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Lehrreiche Lehrmethoden

16. November 2011

Lehrer sein ist sicherlich nicht einfach. Erst geht man zur Uni und dann steht man plötzlich vor diesen Wesen, diesen Schülern, die (vielleicht) irgendwas von einem lernen wollen. Wie geht man damit um? Was für ein Lehrer wird man sein? Der strenge oder der nette Lehrer? Beides hat sicherlich seine Vor- und Nachteile. Und so muss sich jeder Lehrer selbst entscheiden, wie er seine Schüler kontrollieren will. Hübsch zu sein ist dabei vor allem bei den Damen von großem Vorteil. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass wir in der fünften oder sechsten Klasse eine ziemlich heiße Geschichts- und Sportlehrerin hatten: Jung, blond, gut gebaut. Für uns vorpubertierende Jungs war sie die beste Lehrerin überhaupt. Sie hatte unsere volle Aufmerksamkeit. Im Sport waren wir so verbissen wie noch nie, diese letzten 30 Liegestütze doch noch hinzubekommen und sogar in Geschichte haben wir doch das ein oder andere behalten. Wenn sie dich dann noch angesprochen und gelobt hat, war das alles, was man brauchte.

Jaja, Lehrer… wenn Cameron Diaz damals auch meine Lehrerin für irgendwas gewesen wäre, hätte ich genauso sehr versucht, sie zu beeindrucken. Nur leider war sie nie Lehrerin – und vielleicht auch zum Glück. In „Bad Teacher“ spielt sie nämlich genau das, was möglicherweise demnächst an den Unis zum Thema „Schlechte Pädagogik“ gezeigt wird: Diaz spielt die Lehrerin Elizabeth Halsey, die nichts lieber sein will als kein Lehrer. Sie sucht einen reichen Typen und glaubt diesen, in dem Nachhilfslehrer Scott (Justin Timberlake) gefunden zu haben. Nur glaubt sie, sie bräuchte größere Titten, um ihm zu gefallen. Und gefallen sollte sie ihm schnell, schließlich schläft die Konkurrenz nicht.

„Bad Teacher“… was soll man dazu noch sagen??? Wenn ich sagen würde, ich hätte mich gelangweilt, wäre das noch höflich untertrieben. Wenn ich sagen würde, ich hätte mich tierisch zu Tode gelangweilt und nebenbei „Angry Birds“ gespielt, dann trifft das wohl schon eher zu. Diese angeblich spritzige Komödie von Jake Kasdan ist nämlich alles andere als witzig. Es ist eine dieser Komödien, die wirklich alle guten Szenen in den Trailer haut und dann hofft, das noch jemand ins Kino geht oder sich die DVD holt.

Aber „Bad Teacher“ ist einfach nur „bad“. Das fängt bei der Story an und hört bei den Schauspielern auf. Die Geschichte ist vorhersehbar. Gut, was anderes hätte man auch nie erwarten dürfen – fieser Lehrer wird aus Geldgründen ehrgeizig, kommt dann aber in die Bedrängnis wegen vorher genannter Boshaftigkeit und kriegt dann doch noch die Kurve. Dazu noch die passende Moral, dass der andere, weniger reiche Typ, der sich immer um die gute Frau bemüht hat, möglicherweise doch gar nicht so schlecht ist, und fertig ist „Bad Teacher“. Uninspiriert und scheinbar gelangweilt hangelt sich die Story von Szene zu Szene. Ganz ehrlich, wenn die „großen“ Namen Cameron Diaz und Justin Timberlake nicht gewesen wären, hätte es dieser Film nicht ins Kino geschafft.

Leider halten auch die großen Namen nicht das, was sie versprechen. Cameron Diaz ist anfangs noch ganz witzig, als rotzige, von Kindern genervte Lehrerin, aber sie verspielt es irgendwann und sie selbst wird nervig, weil sie immer nur das Gleiche macht. Bis auf ihre Autowaschnummer will der Funke einfach nicht überspringen und Diaz quält sich und uns durch diesen Film. Dazu kommt dann noch Justin Timberlake. Eigentlich fand ich, dass Timberlake möglicherweise der erste Sänger sein könnte, der auch ein wirklich guter Schauspieler ist. Seine Ausflüge beispielsweise in „Black Snake Moan“ oder zuletzt „The Social Network“ fand ich echt super, aber sein nerdiger, Safer-Sex betreibender Lehrer ist einfach nur lahm und äußerst peinlich. Da hilft es den beiden Spaßbremsen Diaz und Timberlake auch nicht, dass „How I Met Your Mother“-Star Jason Segel in einer Nebenrolle als Sportlehrer auftaucht. Der darf nämlich auch nur ein paar flache und zweideutige Witze reißen und muss sich ansonsten im Hintergrund aufhalten.

Die witzigsten Bestandteile – gute Story und witzige Schauspieler – vernachlässigt „Bad Teacher“ aufs Schändlichste. Möglicherweise hätte was wirklich Gutes dabei herauskommen können. Ist es aber nicht. Wenn ich also demnächst mal wieder einen verrückten Lehrer sehen will, dann bleibe ich bei Jack Black in „School of Rock“. Da kann und darf ich wenigsten lachen.

Wertung: 3 von 10 Punkten (dieser „Bad Teacher“ ist wirklich einfach nur bad)

6 Kommentare leave one →
  1. 16. November 2011 14:30

    Wieder was gelernt: Den Film gucke ich mir lieber nicht an 🙂
    Mit Cameron Diaz kann ich sowieso nichts mehr anfangen. Nach der Pubertät merkt man irgendwie, dass sie in ihren Rollen eigentlich nur nervt (Ausnahmen bestätigen mal die Regel)

    • donpozuelo permalink*
      16. November 2011 15:04

      😀 Wieder was gelernt!!! Du und Cameron Diaz – ihr werdet wohl auch nie Freunde werden, oder??? 😉

      • 16. November 2011 21:27

        Das ist purer Neid. Sie hat ihn noch nie aufgerufen oder gar gelobt. Und dreissig Liegestützen durfte er auch noch nie für sie machen. 😛

        • donpozuelo permalink*
          17. November 2011 10:25

          😀 Daran wird’s wohl liegen.

  2. 17. November 2011 07:36

    Danke fürs Bestätigen meines Vorurteils. :.-)

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