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Vampire Wasteland

21. November 2011

Was ist nur aus unseren Vampiren geworden? Die momentan beliebtesten Blutsauger glitzern in der Sonne. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Vampire glitzern in der Sonne!!! Sie GLITZERN!!! Da, wo ich herkomme, dann sterben die einen jämmerlichen Verbrennungstod, wenn auch nur ein winziger UV-Strahl auf ihre bleiche Haut fällt. Vampire waren mal etwas, vor dem man Angst hatte, aber doch nichts, was man anhimmelt. In was für Zeiten wir leben müssen… traurig, traurig. Aber Grund zur Traurigkeit ist nicht nötig. Fernab von glitzernden Vampiren finden sich doch noch ein paar Exemplare, vor denen man getrost Angst haben darf.

Regisseur Jim Mickle hat sich daran gemacht, dass wir uns vor den Vampiren wieder fürchten und wirft in seinem Film „Vampire Nation“ (OT: „Stake Land“) alles zusammen, was in den letzten Jahren zum Thema Apokalypse und Co. auf der Leinwand zu sehen war. Amerika liegt in Schutt und Asche. Nach dem Ausbruch eines Vampir-Virus ist die Großmacht am Boden. Die Städte sind verwüstet, die meisten Bewohner entweder tot, Blutsauger oder auf der Flucht. In diesem Chaos lernen wir den jungen Martin (Connor Paolo), der in einer sehr fiesen ersten Szene Vater, Mutter und Säuglingsbruder an einen Vampir verliert. Jetzt ist Martin auf der Flucht, auf der Suche nach „New Eden“, einen Ort, der angeblich sicher sein soll – irgendwo im Norden. Auf dieser Reise wird Martin glücklicherweise von einem Jäger namens Mister (Nick Damici) begleitet.

Ich hatte nur den DVD-Text gelesen und musste sofort an „The Road“ oder „The Walking Dead“ denken – Apokalypse trifft Untote, aber statt fleischhungrigen Zombies gibt’s hier blutdurstige Vampire. Und auch wenn die Story sehr zusammengeklaut erscheint, ist „Vampire Nation“ ein Film, der beweist: „Besser gut geklaut als schlecht selbstgemacht.“ Dieses Vampire-Road-Movie funktioniert hervorragend, er fängt ähnlich wie „The Road“ diese verzweifelte Endzeitstimmung ein, in der einen nur die Hoffnung nach vorne treibt. Der „Walking Dead“-Faktor kommt durch die ständige Bedrohung durch die Vampire hinzu. Aber statt sich nur auf seine nachtaktiven Monster (und die Viecher sind wirklich keine Augenweide) zu stützen, gibt Mickle dem Ganzen noch eine besondere Note. In einer Zeit der Not wenden sich einige Menschen fragwürdigen Religionen zu. Sekten entstehen überall. Und eine Sekte, die die Vampire als Geschenk des Himmels anbetet, bereitet unseren Wanderern zusätzlich Kummer.

Zum Glück hatte Mickle entweder kein Geld oder keine Lust auf Stars, aber in „Vampire Nation“ ist nicht ein bekanntes Gesicht zu sehen. Ist aber auch nicht schlimm, denn sowohl Paolo als auch Damici sind sehr gut. Paolo ist einfach nur ein verängstigter Junge, der sich an den erstbesten klammert, der Hilfe verspricht, während Damici den mysteriösen Mister wirklich überaus mysteriös gibt. Er ist ein Mann weniger Worte, dafür lässt er lieber Taten sprechen. Zusammen bilden sie ein ungleiches Pärchen, aber das war auch schon bei Viggo Mortensen und seinem Sohn in „The Road“ der Fall. Und genau das hat die Dynamik so gut funktionieren lassen.

„Vampire Nation“ überzeugt durch die richtige Stimung – grau und düster, durch die richtigen Schauspieler und fiese Vampire. „Vampire Nation“ ist Apokalypse-Road-Movie-Pur, dass sich viel Zeit lässt für seine Figuren und für ein paar ruhige Momente. „The Road“ meets Vampires – ich glaube, besser kann man den Film nicht beschreiben. Und ich kann euch versichern, hier glitzert garantiert niemand in der Sonne! 😉

Wertung: 9 von 10 Punkten (endlich wieder vor Vampiren Angst haben können, „Vampire Nation“ zeigt, wie es geht)

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5 Kommentare leave one →
  1. 21. November 2011 08:49

    Oh, es freut mich jetzt wirklich ausserordentlich zu hören, dass der offensichtlich was taugt. Ich hatte grosse Hoffnung in den gesetzt…sehr gut.

    • donpozuelo permalink*
      21. November 2011 09:12

      Der taugt tatsächlich was. Ist wirklich zu empfehlen.

  2. 21. November 2011 22:25

    huch, bin ich hier im falschen film?
    hihi, ich fand den ja ganz (un)schön schlecht und total zäh.
    dem gebe ich auch keine zweite chance :))

    • donpozuelo permalink*
      21. November 2011 23:48

      Echt jetzt??? Haben wir vielleicht tatsächlich unterschiedliche Filme gesehen??? Ich fand den echt gelungen. Gut, an einigen Stellen hat er schon so seine Längen, aber im Großen und Ganzen hat mich „Vampire Nation“ doch sehr überzeugt.

      Geschmäcker halt 😛

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