der bestimmt nicht, ohne dabei in Gelächter auszubrechen. Naja, ist ja auch jetzt gar nicht relevant. Relevant ist nur, dass Mr. Segel auch nostalgische Gefühle hegte. Gefühle nach Geborgenheit, nach dem kindlichen Zauber – ganz ohne 3D und Co. Und so hat sich Jason Segel dran gesetzt, nach 12 Jahren die von ihm (und mir) geliebten Muppets wieder auf die Leinwand zu bringen. Dazu hat er in Zusammenarbeit mit Nicholas Stoller ein Drehbuch geschrieben. Zugegeben, eines, dass wohl auch einer alleine hätte schreiben können (dazu später mehr), aber immerhin war eine Geschichte für die Puppen schnell gefunden.

Der junge Walther (ein niegelnagelneuer Muppet!!!) ist der größte Muppet-Fan aller Zeiten. Zusammen mit seinem Bruder Gary (Jason Segel) und dessen Freundin Mary (Amy Adams) reist Walther nach L.A., um dort die großen Muppet-Studios zu besuchen. Doch das, was sie dort vorfinden, kann man eigentlich nur noch abrissreif nennen. So sieht es auch der fiese Ölmagnat Tex Richman (Chris Cooper), der unter den Muppet Studios nach Öl bohren will. Dumm nur, dass dafür die Studios abgerissen werden müssen. Nur 10 Millionen Dollar könnten die Studios retten. Eine letzte Muppet-Show soll Abhilfe verschaffen. Doch dazu müssen alle Muppets erst einmal wieder zusammengeführt werden. Gemeinsam mit Kermit ziehen Walther, Gary und Mary los, um die Muppets zu retten.


Ach ja, die Muppets. Jetzt mal ernsthaft, gibt es jemanden, der nicht wenigstens eine der Figuren absolut kultig findet? Wenigstens Kermit oder Miss Piggy? Oder Fozzie Bear? Man muss keine der TV-Shows oder auch nur einen Film gesehen haben und trotzdem kommt man irgendwie mit den Figuren in Berührung. Okay, ich gebe zu, mein persönlicher Favorit ist und bleibt Kermit, allerdings finde ich auch den schwedischen Koch Hammer. Jeder der von Henson erfundenen Figuren hat etwas an sich, dass sie einfach unwiderstehlich macht. Die Muppets sind und bleiben Kult. Und sie werden es auch ganz ohne 3D schaffen, genügend Menschen ins Kino zu locken.

Das kann man Jason Segel groß anrechnen. Ein klein wenig mehr Mühe hätte er sich trotzdem geben können. Denn das Drehbuch, das er zu „Die Muppets“ abliefert, hätte wohl auch ein Fünftklässler schreiben können. Es gibt keine sonderlich großen Überraschungen und auch nicht wirklich viel Zeit, um auch nur irgendwo in die Tiefe zu gehen. Um ehrlich zu sein, ist die erste halbe Stunde von „Die Muppets“ sogar recht langweilig. Da werden nämlich alle im Land verstreuten Muppets eingesammelt. Zwar versucht der Film das durch einen Witz zu überbrücken, doch leider zündet der Witz nicht so richtig und das Ganze bleibt eine schnelle Aneinanderreihung von Szenen. Das wirkt ein wenig lieblos, ein bisschen mehr darf man da schon erwarten. Segel degradiert sein Skript und damit den ganzen Film zu sehr zu einem Kinderfilm… was er nicht zwangsläufig sein muss. Schließlich wollen ja auch „erwachsene“ Kinder wie ich in den Film gehen.

Aber zum Glück sind irgendwann alle Muppets eingesammelt und ab dann geht es darum, die Show auf die Beine zu stellen. Hier endlich konzentriert sich der Film darauf, den Figuren das zu geben, was sie brauchen: Freiraum, um rumzublödeln. Mit coolen Musiknummern und dem, was jede Figur am besten kann kommt endlich so richtig Schwung in „Die Muppets“. Dazu kommen ein paar richtig gute Gastauftritte. Interessanterweise hat neben mir nur eine Frau so richtig laut gelacht, als Jim „Sheldon Cooper“ Parsons seine Gelegenheit hatte, in „Die Muppets“ zu erscheinen. Ein wahrhaft göttlicher Moment!!!

