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Ein Glas Leche, por favor!

7. Dezember 2011

Jetzt mal ehrlich: Katze oder Hund? Eine Frage, die vielleicht irgendwo irgendwann schon mal ganze Beziehungen ins Schwanken gebracht hat. Katzen sind zu mysteriös, zu eigenartig, sagen die einen. Hunde sind viel zu leicht zu manipulieren, sagen die anderen. Persönlich kann ich mich immer nie so richtig entscheiden, ob Katze oder Hund. Momentan als Stadtmensch würde ich mich – bei der Haustierfrage – wohl eher für eine Katze entscheiden. Wäre ich aber kein Stadtmensch, sondern würde auch nur in der Nähe eines Waldes oder sonstiger Natur befinden, würde ich zu einem Hund auch nicht Nein sagen wollen. Aber ein richtiger Hund, versteht sich. Keine Trethupe!!!

Noch bin ich allerdings Stadtmensch und da ist das Thema Katze viel eher von Bedeutung – vielleicht… irgendwann mal (wenn ich allein sehe, wie viele Menschen in meiner Straße ihren Balkon mit Netzen geschützt haben, damit die Katerchen und Kätzchen nicht abhauen, bin ich nicht der einzige, der so denkt!) Ein Kater, der sich jetzt durch die Kinos schleicht, ist eigentlich ein altbekanntes Gesicht. Es ist „Der gestiefelte Kater“, unser pelziger Freund, der sich seit dem zweiten Teil mit einem gewissen grünen Oger und einem nervigen Esel durch unzählige Abenteuer kämpfte. Jetzt hat der Kater mit Hut, Degen und natürlich Stiefeln seinen eigenen Film. Und mit diesem Spin-Off stellt sich uns die Frage: „Muss das sein?“

Kollege „Shrek“ lockt mittlerweile auch nicht mehr wirklich viele Menschen vor die Kinoleinwand, was kann da also ein kleiner gestiefelter Kater dran ändern? Tatsächlich einiges. Als erstes einmal sollte man Folgendes festhalten: Auch wenn Regisseur Chris Miller seit „Shrek 2“ an den Oger-Geschichten arbeitet, ist es ihm gelungen, „Der gestiefelte Kater“ ohne einen einzigen Shrek-Verweis zu drehen. Die Geschichte des Katers dreht sich ganz um die „Person“ des Katers:

Wir erfahren etwas aus seiner Kindheit und von seinem ewigen Traum, die magischen Zauberbohnen zu finden, um damit die goldenen Eier der goldenen Gans aus dem Schloss des Riesen zu stehlen. Gemeinsam mit seinem Freund Humpty Dumpty, ein recht skurriles, sprechendes Ei, jagt der Kater schon in jungen Jahren diesen Traum. Doch es kommt zum Bruch zwischen den beiden Freunden, die sich erst Jahre später wiedertreffen, um erneut auf die Jagd nach den magischen Bohnen zu gehen. Mit von der Partie ist Humpty Dumptys neue Partnerin Kitty Samtpfote. Und so beginnen die Abenteuer eines Katers, einer Katze und eines Eis.

„Der gestiefelte Kater“ überzeugt, wie gesagt, dadurch, dass er in keinster Weise an „Shrek“ erinnert. Während der Oger verzweifelt versucht, alte Märchen auf die Schippe zu nehmen, hat Chris Miller vorgenommen, eine ganz eigene Geschichte zum „Gestiefelten Kater“ zu erzählen. Natürlich werden hier auch das ein oder andere Märchen verbraten (auch wenn man hier in Deutschland mit Jack & Jill oder Humpty Dumpty vielleicht eher weniger anzufangen weiß), aber hauptsächlich geht es um den titelgebenden Kater.

Um diese Rezension fair zu gestalten, muss ich an dieser Stelle angeben, dass ich das Original gesehen habe: Also Antonio Banderas als Kater, Salma Hayek als Kitty, Zach Galifianakis als sprechendes Ei. Und gerade seine Latino-Sprecher zelebriert Miller förmlich: Allein schon wegen diesem geilen Akzent ist dieser Kater absolut sehenswert. „Der gestiefelte Kater“ ist ein Latino mit Leib und Seele. Da wird der Kampf schon mal zu einem heißen Tango (übrigens eine der besten Szenen des Films), da schnurren schon mal ein paar heiße Miezen sehnsüchtig, da wird gleichzeitig der Spanisch-Wortschatz aufgefrischt („Ein Glas Leche, por favor!!!“).

