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Die Macht der Vorstellung

11. November 2011

Ich lese ja eigentlich furchtbar gerne Comics, aber über die typischen Superhelden bin ich nie hinweg gekommen: Batman, Spider-Man, X-Men oder Superman (obwohl den eher weniger 😉 ) waren mir schon lange ein Begriff. Aber viele andere gehen ja dann doch unter. Sei es, weil sie sich bei uns nicht so richtig etablieren können oder weil ich einfach nicht gut informiert bin. Zum Glück gibt’s da ja für Leute wie mich Hollywood die einen Comic-Helden nach dem anderen aus der Schublade holen. Für mich hat das meist hauptsächlich eher den Effekt, dass ich mir danach die Comics hole, um mal zu schauen, wie es eigentlich richtig laufen sollte. So zumindest ist es mir bei „Wanted“ und „Daredevil“ ergangen. Bei beiden Beispielen war ich dann auch eher vom Comic begeistert als von den Filmen an sich.

Bei manchen Helden, die so in letzter Zeit die Leinwände erobert haben (oder es zumindest versuchten), war ich von Anfang an eher unsicher. Dazu gehörte neben „Captain America“ (ja, ich hatte Angst vor zu viel USA-Patriotismus und bin letztendlich nur wegen der Avengers-Sache hingegangen) auch ein Typ namens „Green Lantern“. Zu dem hatte ich nun wirklich gar keinen Bezug, dazu sah der Trailer eher ein wenig langweilig aus und so fiel es mir dann nicht allzu schwer, den Film im Kino links liegen zu lassen. Ganz links gelassen habe ich die Grüne Laterne dann doch nicht – einige positive Rezensionen veranlassten mich dann doch dazu, dem Ganzen eine Chance zu geben.

Ich dachte ja immer, „Green Lantern“ wäre nur so ein weiterer Anzugträger mit Superkräften, aber ich wurde eines besseren belehrt. Denn, 1) ist „Green Lantern“ ja nicht nur ein, sondern gleich ein ganzer Haufen Anzugträger – quasi ein ganzes intergalaktisches Korps und 2) sind die Kräfte der „Green Lantern“ ja schon auch irgendwie ziemlich cool – Dinge aus den Gedanken heraus real werden lassen. Und all das darf Ryan Reynolds als Testflugpilot Hal Jordan machen, wenn er von einer sterbenden „Green Lantern“ den Ring erbt, der ihm seine Kraft verleihen wird. Und als wenn das noch nicht krass genug wäre, soll er auch gleich noch eine weltenzerstörende Macht vernichten.

Nachdem sich Reynolds erst lebendig begraben ließ, fliegt er nun in grünem Kostüm durch die Gegend und das ist – zu meinem großen Erstaunen – recht unterhaltsam. Besonders gut gelungen ist Reynolds vor allem der Spagat zwischen „Top Gun“-Flieger-Ass und Möchtegern-Superheld, der erst einmal mit seinen neuen Fähigkeiten klar kommen muss. Irgendwie ein passende Rolle für Reynolds – nicht zu ernst, aber auch nicht zu albern. Halt ein gutes Mittelding aus beidem und das kauft man Reynolds dann auch ohne Probleme ab.

Was die ganze Geschichte angeht, halte ich mich mal lieber vorsichtig bedeckt. Ich bin – wie oben schon angemerkt – kein Kenner der „Green Lantern“-Geschichten, fand es aber eigentlich ganz in Ordnung, wie die Geschichte erzählt wird. Die Wechsel zwischen dem Basisplanet des Korps und der Erde sind nicht zu oft, bieten aber genügend Spielraum um beide Welten ausreichend vorzustellen. Natürlich muss sich „Green Lantern“ als möglicher Beginn einer möglichen Filmreihe darauf beschränken, die einzelnen Figuren aus anderen Universen (siehe Mark Strong als Sinestro und Co.) nur kurz vorzustellen. Aber Regisseur Martin Campbell, der ja schon Mr. Bond zu neuem Ruhm verholfen hat, schafft es durch ansehnliche Effekte und eine schwungvolle Story genug Grün in „Green Lantern“ zu bringen. Für mich ein schöner Action-Kracher mit witzigen Effekten – das macht alles durchaus Bock auf mehr. Und wenn Frank Miller sich wie bei „Daredevil“ auch mit „Green Lantern“ beschäftigt haben sollte, dann werde ich die Comics auch mit Freude lesen 😉

Wertung: 7 von 10 Punkten („Green Lantern“ macht zwar nichts Neues, aber unterhält ganz gut)

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16 Kommentare leave one →
  1. 11. November 2011 12:47

    Das ist jetzt die erste positive Kritik, die ich je zu dem Film lesen durfte. ^^
    Vielleicht sollte ich der Laterne doch mal eine Chance geben.

    • donpozuelo permalink*
      11. November 2011 14:15

      Echt??? Na, es gab hier und da auch noch ein paar andere.

      Sicherlich ist die Laterne nicht das Gelbe (;) ) vom Ei, aber ich fand’s unterhaltsam.