„Die Muppets“ ist sicherlich nicht perfekt, dafür fehlt dem Ganzen einfach eine wirklich mitreißende Story. Dafür macht der Film beim Rest einfach alles richtig: coole Songs und Muppets, Muppets, Muppets, Muppets. Da darf man sich dann noch einmal wieder so richtig wie ein Kind fühlen und mit großen Augen vor dem Fernseher die Muppet-Show schauen. Das ist einfach eine wunderbare Welt, in der sich alle Probleme mit einer flotten Tanznummer und guten Freunden lösen lassen. Wie wunderbar das doch ist, oder nicht???

Wertung: 8 von 10 Punkten (diese Puppen haben nichts von ihrem Zauber verloren – einfach nur kultig… nur das Drehbuch hätte etwas besser sein können)

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15 Kommentare leave one →
  1. Owley permalink
    18. Januar 2012 08:53

    Nur die Zahl durchgelesen, weil ich Sheldon Cooper gehighlightet sah, und befürchte, damit wesentliche Infos zu erfahren. Und die will ich nicht… 😉

    Hach ich freu mich ja schon… 😀

    • donpozuelo permalink*
      18. Januar 2012 09:07

      Nein, nein. Keine Sorge! Ich versuche immer, möglichst spoiler-frei zu bleiben. Aber ja, du kannst dich freuen 😀

      (Gehighlighted Wörter sind ja auch nur Links zu anderen Artikel. Dr. Cooper führt nur zu seiner eigenen Serie 😉 )

      • Owley permalink
        18. Januar 2012 11:10

        Ja ne ist klar, aber durch das Gehighlightetsein befürchtete ich, würde da noch mehr über Jim Parsons Rolle als Walter stehen, und das will ich alles gar nicht wissen. Wie bei MI4, wo ich bis zum Schluss nicht wusste, welche Rolle Josh Holloway hat. Weshalb ich dann auch EEEEETWAS enttäuscht war von seinem Part. :/

        • donpozuelo permalink*
          18. Januar 2012 11:32

          Holloways Rolle war wirklich sehr enttäuschend. Aber ich kann dir versichern, bei Jim Parsons wirst du ganz auf deine Kosten kommen – sofern du ihn den magst 😉

        • Owley permalink
          18. Januar 2012 11:55

          Ich hoffe, mein Bazinga-Shirt beantwortet dir diese Frage 😉

        • donpozuelo permalink*
          18. Januar 2012 15:52

          Yup!!!

  2. 18. Januar 2012 21:25

    Ja, auch noch so ein Film, der auf meiner List in diesem Monat ziemlich weit oben steht.

    • donpozuelo permalink*
      19. Januar 2012 07:13

      Ganz, ganz oben. Hoffentlich 😉

      • 19. Januar 2012 17:01

        Ganz, ganz oben steht nächste Woche erstmal „The Artist“ 😉

        • donpozuelo permalink*
          19. Januar 2012 19:26

          Ui, für nächste Woche gibt’s gleich drei Filme, die bei mir auf der Liste stehen: „The Artist“, „Drive“ und „The Descendants“. Ich glaube, das wird ein kostspieliges Wochenende 😀

        • Owley permalink
          20. Januar 2012 00:04

          Hm, zwei davon hab ich schon vor Eeeeeeeeeeeeewigkeiten gesehen (le Hipster me), und Descendants wird wohl auch geschaut. Die andern zwei dann natürlich auch. Irgendwann.

          Und dann The Muppets, Star Wars und und und.

        • donpozuelo permalink*
          20. Januar 2012 07:19

          Le Hipster you 😀

  3. 28. Januar 2012 23:26

    Obwohl ich die Muppetsshow bis heute liebe, kann ich mit den Filmen nicht wirklich was anfangen. Na mal sehen.

    • donpozuelo permalink*
      29. Januar 2012 18:11

      Ist auch der erste Film mit den Muppets, den ich bis jetzt gesehen habe. Dafür ist der Film aber mehr darauf ausgerichtet, die TV-Serie nachzuahmen. Schließlich wollen die Muppets ja Geld sammeln. Es ist eigentlich echt gut gemacht.

Trackbacks

  1. Der doppelte Frosch | Going To The Movies

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