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2011

28. Dezember 2011

Das Jahr neigt sich schon wieder dem Ende entgegen und wir blicken zurück. Ich muss gestehen, dass dieses Jahr kinotechnisch höchst interessant war. Dadurch das ich quasi die Kinoredaktion in unserem Sender geworden bin, durfte ich mir den ein oder anderen Film lange vor Kinostart anschauen und allerlei netter Menschen wie J.J. Abrams oder Daniel Craig interviewen. Das hat schon was und war immer wieder äußerst spannend.

Aber auch so war 2011 eigentlich ein gutes Kinojahr. Gut, der ein oder andere Comic-Film ist vielleicht ein wenig zu viel gewesen. Doch schließlich müssen wir ja vorbereitet sein, wenn im nächsten Jahr die große Sause mit den „Avengers“ losgeht.

In diesem Jahr bin ich endlich mal wieder oft und auch gern ins Kino gegangen, habe gute Filme gesehen, die ein oder andere Überraschung erlebt und ein großes Fiasko schlechthin erlebt (was nur wieder bestätigt, man sollte in einige Filme ohne Erwartungen reingehen). Hier nun also mein Kinojahr 2011!


Überraschungshit I:
Die ersten Trailer zu „Super 8“ ließen mich an eine Art „Cloverfield“ denken und ich hatte so überhaupt keine Lust, den Film zu sehen. Aber eine kostenlose Vorführung und ein Interview mit Mr. Abrams später war ich begeistert. „Super 8“ ist für mich wirklich eine der besten Kinoüberraschungen des letzten Jahres: Hier hat einfach alles gestimmt. Und nein, es ist nicht wie „Cloverfield“. Nur so tausendmal besser!!!

Warum wurden sie nicht beachtet?
Es hat schon so seinen Vorteil, wenn man in einer Stadt wohnt, die sich vor kleinen Kinos kaum retten kann. Gerade wenn man mal fernab des Mainstream wandern möchte, bieten sich die Programmkinos an. (Vor allem wird hier auch oft genug OmU gezeigt, was die ganze Sache noch ein wenig angenehmer macht). In diesen Kinos habe ich dann auch die zwei Vertreter dieser Kategorie gesehen: Zum einen „Another Earth“, zum anderen „ Confessions“.

„Another Earth“ ging wohl durch „Melancholia“ ein bisschen unter, ist aber nicht weniger sehenswert. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass ich „Another Earth“ dem Trier-Film vorziehen würde. Einfach weil ich mich danach nicht gleich in Depressionen wälze.

„Confessions“ war mal wieder ein würdiger Vertreter des Rachefilms mit der wohl längsten Einleitung und der wohl am penibelsten ausgeführten Rache, die mir bis dato untergekommen ist.

Fiesestes Filmfiasko:
Der einzige Kino-Film, den ich in diesem Jahr mit zwei Punkten versehen habe, war Tarsem Singhs traurige Götterschlacht „Krieg der Götter“. Gut, ich gebe zu, meine Erwartungen an den Film waren immens hoch. Überirdisch hoch. Und deswegen bin ich dann wohl auch extra tief gefallen, aber trotzdem: Was wir mit „Krieg der Götter“ geliefert bekommen, ist und bleibt traurig.

Mein erstes Mal!
Großes Superhelden-Gekloppe in diesem Jahr! Die Vorbereitungen für das große Zusammentreffen der Helden liefen 2011 auf Hochtouren. Sicherlich sollte man das alles skeptisch betrachten. Schnell zusammengewürfelte Drehbücher, um uns Europäern die eher unbekannten Helden schmackhaft zu machen. Tja, und so durfte ich dann auch das erste Mal „Captain America“ kennenlernen. Von dem war mir nicht sonderlich viel bekannt, deswegen ging ich auch ohne große Erwartungen in den Film. Und auch wenn „Captain America“ vielleicht nicht ganz das war, was er hätte sein können, war es für mich der beste Prä-Avenger-Film seit langem. Hat gut reingehauen und hat Spaß auf mehr gemacht.

Visuelles Highlight!
Diese Kategorie beinhaltet für mich zwei Filme, die unterschiedlich nicht sein können: „Tree of Life“ und „Sucker Punch“.

Auch wenn „The Tree of Life“ schwer anzuschauen war – von wegen viel zu lang – ist der Film von Terrance Malick dennoch sehr sehenswert. Die Bilder sind wirklich toll, teilweise kryptisch wie bei Kubrick und sehr malerisch. Vor allem die erste Hälfte, in der wir gleichzeitig auch noch so eine Art Doku zur Entstehung der Welt und des Lebens (inklusive Dinos) zu sehen bekommen.

Tja, und was „Sucker Punch“ angeht, muss ich hoffentlich nicht allzu viel sagen: Das sah schon ziemlich geil aus. Fertig!!!!

Hätte ich doch lieber nicht geguckt!
Ich will jetzt nicht sagen, dass „Tron“ ein Film mit herausragender Story war, aber dass man es mit der Fortsetzung noch schlimmer treiben kann, hätte ich nie für möglich gehalten. Klar, in 3D sah „Tron: Legacy“ schon ziemlich beeindruckend aus, nur so wirklich hat es bei mir nicht gefunkt. Dann doch lieber das Original.

