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Real Love Is Forever

12. Dezember 2011

Klingt das nicht unheimlich romantisch? „Real Love is Forever“!!! Schnief!!! Es klingt wie die Zeile aus einer Teenie-Liebeskomödie, in der zwei junge Menschen wie Romeo und Julia gegen den Widerstand ihrer Familien und für ihre einzigartige Liebe kämpfen. So furchtbar romantisch…. und so furchtbar klischee behaftet. Ich glaube, wenn mich jemals so ein Satz zu einem Film hinziehen würde, dann wäre einiges falsch gelaufen 😉 Und trotzdem steht „Real Love is Forever“ als Überschrift zu dieser Rezension, aber der Film, der sich hinter diesem Zitat versteckt, ist nicht unbedingt die Art von Film, die man sich an einem ersten Date anschauen sollte. Oder vielleicht doch, kommt natürlich ganz auf die Dame an.

„Real Love is Forever“. Diesen Satz spricht ein junges Mädchen, Sarah. Sie erzählt uns damit eine Geschichte über Liebe und Tod, über Sehnsucht und Rache. Aber hauptsächlich erzählt sie uns die Geschichte von Eric Draven und Shelly Webster. Die beiden werden in der Nacht vor Halloween, auch „Devil’s Night“ genannt, von einer Gang überfallen. Shelly wird von den Gangstern missbraucht, während ihr Verlobter Eric hilflos zusehen muss, bevor sie ihn erschießen und aus dem Fenster der kleinen Dachwohnung stoßen. Ein Jahr vergeht… die Gangster und die „Devil’s Night“ machen die Stadt wieder unsicher. Doch dieses Mal ist etwas anders, ein Mann durchstreift die dunklen Straßen, auf der Suche nach Rache. Sein einziger Begleiter – eine Krähe!

Kann ein Typ mit langen Haaren, Mascara und schwarzem Lidschatten wirklich als cooler untoter Superheld funktionieren? Er kann!!! Auch ohne Cape und Umhang. Eric Draven ist „The Crow“. In Alex Proyas Meisterwerk begibt er sich auf Ganovenjagd – in einer Stadt, in der auch Batman seine Freude gehabt hätte. Und das ist tatsächlich so eine Assoziation, die ich des öfteren bei diesem Film hatte. Und ganz abwägig ist das natürlich nicht: ein Tier steht Pate für den „Helden“, der Rache schwört und in einer verruchten Stadt gegen Gangster und Ganoven kämpft. Und natürlich auch einen „Freund“ bei der Polizei hat. Man könnte jetzt natürlich streiten, ob „The Crow“ nur ein leicht umgeänderter Batman ist. Der Film lässt zumindest vermuten, dass Proyas auch ein Fledermaus-Fan ist. Das soll aber keineswegs heißen, dass „The Crow“ nur ein billiger, langweiliger Abklatsch ist.

Die Einleitung ist zwar ein wenig melodramatisch, aber wirkungsvoll. Und wirkungsvoll ist dann auch der Rest: Aber gut, das kann Proyas ja auch wirklich gut. Er versteht sich darauf, die düstere Stimmung den ganzen Film hindurch zu halten. Eine Gabe, die er in „Dark City“ nur noch verbessern konnte (und weswegen ich fest davon überzeugt bin, dass sein „Paradise Lost“ wirklich was werden könnte).

„The Crow“ ist ein Kultfilm – und auch ein trauriger Film. Ein trauriger Film, weil dessen Hintergrundgeschichte fast noch tragischer ist als die eigentliche Geschichte. Hauptdarsteller Brandon Lee starb am Set, als sein Kollege Michael Massee ihn erschoß. Massee spielt im Film den Gangster Fun-Boy, der Eric Draven in der „Devil’s Night“ erschießt. Beim Dreh dieser Szene ging leider alles schief, die Patronen waren echt, der Waffenexperte der Crew war auch nicht anwesend und so geschah das Unglück, dass Massee Lee erschoss. Der Film schien damit ebenso gestorben wie sein Hauptdarsteller. Doch ein Großteil der Szenen mit Lee waren im Kasten, der Rest wurde mit Body Doubles und Effekten gelöst. Dem Film selbst sieht man es nicht an.