  2. 11. November 2011 17:52

    Interessiert mich immer noch nicht. Bei Superhelden bleibe ich doch lieber bei den wenigen mir bekannten – und da gehört nicht einmal Superman dazu …

    • donpozuelo permalink*
      11. November 2011 19:24

      Superman ist auch doof 😉 Ich bleibe ja für gewöhnlich auch immer bei denen, die ich schon kenne. Aber wenn es einem quasi schon vor die Füße geworfen wird, dann gucke ich auch mal in andere Richtungen. Auch wenn sich wahrlich nicht jeder Blick lohnt. Ich denke, Lantern ist auch so eine Geschmackssache. Ich verstehe die Leute, die ihn zerreißen und die, die was Gutes in ihm finden. So wird es aber wohl bei jedem Comic-Film bleiben.

  3. 11. November 2011 18:12

    der film fährt mir zu sehr die klischierte überdrehte marvelkopierenwollende schiene als das ich ihm nicht mehr als 5 Punkte geben würde

    • donpozuelo permalink*
      11. November 2011 19:25

      Das ist wohl wahr, trotzdem fand ich ihn witzig, er hat mich unterhalten. Lag wohl aber auch daran, dass ich ihn nach eingängigem Studium aller möglichen Kritiken gesehen habe und von daher nicht sonderlich viel erwartete. 😉

  4. 13. November 2011 18:46

    Ich schaue die Superheldenfilme immer in Phasen. Beim nächsten Anflug (oder Anfall) kommen dann Green Lantern, Thor & Captain America dran. Die beiden Fantastic Four Filme möchte ich auch noch nachholen.

    Übrigens ist mir aus Kindheitstagen die „Grüne Leuchte“ noch viel, viel, viel vertrauter, als beispielsweise die X-Men. Bei uns an den Kiosken, so ca. ab Mitte der 80er Jahre gab es eher Comics vom DC-Sortiment. Neben Superman und Batman auch so Sachen wie Aquaman, die Gerechtigkeitsliga und Superboy. Und eben Roter Blitz und Grüne Leuchte. Von Marvel gab es meistens nur „Die Spinne“ (die alleine schon viel cooler war, als die meisten DC Helden zusammen 😉 )

    • donpozuelo permalink*
      14. November 2011 06:59

      Also, soweit ich weiß, kannst du dir die beiden Fantastic Four Filme echt sparen. Ich habe damals den zweiten Teil gesehen (wegen dem Silver Surfer) und war schwer enttäuscht. Gleiches wurde mir dann auch über Teil 1 berichtet, weswegen ich da immer die Finger von gelassen habe.

  5. 14. November 2011 07:24

    War okay, aber kein Highlight. Für mich.
    Fans sind aber vermutlich enttäuscht gewesen…könnte ich mir vorstellen.

    • donpozuelo permalink*
      14. November 2011 09:56

      War okay, das stimmt. Mit den Fans gebe ich dir Recht, aber ich glaube, das dürfte auf fast jede Comic-Verfilmung zutreffen – das mit dem enttäuscht sein. 120 Minuten geben halt einfach nicht viel her und wenn es dann auch noch so ein Einführungsfilm sein muss, der alles nochmal erklärt und vorstellt, dann wird es umso schwieriger, da wirklich Pep rein zu bekommen.

  6. AmselTarnSchlaf permalink
    15. November 2011 11:38

    So unterschiedlich unsere Ansichten auch bezüglich der Batman-Filme 3 und 4 sind (*fg*), so entschieden muss ich dir Recht geben, was die grüne Laterne angeht.

    Nach den ganzen schlechten Kritiken, die ich darüber gelesen hatte, gab es nur 2 Gründe, die mich trotzdem ins Kino geführt haben: 1) Neben Superman, Spiderman und Batman war „Green Lantern“ wohl der präsenteste Superheld meiner Kindheit. Und 2) Ryan Reynolds… *seufz*

    Sicherlich erfindet die Grüne Leuchte das Superhero-Genre nicht neu, und man darf auch keinen all zu kritischen Blick auf die Story werfen. Aber ich habe mich im Kino den ganzen Film lang äußerst gut unterhalten gefühl. Klar, schon wenige Stunden nach der Vorstellung ist von diesem (doch recht belanglosen) Streifen ziemlich wenig bei mir hängen geblieben, aber, wie gesagt, er war bunt, kurzweilig und rasant genug für wirklich spaßiges Popcorn-Kino!

    😉

    • donpozuelo permalink*
      15. November 2011 16:37

      Willkommen! 😉

      „Bunt, kurzweilig und rasant“… sind doch genau die richtigen Zutaten für gelungenes Popcorn-Kino. Und genau das liefert die Laterne und dafür war ich ihr dankbar. Ein wenig mehr hätte ich zwar vertragen können, aber wie gesagt, als Einführung ins „Thema“ reichte das erstmal aus. Bleibt die Frage bestehen, ob die Laterne demnächst nochmal wieder kommt.

  7. 15. November 2011 22:42

    Meine Freundin ist von der Qualität dieses Filmes auch nicht abzubringen :)) Wir waren natürlich in 3D drin und das war wirklich gelungen. Für meinen Geschmack waren die Masken denkwürdig, aber ich mochte diese Green Lantern Comix auch noch nie wirklich.

    • donpozuelo permalink*
      16. November 2011 10:35

      Wie gesagt, ich kannte Green Lantern vorher nur vom Hören-Sagen. Gut, die Masken waren genauso hilfreich in der „Tarnung“ wie die Tatsache, dass sich Clark Kent ne Brille aufsetzt und immer noch keiner weiß, dass er Superman ist.

      Ich hab den Film nur auf DVD gesehen. Möglicherweise hätte er mir in 3D sogar noch besser gefallen 😉

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