Als Spin-Off ist „Der Gestiefelte Kater“ sehr gelungen, die Story ist spannend, die Gags sind gut plaziert und die Sprecher geben dem Ganzen den gewissen Kick. Um die Anfangsfrage „Muss das sein?“ zu beantworten, kann man sagen: „Es muss sicherlich nicht, aber es kann und ist gute Unterhaltung! Und außerdem bekommt die youtube OMG-Cat einen witzigen Gastauftritt!!!“

Wertung: 8 von 10 Punkten (diese Miezekatze macht Laune)

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9 Kommentare leave one →
  1. 7. Dezember 2011 06:08

    Böhargh. Ich mag das nicht. Selbst wenn du denn jetzt gut bewertest. 🙂
    Mir hat es schon beim ersten Teaser für den Film abgestellt; schlechte Musik und schlechter Humor.

    • donpozuelo permalink*
      7. Dezember 2011 09:11

      Du Hundeliebhaber, du 😉

      Selbst wäre ich in den Film auch nicht reingegangen, egal wie gut die Kritiken auch sein mögen oder nicht. Aber zu ner kostenlosen Pressevorführung sagt man einfach nicht „Nein“. Und dann noch halbwegs positiv überrascht zu werden, ist dann schon okay.

  2. 7. Dezember 2011 08:47

    Ist auch nicht so meins, da ich das Genre ziemlich ausgelutscht finde und für solche Filme nur noch ein müdes Lächeln übrig habe. Andererseits ist es zu begrüßen, dass man sich – wie du schreibst – erfolgreich darum bemüht hat, von „Shrek“ wegzukommen. Vielleicht schaue ich mir den irgendwann auf DVD an, dann aber auch im Original 😉

    • donpozuelo permalink*
      7. Dezember 2011 09:12

      Dass Genre ist tatsächlich ausgelutscht, aber wenn man sich Hollywood im nächsten Jahr so anschaut, werden wir noch so einige Varianten von Grimm-Märchen oder Märchen überhaupt im Kino erwarten dürfen.

      • 7. Dezember 2011 10:05

        Dagegen habe ich ja auch nichts, denn zum Glück sind’s ja nicht nur Animationsfilme, die da in den Startlöchern stehen 😉 Meine Abneigung bezieht sich eher auf all die sprachbegabten Tierprotagonisten und weniger auf die Märchenthematik als solche. „Rapunzel – neu verföhnt“ mochte ich zum Beispiel.

        • donpozuelo permalink*
          7. Dezember 2011 10:22

          Ach, gegen sprachbegabte Tierprotagonisten habe ich eigentlich nichts. Mittlerweile hält man sich da ja auch ein wenig zurück.

          „Rapunzel“ war Tatsache in Ordnung.

  3. Owley permalink
    7. Dezember 2011 23:54

    Ein Beispiel, wie sehr ich deine Reviews liebe:

    Ich war bis vor kurzem so abgeneigt wie der Damian, dachte dann aber, dass der vielleicht einfach so doch noch ein bisschen lustig werden könnte. Und deine Frage die du letztlich beantwortest, beantwortet die meine – ob der Film schlecht, gut oder einfach unterhaltsam ist. Ich gehe ja nicht immer in Erwartung eines Meisterwerks ins Kino.

    • donpozuelo permalink*
      8. Dezember 2011 10:01

      😀 Meisterwerke sind sowieso immer schwierig. Gerade, wenn es jetzt nur um eine Art Spin-Off geht. Und wenn es dann noch Antonio Banderas als Sprecher hat 😉 Unterhaltsam ist der Kater auf jeden Fall.

  4. 9. Dezember 2011 23:02

    Dito. Da habe ich mich köstlich amüsiert und er war tatsächlich erfrischend anders als Shrek. Gradliniger, schnörkelloser, eben gut 🙂

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