Alex Proyas erschafft ein großartiges Meisterwerk, dass auch ohne die tragische Geschichte des Brandon Lee ein Kultfilm ist. „The Crow“ ist ein düsterer Gothic-Noir mit viel guter Action und dunkler Stimmung… und der Beweis dafür, dass ein Held auch mit Mascara und Schminke wunderbar zuschlagen kann.

Wertung: 9 von 10 Punkten (die Krähe muss man mal gesehen haben)

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11 Kommentare leave one →
  1. 12. Dezember 2011 08:20

    In meiner Jugend hatte der Film bei uns echt Kultcharakter. Sprüche, wie „Tu mir einen Gefallen und stirb schneller…“ sind bei uns (in leicht abgewandelter Form natürlich) in den Alltag übergegangen. Inzwischen find ich den Film „nur“ noch gut.

    • donpozuelo permalink*
      12. Dezember 2011 09:18

      Ich hab den Film jetzt das erste Mal gesehen und fand ihn – Zeit der Entstehung in Bezug auf Effekte, etc. – sehr gut. Musste mir den einfach mal anschauen, von wegen dem ganzen Kultstatus und so. Ist aber sehr toll gemacht und den kann man sich durchaus anschauen 😉

  2. 13. Dezember 2011 13:26

    Zählt der film eigentlich als Horror- oder Actionfilm? Den ich weiss als ich ihn etwa mit 16 sah hatte ich unglaublich schiss obshcon ich ihn mittlerwieel garn icht mehr so brutal finde

    • donpozuelo permalink*
      13. Dezember 2011 15:44

      Gute Frage. Sagen wir Comic-Verfilmung?? 😉

      Also ich glaube, wenn, dann würde ich den eher unter Action einordnen. Es ist zwar alles sehr düster und ein Toter erwacht wieder zum Leben, aber ansonsten zielt der Rest der Handlung klar auf Action. Oder halt Rachethriller…

      Schwierige Frage. Gehen wir mit Racheaction-Thriller!!! 😉

  3. 13. Dezember 2011 14:48

    Ich bin damals auf diesen Film auch nur durch seine traurige Geschichte um Brandon Lee gestoßen. Allein deswegen schreibe ich ihm schone eine ganz spezielle Wirkung zu. Aber auch sonst durchaus kultig.

    • donpozuelo permalink*
      13. Dezember 2011 16:57

      Willkommen!!!

      Das ging mir genauso. Ohne diese Lee-Geschichte im Hintergrund wäre mir dieser Film möglicherweise auch nicht sofort aufgefallen.

  4. 13. Dezember 2011 23:48

    Ach ja, was haben wir den Film damals runtergeleiert 🙂
    Natürlich ist der großartig. Stach so aus der Masse raus. Und Brandon…
    Ich glaube ich habe sogar noch die Kinokarten. War damals ne recht große Promotion: Freikarten in Schwarz mit Krähe drauf. Ich weiß gar nicht mehr wo ich die alle her hatte.
    Erinnerungen… 😀

    • donpozuelo permalink*
      14. Dezember 2011 07:58

      😀 Scheint ja dann doch ein großes Phänomen gewesen zu sein. Traurig nur, dass man das durch den Lee-Tod dann auch gleich noch als PR „missbrauchen“ konnte.

  5. 20. Februar 2012 11:25

    Einer meiner absoluten Lieblingsfilme, dem bis jetzt noch keine ordentliche Blu-ray spendiert wurde. Dennoch hab ich mir das schwarze Steelbook mit der eher bescheidenen Bildqualität gegönnt. Was soll’s. Der Film ist Kult, korrekt.

    • donpozuelo permalink*
      20. Februar 2012 11:31

      Scheiß auf die Bildqualität. Muss ja eh alles schön düster sein 😉 Da kann man das noch verschmerzen. Und ich bin mir sicher, dass die Blu-Ray nicht lange auf sich warten lässt.

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  1. Blogparade: Gegen den Strom | Going To The Movies

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