Skip to content

Rot bedeutet tot

14. Dezember 2011

Brian De Palma, John Woo, J.J. Abrams, Brad Bird – welcher dieser Namen passt nicht in diese Reihe? Na??? Kurz überlegen, vielleicht mal schnell Google befragen. Richtig! Brad Bird passt nicht in die Reihe. Während alle anderen Namen davor für Action stehen, steht der gute Brad Bird hauptsächlich für Animationen. Aber deswegen muss er nicht traurig sein, denn was ihm an Action-Erfahrung fehlt, macht er durch zwei gewonnene Oscars wieder wett. Oscar Nummer 1 gab’s für „Die Unglaublichen“, Nummer 2 dann für „Ratatouille“. Und auch wenn Brad Bird eigentlich keine Erfahrung mit echten Schauspielern hat, durfte er sich in seinem ersten „Real-Film“ gleich an einer sehr bekannten Film-Reihe austoben.

Nach dem De Palma und Co. sich schon um die Abenteuer des Ethan Hunt gekümmert hatten, stellt Brad Bird mit dem vierten Teil der „Mission: Impossible“-Reihe sein „Real-Film“-Debüt vor. In „Ghost Protocol“ (auf Deutsch: „Phantom Protokoll“) wird Hunts gesamte Organisation für die Zerstörung des russischen Kremls verantwortlich gemacht. Dadurch sind Ethan Hunt und seine Leute nun offiziell Terroristen. Im Verborgenen müssen sie nun die wahren Täter hinter dem Attentat auf den Kreml finden. Denn die Verantwortlichen haben in dem Chaos Codes für Atomraketen gestohlen und wollen einen atomaren Weltkrieg anzetteln.

An dieser kleinen Inhaltsangabe zeigt sich die wohl größte Schwäche von M:I 4“. Bird und Co. haben sich bei der Geschichte wohl eher an alten James Bond-Filmen orientiert, in denen die Welt noch klar in Schwarz und Weiß eingeteilt ist. Der Kalte Krieg wird aufgeheizt, Atombomben stellen die größte Gefahr dar und ein Superagent stellt sich hin, um die Welt zu retten. „Phantom Protokoll“ ist in jeder Weise böse vorhersehbar. Klar kommt das Team um Hunt auch immer mal wieder in Schwierigkeiten, aber hey, mit den coolen Gadgets und roher Gewalt kommt man überall hin, entflieht jeder Gefahr und besiegt einfach jeden Gegner.

Allerdings wiegt dieser Kritikpunkt nicht sonderlich schwer, denn Brad Bird hat natürlich auch ein paar Asse im Ärmel, die aus „Mission: Impossible – Phantom Protokoll“ einen sehenswerten Action-Film machen:

Ass Nr.1: Der Film jagt von einer Location zur nächsten, ein Spannungshöhepunkt kommt nach dem anderen. Von Russland über Dubai nach Indien jagt Tom Cruise seine Gegner. In Russland gibt’s einen spektakulären Gefängnisausbruch, in Dubai macht Cruise uns an dem höchsten Gebäude der Welt den Spider-Man und in Indien darf Jeremy Renner eine Hommage an den wohl bekanntesten Stunt aus „Mission: Impossible“ machen. Was Action angeht, lässt Bird jeden feuchten Traum eines Action-Fans wahr werden. Einziges, winziges, klitzekleines Problemchen liegt bei Tom Cruise! Nicht, dass er seine Rolle als Ethan Hunt nicht gut spielt, sondern dass er einfach keinen einzigen Kratzer abbekommt. Kein Blut, kein Kratzer – Cruises Hunt ist wie Superman: Nichts kann ihn erschüttern. Diese Tatsache lässt gerade Tom Cruise sehr künstlich wirken. Trotzdem: ACTION IST SUPER!!!

Ass Nr.2: „Mission: Impossible 4“ lebt von zwei Schauspielern. PUNKT. Tom Cruise und Simon Pegg. Natürlich muss Cruise genannt werden, schließlich ist er das Gesicht. Und jetzt kann jemand Vorurteile haben, aber ich finde Cruise nach wie vor super. Die Rolle des Ethan Hunts steht ihm gut. Gutschreiben kann man ihm nach wie vor auch die Tatsache, dass er seine Stunts fleißig alleine durchführt. Der Rang abgelaufen wird ihm nur von Simon Pegg. Die britische Ulknudel aus „Shaun of the Dead“ oder „Hot Fuzz“ ist grandios als technisches Genie hinter Hunts coolen Gadgets. Pegg liefert die besten Lacher zur besten Zeit am besten Ort. Pegg als Witzegeber und Cruise als Action-Mann machen „Mission: Impossible 4“ zu einem sehenswerten Film. Einziges, winziges, klitzekleines Problemchen ist, dass alle anderen dagegen etwas abstinken: Jeremy Renner bleibt nur eine winzige Nebenfigur und Paula Patton nur hübsche Beilage (vor allem in diesem Wahnsinnsabendkleid in Mumbai). Trotzdem: DANK CRUISE UND PEGG IST ALLES GUT!!!

Man könnte „M:I 4“ super zerreißen, man könnte es auch lassen. Ist natürlich wie immer Geschmackssache. Als vorweihnachtlicher Action-Kracher funktioniert „M:I 4“ aber bestens. Bei den Bildern und der Action verzeiht man die schwache, schwache Story gerne.