Überraschungshit II:
Action, Action, Action: Zwei Filme, sogar zwei Filmreihen, die sich diesem Motto verschrieben haben, brachten in diesem Jahr ihre jeweiligen Fortsetzungen raus. Und oh Wunder, sie waren beide großartig. Mit „Fast Five“ wurde der Beweis erbracht, dass die Autofahr-Reihe doch noch was Gutes hervorbringen kann. Gleiches galt für „Mission: Impossible 4“. Beide Filme sind die Action-Überraschungshits des Jahres für mich.

Trickreich:
Wirklich viel los im Animationsbereich war nicht in diesem Jahr, oder??? Vielleicht habe ich auch einfach nur alles ignoriert. Aber was soll man sich auch noch groß anschauen, wenn man einmal „Rango“ gesehen hat. Großartiger Film: Ein Western mit Echsen und ein Johnny Depp als Oberechse. Das muss man sehen und vor allem im Original.

Comeback des Jahres:
Ich hatte schon Angst, ich würde für diese Kategorie nichts finden, aber dann… Der Name Steven Spielberg stand zwar oft auf irgendwelchen Plakaten, aber meistens nur als ausführender Produzent.. Nach langer, langer Regieabstinenz (das unsägliche Indy-Abenteuer aus 2008) hat sich Spielberg an seinen ersten 3D-Performance-Capturing-Film gewagt. Mit der Verfilmung von „Tim und Struppi“ zeigt Spielberg, was er noch drauf hat. Und es tut weh, denn er kann immer noch so wunderbar Geschichten erzählen (warum musste dann Indy 4 so ein Fiasko werden???).

Hochgelobt und dann doch enttäuschend:
Ich weiß, ich weiß, wenn ich jetzt „The King’s Speech“ erwähne, werden mir bestimmt wieder einige Menschen sehr böse sein. Aber so leid es mir tut, ich kann mit diesem Film einfach nichts anfangen. Ich fand ihn langweilig, vorhersehbar und öde. Ein wenig stottern und schon großer Oscar-Favorit. Kann ich leider nicht nachvollziehen.

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9 Kommentare leave one →
  1. 28. Dezember 2011 14:17

    Jawohl, ich bin dir sehr böse! Auf The King’s Speech lasse ich nichts kommen! Und auf Colin Firth schon überhaupt nicht! PAH! Aber Rango war wirklich ein Highlight, da finden wir wieder zusammen.

    • donpozuelo permalink*
      28. Dezember 2011 16:50

      Puh, dann bin ich ja beruhigt. Aber so leid es mir auch tut, mir „The King’s Speech“ konnte ich nichts anfangen. War halt einfach nicht mein Film. Weswegen ich nicht sage, dass er anderen Leuten nicht gefallen könnte 😉

  2. 29. Dezember 2011 11:49

    Ich weiss gar nicht ob ich Sucker Punch mittlerweile zu meinen Lielbingsfilmen oder eher bei Guilty Pleasures einordnen soll. Melancholia macht ich erstaunlicherweise übrigens in keinster Weise an.

    • donpozuelo permalink*
      30. Dezember 2011 17:05

      Guiltz Pleasure – ganz eindeutig 🙂

      Melancholia macht mich auch nicht wirklich an. Deswegen kam ja auch Another Earth auf die Favoritenliste.

  3. 29. Dezember 2011 15:54

    „Another Earth“ habe ich dieses Jahr schlicht verpasst, das gebe ich zu. Aber spätestens nach dem Europäischen Filmpreis habe ich mir geschworen, in Sachen skandinavischer Film (insbesondere Dänemark) kräftig aufzuholen.
    Ich verzeihe dir dein Urteil zu „King’s Speech“, weil ich mit dem teils hoch gelobten „Tree of Life“ zu keiner Zeit warm wurde.

    • 29. Dezember 2011 16:26

      Ups, da habe ich „Another Earth“ doch glatt mit „In a Better World“ verwechselt… Egal, auch ersteren will ich nachholen 😉

    • donpozuelo permalink*
      30. Dezember 2011 17:07

      Ja, an Tree of Life muss man sich wirklich erst vorsichtig heranschleichen 🙂 aber ich glaube, dann ist der echt gut. Jetzt zu Weihnachten gab es den auf DVD, Zweitsichtung, ich komme.

  4. Dr. Borstel permalink
    1. Januar 2012 13:53

    Vorsatz fürs neue Jahr: Öfter ins Kino gehen. :p Im Ernst, ich habe irgendwie das Gefühl, filmtechnisch ist 2012 ziemlich an mir vorbei gegangen. Immerhin kann ich dein Urteil zu „The King’s Speech“ gut nachfühlen. Nachholbedarf besteht jetzt zum Beispiel noch bei „The Tree of Life“ und „Another Earth“.

    • donpozuelo permalink*
      1. Januar 2012 22:33

      Guter Vorsatz!!! Kann ich nur unterstützen 😉

      Und ich bin ja froh, endlich mal jemanden gefunden zu haben, der mich bei „The King’s Speech“ versteht!

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