Wertung: 7 von 10 Punkten (Brad Bird, Mission Accomplished!!!)

Advertisements
21 Kommentare leave one →
  1. 14. Dezember 2011 06:22

    Woargh…ich freue mich seit den ersten Infos darauf. Und Tom Cruise…ist halt Tom Cruise. Es ist interessant, wie ihn viele plötzlich doof fanden wegen dem Scientology-Zeugs. Das ist mir egal. Es kümmert mich ja auch nicht, was für einer Religion mein Klempner angehört, solange er seine Arbeit gut macht. 🙂

    • donpozuelo permalink*
      14. Dezember 2011 07:59

      Danke schön. Genau mein Reden. Klar kann ich nicht gutheißen, was man so über Scientology hört, aber deswegen werde ich noch lange nicht aufhören, Tom Cruise als Schauspieler nicht zu mögen. Und ganz ehrlich, ich gucke seine Filme eigentlich immer noch sehr gerne.

  2. 14. Dezember 2011 10:39

    Joa, Don, das ist ja trotz lobender Grundhaltung eine der eher dezenteren Kritiken, andernorts wird der ja doch ziemlich abgefeiert, Höhepunkt der Reihe und so weiter. Wie schon erwähnt, ich hock heut abend in der Preview und schau mir das mal selbst an 😉

    • 14. Dezember 2011 11:21

      Genau das gefällt mir an der Kritik 😉 Habe den Film zwar noch nicht gesehen, aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass alle ein bisschen übertreiben. Die hier genannten Minuspunkte (Super-Cruise usw.) würden mich persönlich schon ziemlich nerven, glaube ich.

      • donpozuelo permalink*
        14. Dezember 2011 11:33

        @ Rob: Danke, danke. Diese „Super-Cruise“-Sache ist wirklich was, was extrem stört. Da will ich doch eigentlich ein wenig mehr Bruce Willis als Cruise 😉 Aber man kann, denke ich, halbwegs drüber wegsehen.

    • donpozuelo permalink*
      14. Dezember 2011 11:32

      @ Christiansfoyer: Ich muss dazu sagen, dass ich die anderen Teile nicht mehr so star in Erinnerung habe, aber als Höhepunkt würde ich den Film definitiv nicht verschreien. Dazu gibt es, gerade was die Story angeht, zu viel, was nicht richtig zündet. Von der Action her könnte man das schon als Höhepunkt beschreiben, denn die ist wirklich gelungen.

      Aber ich bin gespannt, wie er dir so gefällt.

  3. 14. Dezember 2011 20:08

    Wollten sie eignetlich MI 4 oder 3 im Bundestag drehen?

    • donpozuelo permalink*
      14. Dezember 2011 20:31

      Ja, irgendwie so was war geplant. Aber nachdem man Cruise schon bei seiner Stauffenberg-Rolle entgegengekommen ist und den Bebelplatz freigegeben hatte, wollten sie wohl nicht auch noch, dass er den Bundestag in die Luft jagt. Also was macht man??? Man jagt den Kreml in die Luft. 😉

  4. 17. Dezember 2011 10:44

    Yeah, endlich mal jemand, der Cruise nicht wegen seinen privaten Angelegenheiten und Eskapaden als Schauspieler abstraft!
    Mir hat ja eigentlich nur der erste Film gefallen, aber der Trailer im Kino hat mich richtig heiß gemacht. Vielleicht zieht es mich auch noch in den Actioner.

    • donpozuelo permalink*
      17. Dezember 2011 14:12

      Der erste ist auch wirklich der beste Teil der Reihe. Dafür ist es um so erstaunlicher, dass Teil 4 dann doch nochmal so gut reinhaut. Wirklich sehenswert.

  5. 13. Januar 2012 21:11

    Also ich war etwas hin und her gerissen. Hätte auch gut weniger Punkte geben können als ich tat. Die Action ist doll, aber es gibt auch echte Schwachpunkte. Das Weibchen im Team fand ich ziemlich blass und teilweise wurde mir etwas zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt. Die Actionparts haben aber vieles wieder rausgeholt. Ich stehe ja prinzipiell auf totale Zerstörung mit viel Explosionen und so :-)) Und natürlich Pegg…!!

    • donpozuelo permalink*
      14. Januar 2012 00:22

      Das Weibchen hätte man komplett weg lassen können. Die hat so gar nichts gebracht. Dafür hatten wir ja, wenn man das so sagen kann, den spaßigen Ausgleich durch Simon Pegg. Insgesamt war ich doch schwer begeistert von dem Film. Action und alles… da verzeihe ich Storyschwachpunkte. Nur nächstes Mal sollten sie Tom Cruise nicht zu perfekt aus allen Explosionen kommen lassen 😉

Trackbacks

  1. ChristiansFoyer : Review: MISSION: IMPOSSIBLE – GHOST PROTOCOL
  2. 2011 « Going To The Movies
  3. Männer, die Frauen hassen « Going To The Movies
  4. Wo ist die Hasenpfote? « Going To The Movies
  5. Willkommen auf Barsoom! « Going To The Movies
  6. Schwieriges Erbe « Going To The Movies
  7. Die Straße gewinnt immer! | Going To The Movies
  8. Willkommen im Morgen | Going To The Movies
  9. Nichts ist unmöglich | Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: